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Bauern in einem Reisfeld in Bangladesch. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRIN

Ländliche Entwicklung fördern – Lebensgrundlagen sichern 

Hintergrund: Ländliche Regionen fördern

Die meisten Menschen, die in Entwicklungsländern auf dem Land leben, haben kein Einkommen oder verdienen so wenig, dass sie ihre Familien nicht ausreichend versorgen können. In vielen Regionen wird die Lage zusätzlich durch starkes Bevölkerungswachstum, mangelnde Bildung, fehlende soziale Sicherung und die Auswirkungen des beginnenden Klimawandels erschwert. Von gesellschaftlichen und politischen Entscheidungsprozessen ist die Landbevölkerung weitgehend ausgeschlossen. Kaum einer der Betroffenen hat die Chance, seine unverschuldete Situation aus eigener Kraft zu verbessern. Folge: In jedem Jahr sterben Millionen Menschen an Hunger und Mangelernährung.


Wirtschaftsförderung: Agrarsektor stärken

In einkommensschwachen Ländern ist die Landwirtschaft häufig der entwicklungsfähigste Sektor, von dem ein großer Teil der Bevölkerung direkt abhängig ist. Die Förderung der landwirtschaftlichen Produktion und Vermarktung sowie der Verarbeitung von Agrarrohstoffen ist darum ein wesentlicher Bestandteil der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich der ländlichen Entwicklung.


Dezentralisierung: Effizienz steigern

Die Erfahrung der Bundesrepublik Deutschland zeigt, dass eine Dezentralisierung der Verwaltungen nach dem Subsidiaritätsprinzip eine notwendige Bedingung für erfolgreiche Regionalentwicklung ist. Durch Dezentralisierung kann die Effizienz von Verwaltungen gesteigert werden. Der Einsatz von öffentlichen Mitteln kann zum Beispiel besser an den Bedarf der jeweiligen Region angepasst werden und die politische Teilhabe der Bevölkerung auf dem Land kann verbessert werden. Effiziente regionale und lokale Institutionen der öffentlichen Verwaltung im Rechts-, Bildungs-, Gesundheits- und Beratungsbereich sind Schlüsselakteure der ländlichen Entwicklung.


Landreformen: Zugang zu Produktionsmitteln sichern

In vielen Entwicklungsländern haben die Kleinbauern keinen gesicherten Zugang zu Produktionsmitteln wie Boden, Wasser oder Saatgut. Das Land ist oft ungleich unter wenigen Großgrundbesitzer und vielen Kleinbauern verteilt. Die kleinen Flächen bringen nur geringe Erträge. Ein weiteres Problem sind ungeklärte Bodenrechtsverhältnisse. Wenn nicht klar ist, wer das Land nutzen darf, entstehen Konflikte. Und wenn langfristig keine eindeutigen Eigentums- und Nutzungsrechte vorliegen, lohnen sich Investitionen nicht. Die Bundesregierung unterstützt ihre Partnerländer bei Landreformen, soweit diese rechtsstaatlichen Grundsätzen entsprechen.


Natürliche Ressourcen: Raubbau verhindern

Land-, Forst- und Fischereiwirtschaft können die wirtschaftliche Grundlage in ländlichen Gebieten nur langfristig sichern, wenn sie nachhaltig betrieben werden. Dazu ist ein schonender Umgang mit den natürlichen Ressourcen erforderlich: Boden und Wasser müssen geschützt, die biologische Vielfalt muss erhalten und das Gleichgewicht der Ökosysteme gesichert werden.


Gleichberechtigung: Frauen einbinden

Traditionell leisten Frauen in den meisten Entwicklungsländern die Hauptarbeit im Bereich Ernährung – von der Produktion über die Verarbeitung bis zur Vermarktung und Zubereitung der Lebensmittel. In ländlichen Gebieten sind sie dabei meistens auf sich allein gestellt, zum Beispiel, weil die Männer in den Städten nach Arbeit suchen. Doch obwohl der größere Teil der landwirtschaftlichen Produktion von Frauen geleistet wird, besitzen sie nur einen geringen Teil der Anbauflächen und nicht einmal zwei Prozent der gesamten Bodenrechte.


Drogenpolitik: Alternativen fördern

Armut, gewaltsame Konflikte sowie fehlende Erwerbsalternativen veranlassen viele Kleinbäuerinnen und -bauern, Drogenpflanzen wie Schlafmohn, Koka oder Cannabis anzubauen. Mit einem breiten Spektrum an Aktivitäten unterstützt die Bundesregierung kleinbäuerliche Familien beim Anbau und der Weiterverarbeitung legaler Produkte wie beispielsweise Kakao, Kaffee, Palmherz und Ölpalmen. Diese Programme und Projekte haben zum Ziel, neue Einkommensmöglichkeiten im landwirtschaftlichen und außerlandwirtschaftlichen Bereich zu schaffen.



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