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Klimaschutz

Entwicklungspartnerschaften mit der Wirtschaft – gemeinsam schneller zum Ziel

Entwicklung und Wirtschaft sind untrennbar miteinander verbunden. Unternehmerisches Engagement ist daher auch im Kampf gegen den Klimawandel entscheidend.

Auch wenn Deutschland der größte Geber für den Klimaschutz ist, reichen öffentliche Mittel allein nicht aus, um die Millenniums­entwicklungs­ziele (MDG) bis zum Jahr 2015 zu verwirklichen.

Ob Windparks in Ägypten, Wetterversicherungen für ghanaische Kleinbauern oder fair gehandelter Kaffee aus Mexiko – die Mitgestaltung von klimabezogenen Projekten in Entwicklungs- und Schwellenländern bietet auch für die Privatwirtschaft viele Vorteile: Unternehmen erschließen sich für ihre Technologien neue Märkte und gewinnen neue Partner.

Öffentliche Finanzierung privaten Engagements

Damit finanzielles Engagement für die Privatwirtschaft attraktiv wird, müssen Anreize geschaffen werden, wie etwa die Förderung und Stabilisierung gesetzlicher Rahmenbedingungen oder der Aufbau wirtschaftlicher Beziehungen.

Das BMZ hat bereits im Jahr 1999 ein Programm für Entwicklungspartnerschaften (PPP) mit der Wirtschaft entwickelt, das 2009 überarbeitet wurde und nun unter dem Namen develoPPP.de läuft. Das Programm trägt auch dazu bei, gemeinsam mit der Privatwirtschaft klimapolitische Ziele wie Anpassung an den Klimawandel oder den effizienten Einsatz erneuerbarer Energien zu verwirklichen.

Im Fokus stehen dabei Unternehmen, die Umwelttechnik einführen, land- und forstwirtschaftliche Flächen nachhaltig bewirtschaften oder Finanzinstrumente wie Wetter­versicherungen entwickeln wollen.

Die deutsche Entwicklungspolitik trägt damit zur Senkung von Transaktionskosten unternehmerischer Initiativen bei. Gleichzeitig erwartet sie Eigenverantwortung von den Partnerländern, um unternehmensförderliche Bedingungen zu schaffen.

Klimaschutzprojekte werden sowohl finanziell als auch personell während der gesamten Planungs- sowie Realisierungsphase gefördert. Dabei stellen deutsche Experten spezifisches Fachwissen über die Partnerländer sowie nützliche Beziehungen zu Politik und Wirtschaft zur Verfügung.

Klima wird wertvoll

Im Kyoto-Protokoll wurde der Mechanismus für umwelt­verträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) vereinbart. Unternehmen aus Industrieländern investieren in Klimaschutzmaßnahmen in Entwicklungsländern und erhalten dafür sogenannte Emissionsminderungszertifikate. Diese Zertifikate können die Unternehmen entweder einsetzen, um ihre Klimaschutzziele innerhalb des EU-Emissionshandels zu erfüllen, oder sie können die Zertifikate auf dem Kohlenstoffmarkt verkaufen. Mit den Emissionszertifikaten wurde ein neues Gut geschaffen: So rechnet sich Klimaschutz für die Unternehmen.

Auf diese Weise fördern CDM-Projekte nicht nur eine nachhaltige Entwicklung, sondern tragen auch zu Auslandsinvestitionen, Technologietransfer und vor allem zu einer klimafreundlichen Wirtschaft in den Entwicklungsländern bei. Für Privat­unternehmen ist der CDM jedoch nicht nur aus Kostengründen so attraktiv. CDM-Projekte können auch helfen, neue Märkte in Entwicklungs­ländern zu erschließen und neue Unter­nehmens­partner zu gewinnen.

Als großes Hindernis erweist sich jedoch häufig der Mangel an Wissen und Technologien. Sowohl die komplexen technisch-physikalischen Berechnungen als auch die Registrierung von CDM-Projekten sind für viele Länder neu. Hier leisten deutsche Experten für Entwicklungszusammenarbeit und Unternehmen, die auf Umwelttechnologien spezialisiert sind, entscheidende Hilfestellungen.

Landwirtschaft – Beziehungen als Plus

Gerade in den Entwicklungsländern hängt das Überleben eines Großteils der Bevölkerung von der Landwirtschaft ab. Sie ist die wichtigste Quelle für Nahrung, Einkommen und Beschäftigung. Der Klimawandel bedroht die Nahrungsmittelversorgung in vielen Erdteilen bereits heute: Dürren, Hitze und verstärkte Nieder­schläge führen zu Bodenerosion, Vermehrung von Schädlingen und damit zu schlechten Ernten.

Mit der Etablierung von Qualitätsstandards, der Erschließung unfruchtbar gewordener Felder oder durch die Einführung von Wetterversicherungen soll die zukünftige Nahrungsversorgung gesichert werden.

In Ghana unterstützt das BMZ beispielsweise die Anpassungs­fähigkeit in ländlichen Regionen durch die Bereitstellung neuartiger Finanzinstrumente. Um durch Wetterextreme wie Dürren oder Überschwemmungen verursachte Ernteverluste besser bewältigen zu können, werden stark vereinfachte Wetterversicherungssysteme entwickelt, die auch für arme Bauern erschwinglich sind. Nationale sowie internationale (Rück-)Versicherungsgesellschaften arbeiten dabei eng zusammen.

Von Wirtschaftskooperationen profitieren alle: Unternehmen, weil sie neue Absatzmöglichkeiten erschließen, Entwicklungsländer, weil die Unternehmen Beschäftigung schaffen sowie Einkommen sichern und schließlich die ganze Welt, da durch den Einsatz grüner Technologien und nachhaltiger Produktionsweisen aktiver Klimaschutz betrieben wird.

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