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Klimaschutz

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Emissionsminderung – nachhaltig wirtschaften und Klimawandel begrenzen
Bisher ging wirtschaftliches Wachstum zwangsläufig mit dem klimaverändernden Treibhausgasausstoß einher. Diese fatale Entwicklung muss abgebremst werden. Deshalb setzt sich Deutschland dafür ein, dass seine Partnerländer wirtschaftlich wachsen können, zugleich aber den Ausstoß von Treibhausgasen verringern.
Einige Entwicklungsländer erreichten im vergangenen Jahrzehnt beachtliche Wachstumsraten. Dies ermöglichte unter anderem vielen Millionen Menschen in Brasilien, China und Vietnam, aus extremer Armut zu entkommen. Gleichzeitig sind aber auch die Emissionen klimaschädlicher Treibhausgase rasant angestiegen. Hauptursachen sind neue Kraftwerke, in denen fossile Brennstoffe verwendet werden, die Zerstörung tropischer Regenwälder und das hohe Verkehrswachstum. China hat die USA als weltweit größten Emittenten von Kohlendioxid abgelöst.
Mehr als die Hälfte der jährlichen Emissionen stammt inzwischen aus Entwicklungsländern. Die internationale Staatengemeinschaft hatte sich bei der Klimakonferenz 2009 in Kopenhagen das Ziel gesetzt, den globalen Temperaturanstieg auf maximal zwei Grad Celsius zu begrenzen. Um dies zu erreichen, müssten die Industriestaaten ihre Emissionen sofort reduzieren. Die Entwicklungsländer hingegen benötigen zunächst noch Spielraum für ihre wirtschaftliche Entwicklung. Aber auch für sie gilt: Wirtschaftswachstum und Treibhausgasemissionen müssen so schnell wie möglich voneinander entkoppelt werden.
Erneuerbare Energien ausbauen und Energieeffizienz steigern
Der Ausbau der erneuerbaren Energien und die Steigerung der Energieeffizienz bilden zusammen den größten Schwerpunkt der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit. Zurzeit unterstützt das BMZ bilaterale Energievorhaben in mehr als 50 Partnerländern.
Viele Entwicklungsländer haben sehr hohe Potenziale zur Nutzung von Wind, Sonne, Wasser, Biomasse und Erdwärme. Die Nutzung dieser umweltverträglichen Energiequellen befreit auch aus der Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und schafft neue Arbeitsplätze. Vor allem die extrem von Energiearmut betroffene Landbevölkerung profitiert davon. Zum Beispiel geben kleine Solarlampen abends in Hütten ausreichend Licht für die Familien sowie die Hausaufgaben der Schulkinder – und dies ohne teure Stromleitungen oder Brennstoff für Kerosinlampen zu benötigen.
Aber auch im größeren Stil tragen erneuerbare Energien zu einer zuverlässigen Stromversorgung für die Wirtschaft in Entwicklungsländern bei. Das zeigt sich auch darin, dass 2008 und 2009 weltweit erstmals mehr Geld in erneuerbare Energien investiert wurde als in Kraftwerke, in denen fossile Brennstoffe verwendet werden.
Informieren und investieren
Die deutsche Entwicklungspolitik unterstützt diese Zukunftstechnologien mit einem abgestimmten Maßnahmenpaket: Energieversorgungsunternehmen – die in Entwicklungsländern oftmals noch dem Staat gehören – erhalten Beratung, wie kostendeckende und sozialverträgliche Tarife erhoben werden können. Durch die Modernisierung von Stromleitungen werden Verluste im Stromnetz verringert. Gleichzeitig wird der oft rasant anwachsende Stromverbrauch durch den Einsatz sparsamer Technik wie Bewässerungspumpen oder Kühlgeräte gedrosselt. Schließlich müssen Handwerker für die Wartung der neuen Technologien geschult werden.
Durch diese Kombination von Maßnahmen wird sichergestellt, dass neue Wind- oder Solarkraftwerke zu einer sicheren Energieversorgung beitragen. Da in vielen Entwicklungsländern Investitionen jahrelang vernachlässigt wurden, kann die deutsche Unterstützung nicht auf einen Schlag alle Probleme lösen, aber wichtige Reformen anstoßen.
Klimaschutz in alle Lebensbereiche integrieren
Neben dem Schwerpunkt Energie fragen die Partnerländer auch Unterstützung in ganz speziellen Bereichen nach: So entsteht zum Beispiel in ungeordneten Abfalldeponien Methan, das 21mal klimaschädlicher ist als Kohlendioxid. Wenn es abgefangen und durch Verbrennung unschädlich gemacht wird, kann damit sogar Strom erzeugt werden.
Da der Verkehrssektor mit 13 Prozent beträchtlich zur globalen Treibhausgasemission beiträgt, integriert die deutsche Entwicklungspolitik auch die Verbesserung öffentlicher Transportmittel in ihre Klimaschutzstrategien. In alten Kühlgeräten lauern wiederum oft Kühlflüssigkeiten, die die Ozonschicht zerstören oder mehr als 1.000mal so klimaschädlich sind wie Kohlendioxid. Mit groß angelegten Austauschprogrammen werden ungefährliche Ersatzstoffe eingeführt, obendrein sinkt die Stromrechnung der Verbraucher.
Langfristig denken und frühzeitig umsteuern
Neben dem Einsatz einzelner Technologien arbeiten immer mehr Entwicklungsländer an umfassenden Strategien für ein klimaverträgliches Wirtschaftswachstum. Darin sind zum Beispiel langfristige Ziele für den Ausbau der erneuerbaren Energien oder den Waldschutz enthalten. Nur wenn die Strategien anspruchsvoll genug sind, kann das Zwei-Grad-Klimaziel noch eingehalten werden.
Da Deutschland bereits seit Jahren ein Vorreiter in der Klimapolitik ist, stößt die Beratung durch deutsche Experten auch in Schwellen- und Entwicklungsländern auf großes Interesse.
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