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Im Blickpunkt: Brasilien – Schatzkammer der Erde

Thais Juvenal, Direktorin für Klimawandel, Sekretariat für Klimawandel und Umweltqualität, Brasilianisches Umweltministerium. Urheberrecht: Thais Juvenal
"Die deutsch-brasilianische Zusammen­arbeit ist für Brasilien sehr wichtig bei der Bekämpfung des Klimawandels. Durch verschiedene Projekte in Amazonien und in der Mata Atlântica sowie durch die Unterstützung des Amazonienfonds für Wald- und Klima­schutz ist die Bundesregierung stark daran beteiligt, Emissionen aus Entwaldung in Brasilien zu verringern."
Thais Juvenal, Direktorin für Klimawandel, Sekretariat für Klimawandel und Umweltqualität, Brasilianisches Umweltministerium

Jaguar, Tukan und Flussdelfin – das sind nur einige der zahlreichen Tierarten, die im Amazonasgebiet leben. Neben rund 4.700 Vogel-, Säugetier- und Fischarten beherbergt der größte Regenwald der Erde circa 40.000 Pflanzenarten. Vor allem aber ist er für mehr als 320 verschiedene indigene Bevölkerungs­gruppen ein natürliches Zuhause. Mit einer Fläche von knapp 5.200.000 Quadratkilometern macht Amazonien 60 Prozent der Gesamtfläche Brasiliens aus und ist größer als die Europäische Union. Viele Gebiete sind bis heute noch unerforscht.

Biodiversität bedroht

Die unermessliche Artenvielfalt in diesem beeindruckenden Naturerbe ist jedoch seit Langem bedroht: Wälder mussten Weideflächen für Rinder und Anbauflächen für Soja und Mais weichen und sollten der Holzgewinnung dienen. Auch der Berg­bau, die Errichtung von Staudämmen sowie illegale Land­aneignungen führen zu zunehmender Entwaldung.

Die Regenwälder entlang der Mata Atlântica, der Atlantikküste Brasiliens, sind ebenfalls durch Besiedelung, Landwirtschaft und industrielle Zentren stark gefährdet. Bis zum Jahr 2008 waren in Amazonien bereits 18 Prozent, an der Atlantikküste über 90 Prozent der Waldfläche verschwunden.

Grüne Lunge der Erde

Doch nicht nur die Bedrohung der indigenen Bevölkerung und der Biodiversität stellen ein großes Problem dar. Auch für das globale Klima spielt der brasilianische Regenwald eine entscheidende Rolle: Waldbrände und illegale Abholzung führen zu erhöhten Kohlendioxid-Emissionen und tragen somit zur Klimaerwärmung bei. Die Entwaldung Amazoniens ist für knapp 60 Prozent der brasilianischen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Klimaschutz bedeutet für Brasilien daher Tropenwaldschutz.

Deutschland unterstützt Brasiliens Klimaschutzziele

Brasilien hat sich hohe Klimaschutzziele gesetzt: Bis 2020 will Brasilien seine Treibhausgasemissionen um bis zu 39 Prozent gegenüber 2005 senken. Um dieses Ziel zu erreichen, soll unter anderem die Entwaldungsrate in Amazonien um 80 Prozent gesenkt werden. Auch muss Brasilien seinen Verpflichtungen aus dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt (Convention on Biological Diversity, CBD) nachkommen. Um diese ehrgeizigen Ziele zu erreichen, arbeitet das Land eng mit der Bundes­regierung zusammen.

Seit Mitte der 90er-Jahre befasst sich eine Reihe von Projekten der Bundesregierung mit unterschiedlichen Aspekten des Waldschutzes. Insgesamt hat Deutschland bereits mehr als 338 Millionen Euro in den Schutz des brasilianischen Regenwaldes investiert. Während der letzten Jahre haben sich Brasiliens Anstrengungen ausgezahlt: Die Entwaldungsrate wurde bereits erheblich reduziert und Brasilien ist auf gutem Wege sein Ziel zu erreichen.

Indianer- und Naturschutzgebiete: natürliche Barriere gegen Entwaldung

Bisher wurden in Amazonien und in der Mata Atlântica mit Unterstützung der deutschen Entwicklungszusammenarbeit 128 Naturschutzparks mit mehr als 220.000 Quadratkilometern Fläche geschaffen sowie 115 Indianergebiete mit einer Fläche von 44 Millionen Hektar ausgewiesen. Dadurch wird einerseits die Existenzgrundlage der dort lebenden indigenen Völker gesichert und andererseits der Entwaldung effektiv vorgebeugt. Da der Großteil der Waldrodung illegal geschieht, setzt man Funk­stationen und Satellitentechnologie zur besseren Überwachung des unüberschaubaren Waldgebietes ein.

Um den langfristigen Erfolg von Schutzgebieten zu gewährleisten, müssen jedoch auch wirtschaftliche Vorteile für die lokalen Gemeinschaften entstehen. Deshalb wurden gemeinsam in über 500 Kleinprojekten Möglichkeiten zu umweltverträglichem und nachhaltigen Wirtschaften erarbeitet. Im Zuge von öffentlich-privaten Partnerschaften (PPP) wurden erfolgreich neue Ideen vermarktet und Arbeitsplätze für die Bewohner des Regenwaldes geschaffen.

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