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Hintergrund

Im Blickpunkt:
Klimawandel – Konsequenzen für Entwicklungsländer

  • "Eine Erwärmung des Klimasystems ist eindeutig aus Beobachtungen der Anstiege der mittleren globalen Luft- und Meerestemperaturen, dem ausgedehnten Abschmelzen von Schnee und Eis sowie dem Anstieg des mittleren globalen Meeresspiegels ersichtlich."

  • "Beobachtungen von allen Kontinenten und den meisten Ozeanen zeigen, dass zahlreiche natürliche Systeme von regionalen Klimaänderungen – vor allem von Temperatur­erhöhungen – betroffen sind."

  • "Die weltweiten Treibhausgasemissionen sind aufgrund menschlicher Aktivitäten seit der vorindustriellen Zeit angestiegen. Dabei beträgt die Zunahme zwischen 1970 und 2004 70 Prozent."

  • "Es ist sehr wahrscheinlich, dass weder Anpassung noch Emissionsminderung allein alle Auswirkungen des Klimawandels verhindern können; sie können sich aber gegenseitig ergänzen und gemeinsam die Risiken des Klimawandels signifikant verringern."

Diese Aussagen sind dem 4. Sachstandsbericht des Zwischen­staatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) vom September 2008 entnommen. Der IPCC wurde 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (World Meteorological Organization, WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen (United Nations Environment Programme, UNEP) ins Leben gerufen. Er hat den Auftrag, wissenschaftliche Informationen zum Klimawandel zu bewerten, die Folgen des Klimawandels auf Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft abzuschätzen und realistische Strategien zur Reaktion darauf zu entwerfen.

In seinem 4. Sachstandsbericht hat der IPCC erstmals die regionalen Folgen des Klimawandels analysiert. Folgende Prognosen ergeben sich für:

Afrika:

  • Bis zum Jahr 2020 könnten 75 bis 250 Millionen Menschen aufgrund der Klimaänderung unter zunehmender Wasserknappheit leiden.

  • In einigen Ländern könnten sich die Erträge aus der vom Regen abhängigen Landwirtschaft bis 2020 um bis zu 50 Prozent reduzieren.

  • Gegen Ende des 21. Jahrhunderts würde der berechnete Anstieg des Meeresspiegels eine Bedrohung für tief liegende, bevölkerungsreiche Küstengebiete darstellen. Die Kosten für Anpassungsmaßnahmen könnten mindestens 5 bis 10 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) betragen.

  • Eine Reihe von Klimaszenarien ergeben eine Ausdehnung der ariden und semi-ariden Flächen in Afrika um 5 bis 8 Prozent bis 2080.

Asien:

  • In Zentral-, Süd-, Ost- sowie Südostasien wird bis zu den 2050er Jahren vor allem in großen Flusseinzugsgebieten ein Rückgang des verfügbaren Süßwassers vorhergesagt.

  • Das Risiko zunehmender Meeresüberflutungen und – in einigen Megadeltas – für Flussüberflutungen wird erheblich steigen. Am größten ist die Gefahr für Küstengebiete und dicht besiedelte Regionen der großen Flussdeltas in Süd-, Ost- und Südostasien.

  • Der Klimawandel, in Verbindung mit rascher Urbanisierung, Industrialisierung und wirtschaftlicher Entwicklung, wird den Druck auf die natürlichen Ressourcen und die Umwelt erhöhen.

  • Endemische Krankheiten und Todesfälle infolge von – vorrangig in Verbindung mit Überschwemmungen und Dürren auftretenden – Durchfallerkrankungen werden zunehmen.

Lateinamerika:

  • Bei einem Anstieg der Temperatur und einer damit verbundenen Abnahme der Bodenfeuchtigkeit wird im östlichen Amazonien bis zur Mitte des Jahrhunderts eine allmähliche Umwandlung tropischer Wälder in Savannen vorausgesagt. Die semi-aride Vegetation wird tendenziell einer ariden Bodenvegetation weichen.

  • Durch den Klimawandel besteht für viele tropische Gebiete Lateinamerikas das Risiko eines signifikanten Verlusts an biologischer Vielfalt.

Inselstaaten (Karibik/Pazifik):

  • Der Anstieg des Meeresspiegels wird voraussichtlich zu einer Verstärkung von Überschwemmungen, Sturmfluten, Erosion und anderen Küstengefahren führen und dadurch die lebensnotwendige Infrastruktur sowie Siedlungen und Einrichtungen, die den Lebensunterhalt der Insel­bevölkerung absichern, gefährden.

  • Durch die Klimaänderung werden die Wasserressourcen bis zur Mitte des Jahrhunderts auf eine Menge verringert werden, die nicht ausreicht, den Bedarf in Zeiten geringer Regenfälle zu decken.

Der Klimawandel gefährdet künftige Entwicklung und bereits erreichte Entwicklungsfortschritte. Das BMZ unterstützt daher betroffene Partnerländer bei der Entwicklung von nationalen Anpassungs- und Minderungsstrategien sowie beim dem Aufbau ihrer personellen und institutionellen Ressourcen, um den bereits bestehenden und kommenden Auswirkungen des Klimawandels angemessen begegnen zu können.

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