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Klimaschutz

Eine afrikanische Familie versucht bei einer Überflutung mit Hilfe eines Floßes trockenes Gelände zu erreichen. Urheberrecht: Shamsuddin Ahmed/IRIN

Anpassung an den Klimawandel – auf die Folgen reagieren

Der Klimawandel verändert unsere Welt. Unter den Auswirkungen wie Stürmen, Dürren oder Überschwemmungen leiden besonders die Menschen in Entwicklungs- und Schwellenländern. Wissen, Finanzmittel und konkrete Maßnahmen der Bundesregierung unterstützen die Partnerländer der deutschen Entwicklungs­zusammenarbeit dabei, die neuen Herausforderungen zu bewältigen.

Auch wenn die internationale Staatengemeinschaft die Herausforderung des Klimawandels schon in den 1990er Jahren erkannt hat und mit Maßnahmen zur Reduzierung der Kohlen­dioxid-Emissionen dagegensteuert – die Auswirkungen sind bereits in vielen Teilen der Erde spürbar. Zu den unmittelbaren Folgen für den Menschen zählen Ertragsrückgänge in der Landwirtschaft, die Gefährdung der Wasser- und Energie­versorgung, Überschwemmungen sowie das Ausbreiten von Epidemien.

Der Klimawandel spielt eine entscheidende Rolle bei der weltweiten Zunahme von Armut und der Verschärfung sozialer Spannungen. Durch ihre geringere Anpassungsfähigkeit sind Entwicklungsländer besonders davon betroffen. Um sich auf Dürren, Überschwemmungen und Stürme vorbereiten zu können, sind technische und finanzielle Gestaltungsmöglichkeiten daher von großer Bedeutung.

Nationale Anpassungsstrategien entwickeln

Das BMZ integriert den Klimawandel als Querschnittsthema in seine bilaterale Zusammenarbeit mit Entwicklungs- und Schwellenländern. Vorrangiges Ziel deutscher Klimapolitik ist es dabei, die Partnerländer für den Klimawandel zu sensibilisieren und sie beim Anpassungsprozess zu unterstützen.

Um selbst die nötigen Schritte in Richtung Anpassung an eine sich ändernde Umwelt veranlassen zu können, müssen die nationalen Entscheidungsträger, zum Beispiel durch verbesserte Klima­modelle, bestmöglich informiert sein. Mithilfe von Risiko­bewertungen und Kosten-Nutzen-Analysen identifizieren die Partner Anpassungsmaßnahmen insbesondere in den Bereichen Wasser- und Ressourcenmanagement, ländliche Entwicklung, Katastrophenvorsorge und Ernährungssicherung.

Erfolg versprechende und machbare Maßnahmen werden in die Haushaltsplanungen der Partnerländer aufgenommen. Die Vorhaben können – sofern möglich – durch eigene Mittel oder durch Unterstützung internationaler Geber finanziert werden. Dabei geht es um "harte" Anpassungsmaßnahmen wie Deichbau oder die Einrichtung von Hochwasser-Frühwarnsystemen, aber vor allem um den Aufbau von personellen und administrativen Kapazitäten.

Ernährung sichern

Den Bereichen Landwirtschaft und Wasser kommt dabei eine Schlüsselfunktion zu: Der Klimawandel erschwert die Aufgabe, die wachsende Weltbevölkerung mit ausreichend Nahrung zu versorgen – auch verändert er die Verfügbarkeit von Wasser. Einerseits liegt die Herausforderung nun darin, dass sich die Gegebenheiten durch den Klimawandel wesentlich schneller ändern. Andererseits führt das erwartete Bevölkerungswachstum auf rund neun Milliarden Menschen bis zum Jahr 2050 zu einem höheren Bedarf an Nahrungsmitteln.

In Kooperation mit den Partnern unterstützt das BMZ daher in Form von länder- und regionalspezifischen Einzelmaßnahmen die Anpassung an den Klimawandel in Entwicklungsländern. Dazu gehören die Erarbeitung neuer Anbaustrategien für Agrar­produkte und die Erprobung stressresistenter Pflanzensorten genauso wie die Einrichtung von Nationalparks zum Erhalt der biologischen Vielfalt oder die Erprobung von Wetterversiche­rungen in Agrargebieten, die von Naturkatastrophen heimgesucht werden.

Kompetenzen für Klimaverhandlungen stärken

Auch auf internationaler Ebene setzt sich die Bundesregierung gemeinsam mit anderen Gebernationen dafür ein, dass die besonders betroffenen Entwicklungsländer ihre Interessen vertreten können. Denn eine erfolgreiche Teilnahme an den UN-Klimaverhandlungen kann nur durch kompetentes Auftreten qualifizierter Expertinnen und Experten aus den einzelnen Ländern gewährleistet werden. Partnerländer werden in Workshops fachlich unterstützt, um eigene Positionen für die Klimaverhandlungen entwickeln und für diese wirkungsvoll eintreten zu können.

Umfangreich finanzieren

Die Staaten, die weltweit am meisten unter den Folgen des Klimawandels leiden, tragen zum globalen Treibhausgasausstoß nur einen kleinen Anteil bei. Im Zuge der internationalen Klima­verhandlungen wurde deshalb beispielweise ein Anpassungs­fonds gegründet, in den zwei Prozent der Verkaufs­erlöse aus dem Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung (Clean Development Mechanism, CDM) fließen.

Bis 2013 können so nach UN-Schätzungen bis zu 350 Millionen US-Dollar für Anpassungsvorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern aufgebracht werden. Die Weltbank legte jedoch Berechnungen vor, nach denen die Entwicklungsländer ab 2030 jährlich etwa 80 Milliarden US-Dollar für Anpassungs­maßnahmen benötigen. Daher unterstützt Deutschland als einer der größten Geber weltweit über bi- und multilaterale Finanzierungs­instrumente die notwendigen Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel Damit steht Deutschland zu seiner internationalen Verantwortung.

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