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Anpassung

Beispiel Indien: Zurück zu Altbewährtem

"Früher hatten wir alle 20 Jahre Naturkatastrophen, mittlerweile schon alle sieben Jahre. Ich habe Angst, dass es noch häufiger zu heftigen Stürmen kommt und diese immer schlimmer werden."
Radha Krishna Mondal (59), Kleinbauer aus den Sunderbans

In Indien wird viel Regenfeldbau betrieben. Die Bauern sind daher stark vom Monsun abhängig, der 80 Prozent des jährlichen Niederschlags bringt. Klimaveränderungen bedeuten für den Subkontinent vor allem Veränderungen im Ablauf des Monsuns und eine Erhöhung der Temperatur – mit drastischen Folgen für die indische Landwirtschaft: Während heftige Regenfälle im südlichen Teil des Landes zu Überschwemmungen führen, sind riesige Gebiete im Nordwesten von Dürren betroffen.

Regierungsprogramme klimafest machen

Die indische Regierung führt bereits große Investitionsprogramme in ländlichen Regionen durch. Diese wurden jedoch auf Basis der früheren klimatischen Gegebenheiten entworfen. Da diese sich durch die Erderwärmung ändern, besteht ein wesentliches Element des deutschen Vorhabens "Anpassung an den Klima­wandel in ländlichen Gebieten Indiens" (CCA RAI) aus einem systematischen "Klimacheck": Alle Projekte müssen geprüft werden, ob sie durch den Klimawandel gefährdet sein könnten.

Das Vorhaben läuft in den Bundesstaaten Madhya Pradesh, Rajasthan, Tamil Nadu und West-Bengalen und wird von Deutschland mit 6 Millionen Euro unterstützt. Ein weiteres Anpassungsprogramm im Nordosten Indiens ist mit einem Umfang von 81 Millionen Euro geplant.

Traditionen wiederbeleben

Da es in Indien noch wenig Erfahrung im Umgang mit Klimarisiken gibt, konzentriert sich die deutsche Zusammenarbeit auf Pilotprojekte zu Anpassung in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft sowie Küstenschutz. Auf landwirtschaftlichen Nutzflächen, die von Überschwemmungen bedroht sind, müssen zum Beispiel salztolerante Reispflanzen erprobt werden. Dabei kommen vornehmlich traditionelle Arten zum Einsatz, da diese viel stressresistenter sind als neue Sorten.

Auch im Bereich Wassermanagement belebt man traditionelle Verfahren wieder, da der Regen immer unberechenbarer wird. In Tamil Nadu stellt man kleine Wasserreservoirs mit Dämmen aus lokalen Materialien her. Bei Regenfall stauen diese das Wasser, welches für Felder, Vieh und sogar als Trinkwasser verwendet wird. Gleichzeitig sickert es nach und nach ins Grundwasser und stockt so die sinkenden Reservoirs auf.

Vegetation stabilisieren

In Indiens Wüstenzonen wird es immer trockener. Immer mehr Sand wird auf die Felder geweht und macht diese zunehmend unfruchtbar. Neu angepflanzte, an Trockenheit angepasste Bäume sollen nun die Vegetation stabilisieren. An der Küste hingegen forstet man salzresistente Mangrovenwälder wieder auf, um die Auswirkungen der heftigen Stürme auf die Bevölkerung abzuschwächen.

Finanzierungsmöglichkeiten erproben

Auch alle finanziellen Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit der Privatwirtschaft werden analysiert, um die arme Bevölkerung bestmöglich bei der Anpassung zu unterstützen. Mikrokredite ermöglichen es zum Beispiel den Ärmsten der Armen, anderes Saatgut zu kaufen, welches widerstandsfähiger gegenüber den extremeren Wetterbedingungen ist.

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