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Korruption

Hintergrund:
Korruption hemmt Entwicklung

"Korruption ist der Missbrauch von anvertrauter Macht zum privaten Nutzen oder Vorteil."
Allgemeine Definition von Korruption, Transparency International

Laut Global Corruption Report 2009 von Transparency Inter­national zahlen Unternehmen allein in Entwicklungs- und Transformationsländern bis zu 40 Milliarden US-Dollar jährlich an Politiker und Regierungsbeamte. In einer Umfrage von "Control Risks and Simmons & Simmons" aus dem Jahr 2007 gibt die Hälfte der befragten Manager multinationaler Unternehmen an, dass sich die Kosten der Unternehmen durch Zahlung von Bestechungs­geldern um wenigstens zehn Prozent erhöhen. Die Weltbank schätzt die jährlichen Schäden durch Korruption weltweit auf ein bis vier Billionen US-Dollar oder zwölf Prozent der weltweiten Bruttowirtschaftsleistung.

Folgen

Korruption hat verheerende Folgen für die Gesellschaft, sowohl auf wirtschaftlicher als auch auf politischer und sozialer Ebene. Durch Korruption werden öffentliche Ressourcen verschwendet, statt mit ihnen nachhaltige Entwicklung im Interesse aller Bevölkerungsgruppen zu fördern.

Korruption hemmt die Entwicklung des Privatsektors und schreckt Investoren ab, denn sie führt zu Rechtsunsicherheit, verzerrten Wettbewerbsbedingungen und erhöhten Kosten. Korruption in Reformprozessen erschwert oder verhindert im schlimmsten Fall das Erreichen der Reformziele. Korruption gefährdet auch die Entwicklung demokratischer Strukturen und stellt letztlich die staatliche Legitimität in Frage. Politische Institutionen werden verwundbar, die öffentliche Verwaltung arbeitet weniger effizient.

Die Auswirkungen bekommen vor allem Arme, Frauen und Kinder zu spüren – ihr Zugang zu öffentlichen Dienstleistungen, Bildungseinrichtungen und zur Gesundheitsversorgung wird durch Korruption noch zusätzlich erschwert.

Ursachen

Korruption ist weltweit verbreitet – in reichen wie in armen Ländern. Sie wird jedoch durch einen Mangel an Kontroll­mechanismen, fehlende Transparenz staatlichen Handelns und fehlende Rechenschaftspflicht begünstigt. Hinzu kommen länderspezifische Faktoren. Bereiche wie Infrastruktur, öffentliches und privates Beschaffungswesen, oder Bau- und Gesundheitswesen sind häufig von Korruption betroffen. Die Erscheinungsformen von Korruption sind vielfältig. Dazu gehören unter anderem Bestechung, Unterschlagung, Veruntreuung, Ämterpatronage und Vetternwirtschaft.

Verbreitung

Seit 1995 veröffentlicht die Nichtregierungsorganisation Transparency International einen Korruptions­wahrnehmungs­index (Corruption Perception Index, CPI). Anhand von Experteneinschätzungen und Meinungs­umfragen listet er jedes Jahr rund 180 Länder nach dem Grad der bei Amtsträgern und Politikern wahrgenommenen Korruption auf. Im Jahr 2008 wurden 180 Staaten berücksichtigt. Die Einstufung erfolgt dabei nach einer Skala von 0 (sehr korrupt) bis 10 (sehr sauber). Transparency International berücksichtigt dabei nur Länder, für die mindestens drei verschiedene Quellen vorliegen. An der Spitze der Skala stehen Dänemark, Neuseeland und Schweden mit 9,3 Punkten. Deutschland belegt mit 7,9 Punkten gemeinsam mit Norwegen den 14. Platz. Am Ende werden Somalia mit 1,0 Punkten sowie Irak und Myanmar mit 1,3 Punkten und Haiti mit 1,4 Punkten geführt. Mehr als zwei Drittel aller 180 Staaten, die der CPI 2008 auflistet, kommen auf weniger als fünf Punkte, beinahe die Hälfte erreichen weniger als drei Punkte, was auf weit verbreitete Korruption hindeutet. Besonders schwer greift Korruption in armen Ländern und so genannten "Failed States" wie Haiti und Irak um sich.

Glossar des BMZ
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