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Gute Regierungsführung
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Internationale Vereinbarungen zur Förderung von Good Governance
Die internationale Gemeinschaft hat sich in verschiedenen Vereinbarungen und Beschlüssen zu der herausragenden Bedeutung von Good Governance als Schlüsselfaktor für die weltweite Bekämpfung der Armut bekannt.
So wird in der Millenniumserklärung der Vereinten Nationen (2000) im Kapitel über "Menschenrechte, Demokratie und gute Lenkung" die zentrale Bedeutung von Governance, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit für die Verwirklichung der Millenniumsentwicklungsziele hervorgehoben. Dies wurde auch auf dem Überprüfungsgipfel zu den Millenniumsentwicklungszielen im Herbst des Jahres 2010 erneut bestätigt.
Ebenso verpflichtete sich die internationale Gemeinschaft in der Erklärung von Paris (2005) und der Accra Agenda for Action (2008) Good-Governance-Strukturen und -Institutionen in den Partnerländern verstärkt zu fördern.
Die Bedeutung der verantwortungsvollen Ausübung staatlicher Macht wurde aber auch schon früher betont. Zum Beispiel in den Menschenrechtspakten der Vereinten Nationen von 1966 und in der Europäischen Menschenrechtskonvention von 1950.
Der Entwicklungsausschuss der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD/DAC) hat 2001 ein Governance-Netzwerk (GOVNET) gegründet. Es hat die Aufgabe, die Wirksamkeit der Entwicklungszusammenarbeit im Governance-Bereich zu fördern und die Kapazitätsentwicklung in Entwicklungsländern zu stärken. Das Netzwerk trägt kontinuierlich zu wichtigen Grundsatzentscheidungen und der internationalen Anerkennung des Themas bei.
Europa
Die Europäische Union beruht nach Artikel 6 Absatz 1 des Vertrages zur Gründung der Europäischen Union auf den Grundsätzen "der Freiheit, der Demokratie, der Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten sowie der Rechtsstaatlichkeit". Diese Good-Governance-Prinzipien sind Voraussetzung für eine Mitgliedschaft in der Europäischen Union. Darüber hinaus ist die Förderung von Good Governance auch ein wichtiges Ziel ihrer Außenbeziehungen und Bestandteil sämtlicher Assoziationsabkommen. Auch im "Europäischen Konsens über die Entwicklungspolitik" (2005) bekennt sich die Gemeinschaft zur Förderung von Good Governance als zentralem Element nachhaltiger Entwicklung.
Der Europäische Rat hat die Relevanz von Good Governance und Demokratie wiederholt bekräftigt, so zum Beispiel im Mai 2009 durch die "Schlussfolgerungen des Rates zur Unterstützung der demokratischen Staatsführung – Für einen verbesserten EU-Rahmen" und im November 2009 durch die "Schlussfolgerungen des Rates zur Unterstützung der Demokratie in den Außenbeziehungen der EU – Auf dem Weg zu mehr Kohärenz und Effizienz".
Gemeinsam mit der Afrikanischen Union hat die EU 2007 im Rahmen einer Initiative der deutschen Ratspräsidentschaft eine Afrika-EU-Partnerschaft gegründet, die eine breite Themenvielfalt behandelt. In der Arbeitsgruppe "Demokratische Regierungsführung und Menschenrechte" spielt Deutschland eine aktive Rolle.
Afrika
Auch die Afrikanische Union (AU) hat den Anspruch, zur guten Regierungsführung in ihren Mitgliedsstaaten beizutragen: Im Gründungsprogramm der AU von 2002 erklären die unterzeichnenden Staaten die Förderung von Good Governance zu einem wichtigen Ziel. Die 2004 verabschiedete "Charter on Democracy, Elections and Governance" zielt darauf ab, die Bereiche Demokratie, Wahlen und gute Regierungsführung auf dem Gebiet der AU zu verbessern.
Beim AU-Gipfel 2001 in Sambia wurde die Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) als gesamtafrikanisches Programm ins Leben gerufen. Ziel der Initiative sind mittel- und langfristige Maßnahmen in Politik und Wirtschaft, die Afrikas Entwicklung voranbringen. Zu den angestrebten Reformen gehört die Förderung von Konfliktprävention und guter Regierungsführung, von wirtschaftlicher Stabilität und rechtsstaatlichen Rahmenbedingungen. Kernstück von NEPAD ist der African Peer Review Mechanism (APRM), ein Prozess der gegenseitigen Beurteilung der Governance-Situation. Im Rahmen dieses freiwilligen und transparenten Prozesses führen die afrikanischen Staaten untereinander einen offiziellen Dialog über verantwortliches Regierungshandeln und gute Wirtschafts- und Finanzpolitik. An ihm nehmen mittlerweile 29 Mitglieder der Afrikanischen Union teil (Stand: November 2010).
Das Panafrikanische Parlament versucht, seinen Aufgaben entsprechend, den Governance-Prozess in Afrika zu stärken. Das im März 2004 gegründete Parlament ist ein Organ der Afrikanischen Union und bietet eine Plattform für die Förderung von Good Governance, öffentlichen Entscheidungsfindungen, Gewaltenteilung und Demokratie in den Mitgliedsstaaten.
Außerdem wurde auf Ebene der afrikanischen Regionalorganisationen von der Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (Southern African Development Community, SADC) ein parlamentarisches Forum eingerichtet. Es besteht aus Parlamentariern der Mitgliedsstaaten. Im Aufgabenbereich des Forums liegen sowohl die Förderung der Mehrparteiendemokratie und Good-Governance-Prinzipien als auch die Wahlbeobachtung in Mitgliedsstaaten.
Lateinamerika
Das Lateinamerikanische Parlament "Parlatino" existiert seit 1964 und setzt sich aus Vertretern von 22 Ländern zusammen. Die Stärkung internationaler Zusammenarbeit, die Durchsetzung internationalen Rechts und die Sicherung der demokratischen Grundordnung gehören zum Aufgabenbereich des "Parlatino". Die Interamerikanische Entwicklungsbank hat ihre Aktivitäten im Governance-Bereich, ebenso wie andere regionale Entwicklungsbanken, in den letzten Jahren verstärkt.
Arabischer Raum
Im arabischen Raum haben sich auf Anregung der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) 18 Länder zur Initiative "Good Governance for Development (GfD) in Arab States" zusammengeschlossen. Sie wird maßgeblich unterstützt vom Governance-Programm des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) für die arabische Welt. Ziel ist die Modernisierung der Regierungsführung im Mittleren Osten und Nordafrika. Der wirtschaftliche Ansatz sieht die Sensibilisierung und Fortbildung von Staatsangestellten und die Zusammenarbeit mit verschiedenen Ministerien vor.
Informationen

Siehe auch
- Thema: Menschenrechte
- Die Millenniumsziele – Herausforderungen für die Zukunft
- Der OECD-Entwicklungsausschuss (DAC)
Externe Links
- Millenniumserklärung der Vereinten Nationen
(PDF 75 KB) - Afrikanische Union (englisch)
- Neue Partnerschaft für Afrikas Entwicklung (NEPAD) (englisch)
- African Peer Review Mechanism (englisch)
- Panafrikanisches Parlament (englisch)
- Entwicklungsgemeinschaft des südlichen Afrikas (SADC) (englisch)
- Lateinamerikanisches Parlament Parlatino (spanisch)
- Initiative Good Governance für Entwicklung in den arabischen Ländern (englisch)






