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Gute Regierungsführung

Hintergrund: Gute Regierungs­führung – Rahmen­bedingung für Entwicklung

Kofi Annan. Urheberrecht: BMZ / Paul Hahn
Gute Regierungs­führung und nach­haltige Entwicklung lassen sich nicht trennen. Das ist die Lehre aus all un­seren Bemühungen und Erfahrungen von Afrika über Asien bis Latein­amerika.
Kofi Annan, ehemaliger UN-Generalsekretär, 2005

Ende der 1980er Jahre setzte sich weltweit die Erkenntnis durch, dass Fortschritt nicht nur eine Frage wirtschaftlicher Erfolge ist, sondern dass auch "schwache" Regierungen, willkürliche Rechts- und Justizsysteme, schlecht funktionierende Verwaltungen und Kor­rup­tion Entwicklung behindern. Die Weltbank stellte 1989 ins­be­sondere in Afrika eine sogenannte "Governance-Krise" fest. Positiv verwendet wurde der Begriff als "Good Governance" zu einem Syno­nym für ent­wick­lungs­fördernde Rahmenbedingungen.

Good Governance wird häufig mit "gute Regierungsführung", "gute Staatsführung" oder auch "verantwortungsvolle Regierungs­führung" übersetzt. Ein umfassendes Ver­ständnis von Good Governance geht jedoch über das Handeln von Regierungen hinaus und bezieht das Ver­hält­nis zu staat­lichen und nicht­staat­lichen Akteuren mit ein: Der Begriff "Governance" umfasst die Art und Weise, wie in einem Staat Ent­schei­dungen ge­trof­fen, politische Inhalte formu­liert und um­ge­setzt werden. Good Governance ist transparent und effektiv. Sie legt Rechenschaft ab. Sie betei­ligt die gesamte Bevölkerung und berück­sichtigt die Meinung von Minder­heiten und die Bedürf­nisse von Schwachen. Alle Bürger­innen und Bürger werden mit den not­wen­di­gen öffent­lichen Gütern und sozialen Dienst­leistungen versorgt. Good Governance orientiert sich bei allen Ent­schei­dungen an den Prinzipien der Nachhaltigkeit.

Seit Mitte der 1990er Jahre ist Good Governance ein Schlüssel­begriff in entwicklungs­politischen Strategien. Die Förderung von Good Gover­nance bedeutet, in den Partner­ländern der Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit die politischen Rahmen­bedin­gungen für eine erfolg­reiche soziale, ökologische und markt­wirt­schaft­liche Ent­wick­lung zu schaffen. Als umfassendes Konzept beinhaltet Good Governance eine armutsorientierte und nach­haltige Politik­gestaltung, Demokratie und Rechts­staat­lichkeit, Leistungs­fähigkeit und Trans­parenz des Staates, die Achtung, den Schutz und die Gewähr­leistung der Menschen­rechte sowie kooperatives Verhalten in der Staatengemeinschaft.

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