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Hintergrund

Niedriges Governance-Niveau und schlechte Regierungsführung

Länder, in denen schon ein gewisses Maß an Staat­lich­keit und Ent­wick­lungs­orien­tierung vor­handen ist, werden durch die deutsche Ent­wick­lungs­politik in ihren Re­form­vor­haben unter­stützt. Part­ner­länder mit einer un­zu­rei­chend ent­wickel­ten Staat­lichkeit oder mangelnder Ent­wick­lungs­orien­tierung und auto­ri­tären poli­tischen Struk­turen stellen hin­gegen eine be­son­dere Heraus­forderung dar. Das oberste Ziel der Ent­wick­lungs­zusammen­arbeit ist in diesem Zusammen­hang die Unter­stützung von konstruk­tiveren Staats-Gesellschafts-Beziehungen und die Ver­bes­serung staat­licher Widerstandsfähigkeit.

Ein niedriges Gover­nance-Niveau liegt dann vor, wenn staat­liche Insti­tu­tionen schwach sind, eine Regierung mini­male soziale Dienst­leistungen nicht er­bringen kann oder die Beziehungen zwischen Regie­ren­den und Reg­ier­ten nicht konstruk­tiv sind. Von schlechter Regierungs­führung und mangelnder Ent­wick­lungs­orien­tierung geht man dann aus, wenn Staaten durch auto­ri­täre Struk­turen geprägt sind und Regie­rungen sich in ihrer Politik nicht aus­rei­chend durch Prin­zi­pien der all­ge­mein­wohl­orien­tierten Ent­wick­lung leiten lassen. Sie sind weder re­form­orien­tiert noch dia­log­bereit und riskieren den Zerfall des Staates.

Insbesondere arme und benachteiligte Bevölkerungs­gruppen spüren die Folgen sowohl schwacher und ineffi­zienter staat­licher Insti­tu­tionen als auch schlechter Re­gie­rungs­führung und man­geln­der Ent­wick­lungs­orien­tierung. In diesen Ländern sind um­fas­sen­de poli­tische Ver­än­de­rungen und Re­form­prozesse not­wendig, damit die Millenniumsentwicklungsziele erreicht werden können.

Das BMZ-Konzept "Entwicklungs­orientierte Trans­formation bei fra­giler Staat­lich­keit und schlechter Regie­rungs­führung" schlägt ver­schie­dene Stra­te­gien der Staats­ent­wick­lung vor, um mit schlechter Re­gie­rungs­füh­rung und niedrigem Governance-Niveau an­ge­mes­sen um­zu­gehen oder einer Ent­wick­lung in diese Richtung vor­zu­beugen. Der An­satz der Staats­ent­wicklung nimmt sich zum Ziel, einen Beitrag zu einer bes­seren Be­ziehung zwischen Re­gie­ren­den und Re­gier­ten zu leisten. Da sich die Zustände von Land zu Land unter­scheiden, muss für jede Aus­gangs­situation ein darauf aus­ge­rich­te­ter An­satz ver­folgt werden. Governance-Niveau und Entwicklungsorientierung der Re­gie­rungs­füh­rung bil­den die ent­schei­den­den Kri­te­rien für die Art und Weise der ent­wick­lungs­poli­tischen Zu­sam­men­arbeit mit einem Land.

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