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Reproduktive Gesundheit und Bevölkerungsdynamik

Eine hochschwangere junge Frau bei einer Routineuntersuchung in Monrovia, Liberia. Urheberrecht: Tiggy Ridley/IRIN

Der deutsche Beitrag zur Förderung
der sexuellen und reproduktiven Gesundheit

Zwar ist die prozentuale Wachstumsrate der Weltbevölkerung nicht mehr so hoch, wie noch in den 1970er- und 1980er-Jahren, dennoch steigt die Zahl der Menschen weltweit jährlich um deut­lich mehr als 80 Millionen. Besonders die Bevölkerungszahlen in Afrika und Asien werden in den kommenden Jahrzehnten weiter­hin stark anwachsen.

Die Zunahme der Weltbevölkerung ist eine enorme Heraus­for­de­rung für die nach­hal­tige Ent­wick­lung – national und global. Über ihre Bedeutung als Menschen­recht hinaus ist sexuelle und repro­duk­tive Gesund­heit darum auch eine wich­tige Voraus­setzung für nach­hal­tige Bevöl­ke­rungs­politik.

Die entwicklungspolitischen Maßnahmen in diesem Bereich um­fas­sen ein brei­tes Spektrum. Sexual­auf­klä­rung und HIV-Prä­ven­tion sowie Familien­planung und die Ver­sor­gung bei Schwanger­schaft und Geburt gehören ebenso dazu wie die Vor­beu­gung und Behandlung sexuell über­trag­barer Krank­heiten, die Prävention geschlechts­spe­zi­fischer Gewalt und Maß­nahmen zur Über­win­dung von weib­lich­er Genital­ver­stüm­me­lung. Über­ge­ord­netes Leit­prin­zip aller Maßnahmen ist die Orientierung an den Menschenrechten.

Seit der Konferenz zu Bevölkerung und Entwicklung im Jahr 1994 in Kairo hat Deutschland insgesamt mehr als eine Milliarde Euro für die Verbesserung der re­pro­duk­tiven Ge­sund­heit in Ent­wick­lungs­län­dern zur Ver­fügung ge­stellt. Der über­wie­gende Teil der För­de­rung er­folgte über die bi­la­te­rale Zu­sam­men­arbeit. So wer­den weltweit in etwa 50 deutschen Vorhaben be­völ­ke­rungs­re­le­vante Maß­nah­men und Gesund­heits­dienste für sexuelle und reproduktive Gesundheit gefördert.

Auf dem G8-Gipfel 2010 in Muskoka hat Deutschland zusätzliche Mittel von 400 Millionen Euro für Mutter- und Kindgesundheit zu­gesagt. Derzeit plant Deutschland eine Initiative "Selbst­be­stimm­te Familien­planung" mit Fokus auf Sexual­auf­klä­rung und Zu­sam­men­ar­beit mit ver­schie­denen Akteuren.

Eine weitere Handlungsebene der deutschen Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit in diesem Bereich ist die multi­laterale Zu­sam­men­arbeit. Wichtige Partner der Bundes­republik sind zum Beispiel der Welt­be­völ­ke­rungs­fonds der Ver­einten Nationen (UNFPA), die Inter­na­tio­nale Fö­de­ra­tion für ge­plante Eltern­schaft (Inter­natio­nal Planned Parent­hood Federation, IPPF) sowie die Welt­gesund­heits­organisation (WHO).

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