Hauptinhalt

Menschenrecht Gesundheit

Die Gesundheit von Müttern verbessern


Eine Mutter mit ihrem Neugeborenen in einem Mutter-Kind-Heim in Burundi. Urheberrecht: Philipp Ziser

In Entwicklungsländern sterben täglich etwa 1.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, weil es für sie keine ausreichende medizinische Betreuung gibt. In manchen Ländern stirbt bei jeder 100. Geburt die Mutter.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt dieses Sterben der Mütter eine "unsichtbare Epidemie". Sie müsste sich nicht ereignen, die meisten der Todesfälle wären vermeidbar, auch in Entwicklungsländern.

Hauptursache dafür, dass Schwangerschaften in vielen Ländern eine Gefahr für das Leben von Frauen bedeuten, ist der Mangel an Auf­klärung und an medizinischer Betreuung für Schwangere. Mehr als die Hälfte aller Frauen entbinden ohne die Hilfe einer Hebamme oder einer Ärztin oder eines Arztes. Viele haben kaum Möglichkeiten, über Sexualität und Familienplanung mitzuentscheiden.

Neben der fachlichen Betreuung während Schwangerschaft und Geburt spielt die Verhütung ungewollter Schwangerschaften und die Reduzierung unsicherer Schwangerschaftsabbrüche eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Müttersterblichkeit. Schwanger­schafts­ab­brüche verursachen schätzungsweise 13 Prozent der Todesfälle. Schwangerschaften, die als Folge sexueller Gewalt zum Beispiel in Kriegen und gewaltsamen Konflikten entstehen, sind für Frauen besonders dramatisch.

Das deutsche Engagement

Eine Mutter warte mit ihrem Kind in einem Krankenhaus in Kabul auf eine medizinische Behandlung. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINDie Bundesrepublik fördert im Rahmen der internationalen Ent­wick­lungs­zusammenarbeit den Be­völ­ke­rungs­fonds der Vereinten Nationen (UNFPA) durch freiwillige Beiträge zum Budget und durch Mittel für spezielle Pro­gramme der repro­duk­tiven Gesund­heit. Außerdem unter­stützt die Bun­des­re­gie­rung den inter­na­tio­nalen Dach­verband der Nicht­regierungs­orga­ni­sationen im Bereich Familien­planung (Inter­na­tio­nal Planned Parenthood Federation, IPPF).

Die deutsche Ent­wick­lungs­zu­sam­men­arbeit fördert im Bereich der sexuellen und repro­duk­tiven Gesund­heit welt­weit mehr als 50 Vorhaben mit ent­sprech­en­den Aktivitäten und Maßnahmen.

Beim G8-Gipfel im Jahr 2010 hat Deutschland zugesagt, die so­ge­nannte Muskoka-Initiative zur Verbesserung der Mutter-Kind-Ge­sund­heit zu unterstützen und wird bis 2015 zusätzlich 400 Millionen Euro für Maßnahmen in diesem Bereich bereitstellen.

Die folgenden Beispiele verdeutlichen das Spektrum des deutschen Engagements:

Kamerun

Deutschland unterstützt das Gesundheitsministerium Kameruns bei der Umsetzung seiner Gesundheitsstrategie. Die Ein­be­ziehung der Zivilgesellschaft und die Stärkung von Selbst­hilfe­gruppen sind wichtige Pfeiler bei der Sexual­aufklärung von Jugendlichen in Kamerun. Junge Mütter (sogenannte Tantchen, Tantines) spielen hier eine besondere Rolle. Ziel ist es, durch Aufklärung von jungen Mädchen und Schülerinnen die Zahl der Früh­schwanger­schaften zu reduzieren, da diese ein erhöhtes Sterb­lich­keits­risiko für die Mütter und auch für die Kinder darstellen. Die "Tantchen" haben sich mittlerweile in einem Verein zusammen­geschlossen und sowohl an Ansehen als auch an Selbstvertrauen gewonnen.

Kenia

Eine hochschwangere junge Frau bei einer Routineuntersuchung in Monrovia, Liberia. Urheberrecht: Tiggy Ridley/IRINViele Arme haben in Kenia keinen Zugang zu adä­qua­ten Gesund­heits­dienst­leis­tun­gen. Darum wer­den die meis­ten Kin­der zu Hause geboren und nur 42 Prozent aller Geburten werden von Fach­personal betreut. Durch gezielte Maßnahmen – wie zum Beispiel die Einführung von sub­ven­tio­nier­ten Gesund­heits­gut­scheinen – wird erreicht, dass Frauen aus armen Bevölkerungs­schichten leichteren Zugang zu qualitativ hoch­wertigen Gesund­heits­dienst­leistungen von privaten und öffentlichen Anbietern erhalten. Inzwischen haben in Kenia fast 60.000 besonders bedürftige Frauen durch das Gut­schein­system ihre Kinder unter fachlicher Betreuung sicher zur Welt gebracht.

Service-Links

Lexikon der Entwicklungspolitik

Fenster schließen