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Menschenrecht Gesundheit
Die Gesundheit von Müttern verbessern
In Entwicklungsländern sterben täglich etwa 1.000 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft und Geburt, weil es für sie keine ausreichende medizinische Betreuung gibt. In manchen Ländern stirbt bei jeder 100. Geburt die Mutter.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) nennt dieses Sterben der Mütter eine "unsichtbare Epidemie". Sie müsste sich nicht ereignen, die meisten der Todesfälle wären vermeidbar, auch in Entwicklungsländern.
Hauptursache dafür, dass Schwangerschaften in vielen Ländern eine Gefahr für das Leben von Frauen bedeuten, ist der Mangel an Aufklärung und an medizinischer Betreuung für Schwangere. Mehr als die Hälfte aller Frauen entbinden ohne die Hilfe einer Hebamme oder einer Ärztin oder eines Arztes. Viele haben kaum Möglichkeiten, über Sexualität und Familienplanung mitzuentscheiden.
Neben der fachlichen Betreuung während Schwangerschaft und Geburt spielt die Verhütung ungewollter Schwangerschaften und die Reduzierung unsicherer Schwangerschaftsabbrüche eine wichtige Rolle bei der Verringerung der Müttersterblichkeit. Schwangerschaftsabbrüche verursachen schätzungsweise 13 Prozent der Todesfälle. Schwangerschaften, die als Folge sexueller Gewalt zum Beispiel in Kriegen und gewaltsamen Konflikten entstehen, sind für Frauen besonders dramatisch.
Das deutsche Engagement
Die Bundesrepublik fördert im Rahmen der internationalen Entwicklungszusammenarbeit den Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) durch freiwillige Beiträge zum Budget und durch Mittel für spezielle Programme der reproduktiven Gesundheit. Außerdem unterstützt die Bundesregierung den internationalen Dachverband der Nichtregierungsorganisationen im Bereich Familienplanung (International Planned Parenthood Federation, IPPF).
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert im Bereich der sexuellen und reproduktiven Gesundheit weltweit mehr als 50 Vorhaben mit entsprechenden Aktivitäten und Maßnahmen.
Beim G8-Gipfel im Jahr 2010 hat Deutschland zugesagt, die sogenannte Muskoka-Initiative zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit zu unterstützen und wird bis 2015 zusätzlich 400 Millionen Euro für Maßnahmen in diesem Bereich bereitstellen.
Die folgenden Beispiele verdeutlichen das Spektrum des deutschen Engagements:
Kamerun
Deutschland unterstützt das Gesundheitsministerium Kameruns bei der Umsetzung seiner Gesundheitsstrategie. Die Einbeziehung der Zivilgesellschaft und die Stärkung von Selbsthilfegruppen sind wichtige Pfeiler bei der Sexualaufklärung von Jugendlichen in Kamerun. Junge Mütter (sogenannte Tantchen, Tantines) spielen hier eine besondere Rolle. Ziel ist es, durch Aufklärung von jungen Mädchen und Schülerinnen die Zahl der Frühschwangerschaften zu reduzieren, da diese ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko für die Mütter und auch für die Kinder darstellen. Die "Tantchen" haben sich mittlerweile in einem Verein zusammengeschlossen und sowohl an Ansehen als auch an Selbstvertrauen gewonnen.
Kenia
Viele Arme haben in Kenia keinen Zugang zu adäquaten Gesundheitsdienstleistungen. Darum werden die meisten Kinder zu Hause geboren und nur 42 Prozent aller Geburten werden von Fachpersonal betreut. Durch gezielte Maßnahmen – wie zum Beispiel die Einführung von subventionierten Gesundheitsgutscheinen – wird erreicht, dass Frauen aus armen Bevölkerungsschichten leichteren Zugang zu qualitativ hochwertigen Gesundheitsdienstleistungen von privaten und öffentlichen Anbietern erhalten. Inzwischen haben in Kenia fast 60.000 besonders bedürftige Frauen durch das Gutscheinsystem ihre Kinder unter fachlicher Betreuung sicher zur Welt gebracht.
Informationen
Siehe auch
- MDG 5: Gesundheit von Müttern verbessern
- Thema: Frauenrechte
- Thema: Reproduktive Gesundheit und Bevölkerungsdynamik
- Weltgesundheitsorganisation
- Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA)
- Internationale Vereinigung geplanter Elternschaft (IPPF)
- Länderbeitrag Kamerun
- Länderbeitrag Kenia
Externe Links
- Informationen der WHO zum Thema Sichere Schwangerschaft (englisch)
- Informationen des Bevölkerungsfonds der Vereinten Nationen (UNFPA) über die Verbesserung der Gesundheit von Müttern (englisch)
- UNICEF-Jahresbericht 2011: The State of the World’s Children 2011 (englisch)
- KfW Entwicklungsbank: Kenia - Gesundheit auf Gutschein
Publikationen
-
Stärkung der Teilhabe von Frauen in der Entwicklungszusammenarbeit
BMZ Materialien 172 Neues Fenster, PDF 755 KB, barrierefrei
PDF 755 KB, barrierefrei -
Gleichberechtigung konkret
Fact Sheets zur Gleichberechtigung in der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit
BMZ-Informationsbroschüre Neues Fenster, PDF 1,5 MB, barrierefrei
PDF 1,5 MB, barrierefrei









