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Infektionskrankheiten

Informationsveranstaltung in Ungwaku, Nigeria, über die Gefahren der Flussblindheit. Urheberrecht: Kate Holt/IRIN

Bekämpfung vernachlässigter Infektionskrankheiten

Die sogenannten Vernachlässigten Infektionskrankheiten (Neglected Infectious Diseases, NID oder auch Neglected Tropical Diseases, NTD) wie Chagas, Leishmaniose, Lepra oder Flussblindheit sind eine uneinheitliche Gruppe von Krankheiten. Sie unterscheiden sich deutlich hinsichtlich der Erregergruppen und Übertragungsweisen, geografischer Verteilung und anfälliger Gruppen. Der Wissensstand über die Krankheiten und verfügbare Diagnose- und Therapie­maß­nahmen variiert stark.

Vernachlässigte Infektionskrankheiten betreffen besonders oft arme Bevölkerungsgruppen, die in geografisch abgelegenen, ländlichen Gebieten sowie in städtischen Randgebieten oder in Konfliktzonen und von Naturkatastrophen betroffenen Gebieten leben. Oft treten diese Krankheiten im Zusammenhang mit mangelndem Zugang zu sauberem Trinkwasser und Sanitäreinrichtungen sowie fehlendem Zugang zu medizinischer Basisversorgung auf. Viele der von diesen Erkrankungen betroffenen Menschen verfügen nicht über die Mög­lich­keit, sich politisch zu artikulieren. Gleichzeitig haben ver­nach­lässigte Infektionskrankheiten keine hohe Priorität für Politik oder Forschung und folglich für das öffentliche Gesundheitswesen.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) schätzt, dass weltweit mehr als eine Milliarde Menschen an einer oder mehreren dieser Krank­heiten leiden. Besonders anfällig sind Kinder. Vernachlässigte Infektionskrankheiten verursachen körperliches und seelisches Leiden und haben häufig lebenslange körperliche Einschränkungen zur Folge. Allerdings sind diese Konsequenzen nach außen oft weniger sichtbar als bei Infektionskrankheiten mit dramatischem Krankheitsverlauf und hoher Sterblichkeitsrate.

Bei der Bekämpfung dieser Infektionskrankheiten ist ein um­fassen­der und übergreifender Ansatz von großer Bedeutung. Rein medizinische Maßnahmen reichen in der Regel nicht aus. Es ist darum sinnvoll, entsprechend den lokalen Bedingungen ver­schiedene Aktivitäten gegen die Krankheiten zu bündeln. Dabei muss zum Beispiel die Verbesserung der medizinischen Versorgung mit der Ver­besserung der Infrastruktur, der Bildung und der ökonomischen Situation kombiniert werden.

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