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Menschenrecht Gesundheit

Ein Kleinkind wird geimpft. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRIN

Infektionskrankheiten bekämpfen

In den ärmsten Ländern der Welt sterben in jedem Jahr Millionen Menschen an Epidemien: an AIDS, an Tuberkulose, an Malaria, an der Schlafkrankheit oder an anderen tropischen Krankheiten.

Die Ausbreitung der weit verbreiteten Infektionskrankheiten zu stoppen, ist das sechste der insgesamt acht Millenniums­entwicklungs­ziele. Doch trotz großer Bemühungen der inter­nationalen Gemeinschaft breiten sich die Krankheiten weiter aus. Wenn das sechste Millenniums­entwicklungs­ziel erreicht werden soll, müssen die Anstrengungen zur Krankheits­bekämpfung drastisch verstärkt werden. Es geht dabei um das Leben von Millionen Menschen.

Deutschlands Unterstützung für den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria

Um die Zusammenarbeit der verschiedenen Länder auf dem Gebiet der Infektionsbekämpfung zu verbessern, wurde 2002 der Globale Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria gegründet (Global Fund to Fight AIDS, Tuberculosis and Malaria, GFATM). Die drei Krankheiten sind vermeidbar und behandelbar – und führen in jedem Jahr zu mehreren Millionen Todesfällen.

Der Fonds ist ein zusätzliches Finanzierungsinstrument in der internationalen Zusammenarbeit von Regierungen, Zivil­gesellschaft und Privatwirtschaft. Er ist heute die finanzstärkste Partnerschaft im internationalen Kampf gegen AIDS, Tuberkulose und Malaria.

Logo Globaler Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria, Urheberrecht: GFATMBis heute hat der GFATM mehr als 600 Programme in 150 Ländern unterstützt und dafür insgesamt 21,7 Milliarden US-Dollar auf­ge­wendet. Dadurch wurde die Be­hand­lung von 3 Millionen Menschen mit HIV und von 7,7 Millionen Menschen mit Tuberkulose ermöglicht und es wurden 160 Millionen imprägnierte Moskitonetze zur Malariaprophylaxe verteilt.

Deutschland ist einer der wichtigsten Geber des GFATM.

Deutsche BACKUP Initiative

Die Arbeit des Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tu­ber­ku­lose und Malaria (GFATM) wird von deutscher Seite zusätzlich durch das Vorhaben "Deutsche BACKUP Initiative" unterstützt. Sie ist ein innovatives Modell multi- und bilateraler technischer Kooperation: Durch enge Zusammenarbeit mit internationalen Organisationen auf der einen Seite und die Beratung staatlicher und zivil­ge­sell­schaft­licher Organisationen in den Partner­ländern auf der anderen Seite wird der Austausch von Informationen und Erfahrungen ermöglicht. Auf diese Weise können Finanzierungen des GFATM effektiver genutzt werden, um die Infektionskrankheiten HIV, Tuberkulose und Malaria schneller, wirksamer und nachhaltiger zu bekämpfen.

Seit 2002 hat BACKUP mit über 400 Maßnahmen Partner­or­ga­ni­sa­tionen in etwa 70 Ländern unterstützt – mit einem fachlichen Schwerpunkt auf den drei Querschnittsthemen Stärkung der Zivil­gesellschaft, Geschlechtergerechtigkeit und Gesund­heits­system­stärkung.

Soziale Vermarktung, Vorsorge, Generika

Verkauf von Kondomen an einem Kiosk in Tansania. Urheberrecht: Ute Grabowski/Photothek.netDeutschland för­dert in rund 30 Ländern Pro­gram­me im Bereich Social Mar­ke­ting. Mit breiten­wirksamen In­for­ma­tions- und Auf­klä­rungs­kam­pag­nen und mit der Bereitstellung von Kondomen und anderen Mitteln zur Empfängnisverhütung haben die deutschen Vorhaben alleine im Jahr 2008 mehr als 90 Mil­lio­nen Menschen erreicht. Die Erfahrung in einigen der am stärksten von AIDS betroffenen Ländern in Afrika, aber auch auf anderen Kontinenten, hat gezeigt, dass dieser Ansatz Erfolg versprechend ist.

In Kenia, Tansania, Mosambik und Uganda unterstützt die Bundesrepublik Programme mit dem Ziel, die HIV-Übertragung von Müttern auf ihre Kinder zu reduzieren. Die Projekte arbeiten im Rahmen von Distriktgesundheitsdiensten in Kliniken und Gesundheitszentren. Dort werden Frauen entsprechend beraten, wenn sie zu Schwanger­schafts­vor­sorge­unter­suchungen kommen.

Die Bundesrepublik engagiert sich für die Produktion von preis­günstigen Medikamenten vor Ort. So fördert Deutschland zum Beispiel in Tansania, Kenia und Äthiopien Maßnahmen im Bereich der lokalen Generika­produktion (Generika sind kosten­günstige Kopien von Marken­präparaten, die die gleichen Wirkstoffe ent­hal­ten und die gleiche Wirkung entfalten.) Ziele sind in Tansania der Aufbau pharma­zeutischer Lehr- und Entwicklungs­labors in Ko­operation mit der Universität Dar es Salaam und der St. Luke-Foundation, einem kirchlichen Träger, in Kenia der Aufbau der kompletten Wert­schöpfungs­kette vom land­wirt­schaft­lichen Anbau bis zur Tablette für Artemisia-basierte Malaria­medi­ka­mente, in Äthiopien der Aufbau eines Labors zum Wirkungs­vergleich von Generika mit Markenpräparaten (Bio-Äquivalenz-Nachweis).

Hindernisse

Bei der Umsetzung von Programmen und Projekten zur Bekämpfung von Infektionskrankheiten treten verschiedene Probleme auf. Typische Hindernisse sind schlecht ausgebaute Gesundheitssysteme, mangelnder Zugang der Menschen zu Gesundheitsdiensten und fehlende personelle und finanzielle Ressourcen. In vielen Ländern mangelt es auch noch immer an politischem Willen, mehr in den Gesundheitssektor zu investieren. Auch die wichtige Beteiligung der Zivilgesellschaft beim Kampf gegen Infektionskrankheiten scheitert in vielen Ländern am politischen Willen. Ein weiteres Hindernis sind die ungleichen gesellschaftlichen Machtverhältnisse. Frauen sind zum Beispiel durch ihre meist schwächere soziale und wirtschaftliche Position zunehmend von AIDS betroffen. Außerdem erschweren Kriege, Bürgerkriege, Flüchtlingsströme und Korruption die Ent­wick­lungs­zusammenarbeit im Gesundheitsbereich.

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