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HIV und AIDS

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Hintergrund: HIV und AIDS
Das Humane Immunschwäche Virus (HIV) ist inzwischen seit 30 Jahren bekannt und hat sich auf der gesamten Welt verbreitet. Schätzungsweise tragen heute rund 34 Millionen Menschen das HI-Virus in sich, welches das Immunsystem zerstört und zum Immunschwächesyndrom AIDS führt. Wenn keine Behandlung erfolgt, führt die Krankheit langfristig zum Tod.
Sehr viele Betroffene leben in Entwicklungsländern, besonders viele in den Staaten Afrikas südlich der Sahara. Dort waren 2010 fast 23 Millionen Menschen mit HIV infiziert; in einzelnen Ländern sind mehr als ein Fünftel der Erwachsenen Träger des Virus. HIV bedroht dadurch die Existenz ganzer Gesellschaften. Dies ist nicht nur eine menschliche, sondern auch eine wirtschaftliche Katastrophe und gefährdet die nachhaltige Entwicklung der betroffenen Staaten.
Die Eindämmung von HIV und AIDS ist eine der größten Herausforderungen für die internationale und deutsche Entwicklungspolitik.
Besonders gefährdet: Frauen
Das HI-Virus breitet sich über die Grenzen von Ländern und Kontinenten hinweg aus. In der Anfangsphase der Ausbreitung galt AIDS vor allem als Krankheit homosexueller Männer. Heute sind weltweit etwas mehr als die Hälfte aller HIV-Infizierten weiblich. In Afrika südlich der Sahara sind sogar deutlich mehr Frauen als Männer infiziert. Junge Frauen sind dort besonders gefährdet. In der Altersgruppe der 15- bis 24-Jährigen sind mehr als doppelt so viele Frauen von HIV betroffen wie Männer.
Das hohe Infektionsrisiko von Frauen ist zum Teil biologisch begründet: Frauen haben bei ungeschütztem Geschlechtsverkehr ein deutlich höheres Ansteckungsrisiko als Männer. Wichtig sind aber darüber hinaus vor allem soziale, wirtschaftliche und kulturelle Gründe. Gewalt oder wirtschaftliche Abhängigkeit können verhindern, dass Frauen über ihre sexuellen Beziehungen selbst bestimmen können.
Die Auswirkungen der Epidemie treffen Frauen ebenfalls besonders hart: Sie tragen die Hauptlast der Krankenpflege und der Waisenversorgung. Frauen und Mädchen die mit HIV leben sind oft erheblicher Diskriminierung ausgesetzt. Es ist daher wichtig, die spezifischen Bedürfnisse von Frauen und Mädchen mit HIV zu berücksichtigen und die Männer in die Veränderung von Geschlechterrollen einzubeziehen.
Diese in der Gesellschaft verankerten Geschlechterrollen spielen auch für das HIV-Risiko von Jungen und Männern eine wichtige Rolle – zum Beispiel im Zusammenhang mit Risikoverhalten wie Alkoholkonsum oder wechselnden Partnern. Sexuelle Minderheiten wie homosexuelle Männer stehen oftmals am Rande der Gesellschaft oder werden kriminalisiert. Dies vermindert die Wirksamkeit von Maßnahmen gegen die weitere Ausbreitung von HIV und für die bessere Versorgung von AIDS-Kranken. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit legt daher einen besonderen Schwerpunkt auf die "Gender-Orientierung" aller ihrer Programme im Bereich HIV und AIDS.
Ursachen für die Ausbreitung des Erregers
Die Ausbreitung des HI-Virus wird durch viele verschiedene Faktoren bestimmt. Wirtschaftliche Abhängigkeit, sozio-kulturelle Faktoren, ein geringes Bildungsniveau, mangelnde Gleichberechtigung von Frauen, Stigmatisierung und Diskriminierung benachteiligter Bevölkerungsgruppen fördern die Verbreitung des Virus. Auch Gewalt, Drogen- und Alkoholmissbrauch, Sexarbeit, Flucht, Vertreibung und kulturelle Entwurzelung erhöhen das Infektionsrisiko.
Perspektiven und erste Erfolge
Die internationale Gemeinschaft hat auf der Millenniumskonferenz im Jahr 2000 das Ziel festgeschrieben, die weitere Verbreitung von HIV und AIDS bis zum Jahr 2015 zu stoppen und das Virus allmählich zurückzudrängen. Diesem internationalen Ziel, das ausdrücklich als Millenniumsentwicklungsziel 6 definiert wurde, hat sich auch die Bundesregierung verpflichtet. Die Bekämpfung von HIV und AIDS ist und bleibt damit ein wichtiger Bereich der deutschen Entwicklungspolitik.
Solange keine Schutzimpfung möglich ist und solange eine HIV-Erkrankung nur behandelt, aber nicht geheilt werden kann, ist die Infektionsvorbeugung das wichtigste Instrument im Kampf gegen die Epidemie. Dieses Instrument sollte in eine nationale Gesamtstrategie eingebettet sein, die gleichzeitig Präventionsmaßnahmen, Behandlungsmöglichkeiten und Angebote zur Pflege und Betreuung enthält.
Die Bundesrepublik engagiert sich gemeinsam mit ihren internationalen Partnern stark auf diesem Gebiet. Erste Erfolge zeigen inzwischen, dass diese Anstrengungen Wirkung zeigen: Die neusten Zahlen weisen darauf hin, dass sich die AIDS-Epidemie nicht mehr so stark ausbreitet wie in den 1990er Jahren. Die Zahl der Neuinfektionen ist zwar noch sehr hoch, immerhin sinkt sie aber seit einigen Jahren kontinuierlich. Und auch die Zahl der Todesfälle sinkt – unter anderem durch die Verbesserung der Therapiemöglichkeiten und des Zugangs zur Therapie.
Eine langfristig erfolgreiche Bekämpfung von HIV und AIDS kann nur im Rahmen einer umfassenden Strategie gelingen. Wenn es gelingt, die Armut zu bekämpfen, Menschenrechte zu stärken, die Bildung der Menschen zu verbessern und die Gesundheitssysteme leistungsfähiger zu machen, wird es möglich sein, die HIV-Epidemie auf lange Sicht einzudämmen.
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