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Gesundheitsversorgung:
Stärkung der Therapie
In vielen Regionen der Welt ist die Basisgesundheitsversorgung der Bevölkerung nicht sichergestellt. Vor allem Arme und andere benachteiligte Bevölkerungsgruppen haben dort kaum Zugang zu medizinischer Versorgung. Die HIV-Epidemie verschlimmert die ohnehin schwierige Situation weiter. Dazu kommt ein großer Mangel an Fachkräften: Nur in 5 der 49 ärmsten Länder stehen mindestens 23 medizinische Fachkräfte (Ärzte, Krankenschwestern, Hebammen) pro 10.000 Einwohner zur Verfügung; die Zahl 23 wurde von der WHO als Untergrenze für eine ausreichende Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern definiert.
Die Bundesrepublik arbeitet darum mit vielen Entwicklungsländern an Konzepten zur Verbesserung ihrer Gesundheitsversorgung. Dadurch soll die allgemeine gesundheitliche Situation der Menschen verbessert und auch die Bekämpfung von HIV verstärkt werden.
Wichtige Komponenten dieses Arbeitsfeldes sind die Beratung der verantwortlichen Politikerinnen und Politiker, der Ausbau und die Instandhaltung der medizinischen Infrastruktur und die Grundversorgung der Bevölkerung mit medizinischen Dienstleistungen. Dazu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, anonym und kostenlos einen HIV-Test durchführen zu lassen. Auch der Zugang zu unentbehrlichen Arzneimitteln und die Betreuung durch qualifiziertes medizinisches Fachpersonal müssen für jeden gewährleistet sein.
Damit auch arme Bevölkerungsgruppen medizinisch versorgt werden können, ist die Entwicklung und Erprobung von innovativen Sozial- und Krankenversicherungssystemen erforderlich.
Ausführliche Informationen über das deutsche Engagement für die Verbesserung der Gesundheitssysteme in Entwicklungsländern finden Sie hier:
Verbesserung des Zugangs zu antiretroviraler Therapie
Bestimmte Wirkstoffe können eine Vermehrung von HI-Viren unterdrücken. Therapien mit solchen antiretroviralen Substanzen (Stoffe gegen Retroviren, wie das HI-Virus) können die Krankheit zwar nicht heilen, aber sie können in sehr vielen Fällen ein Fortschreiten der Erkrankung zum Immunschwächesyndrom AIDS verhindern.
Die antiretroviralen Medikamente konnten in den letzten Jahren deutlich im Preis gesenkt werden. Dadurch und durch die Anstrengungen der internationalen Gemeinschaft zur Finanzierung von HIV-Maßnahmen, zum Beispiel durch den Globalen Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM), konnte die Zahl der Menschen in Entwicklungsländern, die eine antiretrovirale Behandlung erhalten, vervielfacht werden. Allerdings ergeben sich durch neue Therapierichtlinien der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und zunehmende Resistenzen des HI-Virus gegen Medikamente der ersten Behandlungslinie neue Herausforderungen.
Ziel der internationalen Bemühungen ist, bis 2015 sicherzustellen, dass weltweit alle Betroffenen umfassenden Zugang zu Behandlung, Pflege und Unterstützung erhalten. Die Bundesregierung unterstützt diese Bemühungen und setzt sich in ihren Partnerländern für eine umfassende nationale AIDS-Politik ein, die sich aus folgenden Komponenten zusammensetzt:
HIV-Aufklärungskampagnen, Sexualerziehung, freiwillige und vertrauliche Test- und Beratungsmöglichkeiten, Pflege- und Betreuungsangebote sowie qualitätsgesicherter Zugang zu antiretroviraler Therapie.
Förderung lokaler Produktion und Nutzung von Flexibilitäten beim Schutz geistiger Eigentumsrechte
Die Bundesrepublik engagiert sich auf verschiedenen politischen Ebenen für die Verbesserung der Therapiemöglichkeiten. Eines der deutschen Ziele ist, dass die Preise überlebenswichtiger Medikamente für die Behandlung von Menschen mit HIV weiter fallen.
Deutschland unterstützt darum – direkt sowie in Zusammenarbeit mit der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Organisation der Vereinten Nationen für industrielle Entwicklung (UNIDO) – die Produktion von qualitativ hochwertigen und kostengünstigen Generika durch lokale Unternehmen und über Süd-Süd-Kooperationen in Afrika und Asien. Generika sind Präparate, die den gleichen Wirkstoff enthalten wie Originalpräparate, aber wesentlich preiswerter sind. Dabei handelt es sich um erlaubte Kopien (nicht zu verwechseln mit verbotenen Nachahmerpräparaten oder Fälschungen).
Die hohe Qualität dieser Generika wird durch die Unterstützung der produzierenden Unternehmen bei der Einführung von Qualitätsmanagementsystemen gewährleistet. Außerdem werden Zulassungs- und Kontrollbehörden und spezialisierte Labordienstleister bei der Stärkung ihrer Kapazitäten gefördert. Darüber hinaus unterstützt Deutschland die Ausbildung von dringend benötigtem technischem und akademischem Fachpersonal für die Medikamentenherstellung sowie die dazugehörige Forschung.
2003 ist vom Allgemeinen Rat der WTO in der umstrittenen Frage der "grenzüberschreitenden" Zwangslizenzen eine Einigung erzielt worden. Der Beschluss ermöglicht es armen Ländern ohne ausreichende Produktionskapazitäten für Medikamente, grenzüberschreitend Zwangslizenzen zu nutzen. Sie dürfen also seither preiswerte Medikamente importieren, die in einem anderen Land unter Zwangslizenzen hergestellt wurden. Die Bundesrepublik unterstützt in Zusammenarbeit mit der WHO und der Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD) die volle Nutzung vorhandener Flexibilitäten beim Schutz geistiger Eigentumsrechte durch Beratungs- und Schulungsmaßnahmen in Afrika und Asien.
Informationen

Siehe auch
- Thema: Stärkung von Gesundheitssystemen
- Globaler Fonds zur Bekämpfung von AIDS, Tuberkulose und Malaria (GFATM)
- Welthandels- und Entwicklungskonferenz (UNCTAD)
- Weltgesundheitsorganisation
- Organisation der Vereinten Nationen für Industrielle Entwicklung (UNIDO)
- Abkommen zum Schutz
des geistigen Eigentums






