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Frieden

Ziviler Friedensdienst – Fachleute im Einsatz für den Frieden

Logo des Zivilen Friedensdienstes: ZFD - Wir scheuen keine KonflikteDer Zivile Frie­dens­dienst (ZFD) ist ein wichtiges Instrument der deutschen Frie­dens­entwicklung. Das Programm wird von deutschen Friedens- und Entwicklungs­organisationen getragen und vom Bundes­ministerium für wirt­schaftliche Zusammen­arbeit und Entwicklung finanziert.

ZFD-Fachkräfte unterstützen weltweit in Krisenregionen örtliche Partnerorganisationen dabei, Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden zu schaffen, indem sie in Konflikten vermitteln, Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit bringen, ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben begleiten, mit trauma­ti­sierten Opfern von Gewalt arbeiten oder Flüchtlingen die Rück­kehr in ihre Heimat ermöglichen. Sie arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.

Der ZFD gilt allgemein als ein Erfolgsmodell der Kooperation von staatlichen und nichtstaatlichen Trägern der Entwicklungs- und Friedensarbeit. Zur Überprüfung der langfristigen Wirkungen der Arbeit des ZFD wurde eine Evaluierung seiner Projekte vorge­nommen, die demnächst in seine Neukonzipierung münden wird.

Aufgaben

Männer und Kinder holen Wasser von einer öffentlichen Zapfstelle in Afghanistan. Urheberrecht: FMFB Afghanistan.Die Aufgaben der sogenannten Friedens­fach­kräfte sind vielfältig und werden für jeden Einsatz neu definiert. Auch die beruflichen Hinter­gründe der Fach­kräfte sind sehr unterschiedlich. Daher wird die Vorbereitung und Qualifizierung an das Einsatz­gebiet und die beruflichen Vorkenntnisse der jeweiligen Fachkraft angepasst. Das Training dauert je nach Kenntnis­stand in der Regel zwei bis sechs Monate. Es umfasst unter anderem Instru­mente ziviler Konflikt­bearbeitung, interkulturelle Kommunikation und die Vermittlung von regionalen und Sprachkenntnissen.

Der ZFD arbeitet mit lokalen Partnerorganisationen zusammen, die

  • über Konfliktlinien hinweg Kooperations- und Dialog­strukturen aufbauen (und dabei zum Beispiel auch traditionelle Schlichtungsinstanzen stärken),

  • Anlaufstellen und gesicherte Räume schaffen, in denen sich Konfliktparteien begegnen können,

  • Informations- und Kommunikationsstrukturen stärken, die den Ursachen und Auswirkungen gewaltsamer Konflikte nachspüren (unter anderem durch Förderung von Friedens­journalismus, Vernetzung von Friedens­orga­nisa­tionen und Beobachtung von Konfliktverläufen),

  • von Gewalt besonders betroffene Gruppen unterstützen und sie in die Gesellschaft reintegrieren (etwa durch psychosoziale Unterstützung oder Arbeit mit traumatisierten Menschen),

  • zu Methoden und Konzepten ziviler Konfliktbearbeitung beraten und ausbilden,

  • Friedenspädagogik betreiben und Feindbilder abbauen,

  • die Rechtssicherheit vor Ort stärken und für die Menschenrechte eintreten.

Bewerbung als Friedensfachkraft

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein Freiwilligendienst von lebens- und berufserfahrenen Frauen und Männern. Der Einsatz und die Vergütung erfolgen auf der Grundlage des Entwick­lungs­helfer­gesetzes. Voraussetzungen für eine Tätigkeit als Friedens­fachkraft sind eine abgeschlossene Berufsausbildung, eine mehr­jährige Berufserfahrung in einem für den ZFD relevanten Arbeits­feld, gute Sprachkenntnisse in mindestens einer internationalen Verkehrssprache und zivilgesellschaftliches Engagement. Dazu kommen weitere Qualifikationen, die sich aus dem jeweiligen Einsatzbereich ergeben.

Stellenangebote werden regelmäßig von den Träger­orga­nisa­tionen und auf der Website des Arbeitskreis "Lernen und Helfen in Übersee" e.V. ausgeschrieben, die auch die Qualifizierungs­programme entwickeln und umsetzen.

Die Trägerorganisationen des Zivilen Friedensdienstes

Die Aufgaben des Zivilen Friedensdienstes werden im Auftrag des BMZ von den staatlich anerkannten Entwicklungsdiensten übernommen, die sich zum Konsortium Ziviler Friedensdienst zusammengeschlossen haben:

  • Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe (AGEH)

  • Christliche Fachkräfte International (CFI)

  • Deutscher Entwicklungsdienst (DED), seit Januar 2011 Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ)

  • EIRENE Internationaler Christlicher Friedensdienst

  • Evangelischer Entwicklungsdienst (EED)

  • Weltfriedensdienst (WFD)

  • Forum Ziviler Friedensdienst (Forum ZFD)

  • Aktionsgemeinschaft Dienst für den Frieden (AGDF)

Über das Gesamtprogramm und alle Einsätze des ZFD entscheidet das BMZ im Einvernehmen mit dem Auswärtigen Amt. Alle Einsätze werden mit vergleichbaren europäischen und multilateralen Projekten koordiniert.

Informationen zu den vielfältigen Projektaktivitäten finden Sie auf der Website des Zivilen Friedensdienstes hier.

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Lexikon der Entwicklungspolitik
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