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Kinder in bewaffneten Konflikten
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Deutsches Engagement zum Schutz von Kindern: Bildung als Schlüssel
Durch die extremen Gewalterfahrungen, denen Kinder in Krisen und bewaffneten Konflikten ausgesetzt sind, werden sie sehr häufig schwer traumatisiert. Zugleich mangelt es ihnen an einem Wertesystem und an Halt in der Gesellschaft. Die Entwicklungszusammenarbeit mit den betroffenen Partnerländern hat die Aufgabe, mit gezielten Maßnahmen die Reintegration von ehemaligen Kindersoldaten zu fördern und gleichzeitig jenen Kindern eine Zukunft zu schaffen, die Opfer oder Zeugen von Gewalt wurden. Um den Kindern eine langfristige Perspektive zu geben, ist es Voraussetzung, dass sie Zugang zur Grundbildung und eine Qualifizierung für den Arbeitsmarkt erhalten.
Ein Beispiel hierfür ist das Engagement der deutschen Entwicklungszusammenarbeit im Bereich Grundbildung in Afghanistan. Bis Ende 2001 war dort für Kinder und speziell für Mädchen der Zugang zur Bildung sehr eingeschränkt. Das Land wies laut UNO eine Analphabetenquote von 71,5 Prozent auf. Seit dem Fall der Taliban wurden mit Mitteln des BMZ in Afghanistan über 230 Schulen gebaut. Mittlerweile gehen mehr als sieben Millionen Kinder zur Schule, 2001 waren es nur rund eine Million.
Im Nordosten Afghanistans fördert die deutsche Entwicklungszusammenarbeit die Grundbildung bislang mit 17 Millionen Euro. Ziel ist eine verbesserte Aus- und Fortbildung des Lehrpersonals und ein verbesserter Zugang zur Grundbildung für Mädchen und Jungen. Insgesamt haben bislang 100.000 Lehrerinnen und Lehrer und mehr als 500.000 Schülerinnen und Schüler von den Maßnahmen profitiert. Mädchen und Frauen werden in diesem Vorhaben besonders gefördert, unter anderem durch den Bau von Mädchenschulen, getrennten Wohnräumen für Lehramtsstudentinnen sowie gezielten Sonderkursen für Lehrerinnen.
Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration
Schon seit längerem sind Kindersoldaten eine Zielgruppe von sogenannten DD&R-Programmen (Disarmament, Demobilization & Reintegration – Entwaffnung, Demobilisierung und Reintegration). Die Bundesrepublik arbeitet dabei eng mit entwicklungspolitischen Organisationen sowie kirchlichen und zivilgesellschaftlichen Gruppen zusammen. Unter anderem unterstützt Deutschland in großem Umfang Projekte zur Demobilisierung und Reintegration in der zentralafrikanischen Region der Großen Seen und in Sierra Leone.
Nicht in allen Fällen werden jedoch die betroffenen Kinder und Jugendlichen von den DD&R-Programmen erreicht. Einige Armeen und Bürgerkriegsparteien leugnen die Existenz von Kindersoldaten, weil sie Sanktionen befürchten. In einigen Ländern verhindern nationale Gesetze, aber auch Vorgaben einzelner Geber die Teilnahme von Minderjährigen an den Demobilisierungsprogrammen.
Jugendprogramme für alle
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit fördert auch Projekte, die sich an alle Kinder und Jugendlichen in einem Konfliktgebiet richten. Dabei werden Kindersoldaten gemeinsam mit anderen vom Krieg traumatisierten Jugendlichen betreut und unterstützt. Auch Familien und Gemeinden werden einbezogen. So wird zum Beispiel Hilfe beim Aufbau von Jugendorganisationen oder bei der Ausgestaltung einer kommunalen Jugendpolitik geleistet.
Mit dem Fonds für Friedensinitiativen verfügt das BMZ über ein Instrument, mit dem lokale Nichtregierungsorganisationen in den Bereichen Konfliktbearbeitung sowie Trauma- und Versöhnungsarbeit gezielt gefördert werden können. Mittel aus diesem Fonds wurden beispielsweise für Friedensprojekte in Ruanda, Palästina und dem Kosovo bewilligt.
Prävention
Positive Zukunftsperspektiven und ein stabiles soziales, familiäres und wirtschaftliches Umfeld sind die beste Vorsorge gegen ein Abgleiten in die Gewalt. Im Rahmen integrierter Konzepte stehen Kinder und Jugendliche daher entweder im Mittelpunkt von Förderungen – etwa bei Programmen der Grundbildung, der beruflichen Bildung oder der Krisenprävention – oder sie profitieren von Vorhaben, die sich primär an andere Zielgruppen richten. Dazu gehören Projekte der Politikberatung und Wirtschaftsförderung, des Umweltschutzes und der gesundheitlichen Aufklärung.
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