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Frieden

Friedensförderung: Versöhnung und Wiederaufbau

Menschen auf der Flucht durch einen Fluss, Afrika. Urheberrecht: phalanxUm lang­fristig Frieden zu schaffen, reicht es nicht, die Gewalt zu beenden. Wenn die Ursachen eines Konfliktes nicht beseitigt werden, kann er immer wieder ausbrechen. Maßnahmen des Wieder­aufbaus müssen von Versöhnungs­prozessen begleitet werden, um eine Grund­lage für soziale Strukturen zu schaffen.

Das BMZ fördert darum nicht nur die Wiederherstellung von zerstörter Infrastruktur, sondern auch die Entwicklung von personellen und institutionellen Kapazitäten. Es gilt, den betroffenen Staat in die Lage zu versetzen, seine Funktion gegen­über den Bürgern wieder wahrzunehmen. Gleichzeitig unterstützt das BMZ die Arbeit von Wahrheits- und Menschenrechts­kommissionen, die juristische Aufarbeitung von Kriegs­verbrechen sowie Versöhnungs­projekte und Programme zur psychologischen Betreuung von Kriegsopfern, etwa mit dem Zivilen Friedensdienst in Kambodscha.

Wenn ein Konflikt beendet ist, haben die beteiligten Kämpfer oft keine Perspektive und keine Beschäftigung mehr. Vielen fällt es schwer, wieder in ein ziviles Leben zurückzufinden. In Wieder­eingliederungs­programmen, die im Rahmen der Entwicklungs­zusammenarbeit unterstützt werden, können sie nach der Entwaffnung über ihre Erfahrungen sprechen, psychologische Hilfe in Anspruch nehmen, sich beruflich weiterbilden und in das zivile Leben zurückfinden. Eine besondere Herausforderung in diesem Bereich ist die Reintegration von weiblichen Kämpfern und zwangsrekrutierten Frauen und Kindern in die Gesellschaft.

Den Neuanfang ermöglichen

Aber auch der Wiederaufbau der zerstörten Infrastruktur hilft, den Frieden zu sichern. Straßen und Versorgungsanlagen, Schulen und Behörden müssen instand gesetzt werden, um dem Land einen Neuanfang zu ermöglichen. In Absprache mit anderen internationalen Gebern unterstützt Deutschland seine Partnerländer dabei durch Finanzielle und Technische Zusammenarbeit.

Dabei ist es nur selten sinnvoll, die alten Strukturen unverändert wieder einzurichten. Meistens muss ein Neuanfang gelingen, denn die alte Infrastruktur und die alten Institutionen reflektieren oft die ungleiche Verteilung von Ressourcen und Macht, die überwunden werden soll.

Die Bundesrepublik engagiert sich daher auch im politischen Rahmen, zum Beispiel indem sie Regierungen bei langfristigen Reformen von Staat und Justiz berät. Auf der rechtlichen Ebene unterstützt sie unter anderem Wahrheitskommissionen bei der Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen. Entscheidend ist die Beteiligung aller Konfliktparteien, um stabile Friedensallianzen herzustellen.

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