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Ein afghanischer Junge lugt zwischen zwei Soldaten der Friedenstruppe hervor. Urheberrecht: photothek.net

Frieden sichern 

Friedensentwicklung: Eine Aufgabe der Entwicklungspolitik

Die Millenniumserklärung der Vereinten Nationen verdeutlicht: Entwicklung und Frieden sind untrennbar miteinander verbunden. Im Kampf gegen Armut, Gewalt und Unrecht ist es Aufgabe der Entwicklungspolitik, die Partnerländer bei der Friedensentwicklung zu unterstützen: durch Krisen­prävention, Konfliktbearbeitung und Friedensförderung. Die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit hilft, strukturelle Ursachen von Konflikten zu reduzieren und eine Kriseneskalation frühzeitig zu verhindern. Sie unterstützt staatliche und gesellschaftliche Akteure bei der gewaltfreien Konflikt­bearbeitung. Und sie trägt dazu bei, nach Beendigung von bewaffneten Konflikten Frieden zu fördern und einen Rückfall in die Gewalt zu verhindern.


Krisenprävention: Gewalt verhindern, bevor sie ausbricht

Im Jahre 2009 wurden nach Untersuchungen der Arbeitsgemeinschaft Kriegsursachenforschung (AKUF) weltweit 34 bewaffnete Konflikte und Kriege geführt. Auch wenn sich damit der positive Trend der vergangenen Jahre fortsetzt und der niedrigste Stand seit 1993 erreicht wurde, bedeuten Krieg und Gewalt in den betroffenen Ländern insbesondere für die Zivilbevölkerung Zerstörung und Elend. Ein Krieg kann ein Land oder eine Region um Jahrzehnte zurückwerfen. Die Kosten für den Wieder­aufbau der Infrastruktur sind enorm. Nicht nur Häuser und Straßen, auch soziale Strukturen werden durch Gewalt nachhaltig zerstört; Versöhnung fällt umso schwerer, je mehr menschliches Leid erfahren wurde. Gewalt zu verhindern, bevor sie ausbricht, ist daher das Ziel der Krisenprävention. Voraus­setzung ist, die Faktoren zu erkennen, die in den Partnerländern zu Konflikten führen können – zum Beispiel große Unterschiede zwischen Armen und Reichen, die ungerechte Verteilung knapper Ressourcen oder die Missachtung der Menschenrechte.


Konfliktbearbeitung: Gewaltfreie Lösungen entwickeln

Ein wichtiges Ziel der Entwicklungspolitik ist es, den Partnerländern im Krisenfall zu helfen, Konflikte gewaltfrei zu beenden. Zielgerichtete Maßnahmen sollen dazu beitragen, die Lage zu entschärfen und gemeinsam mit den Akteuren vor Ort eine friedliche Lösung zu entwickeln. Der Dialog auf Regierungs­ebene und die Stärkung der Fähigkeiten von Entscheidungsträgern in Politik, Staat und Gesellschaft, kooperative Lösungen zu entwickeln, sind zentrale Ansatzpunkte der Entwicklungspolitik. Durch flankierende Maßnahmen kann sie darüber hinaus den Handlungsspielraum für politische Lösungen erweitern helfen.


Friedensförderung: Versöhnung und Wiederaufbau

Um langfristig Frieden zu schaffen, reicht es nicht, die sichtbare Gewalt zu beenden. Wenn die Ursachen eines Konflikts nicht beseitigt werden, kann er immer wieder ausbrechen. Maßnahmen des Wiederaufbaus müssen beispielsweise von Versöhnungsprozessen begleitet werden, um eine Grundlage für soziale Strukturen zu schaffen. Das BMZ fördert darum nicht nur die Wiederherstellung von zerstörter Infrastruktur, sondern auch die Entwicklung von personellen und institutionellen Kapazitäten. Es gilt, den betroffenen Staat in die Lage zu versetzen, seine Funktion gegenüber den Bürgern wieder wahrzunehmen. Gleichzeitig unterstützt das BMZ die Arbeit von Wahrheits- und Menschenrechtskommissionen, die juristische Aufarbeitung von Kriegsverbrechen sowie Versöhnungs­projekte und Programme zur psychologischen Betreuung von Kriegsopfern.


Kinder in bewaffneten Konflikten: Opfer und Täter zugleich

Rund zwei Millionen Kinder haben in den vergangenen zehn Jahren durch gewaltsam ausgetragene Konflikte ihr Leben verloren. Die Zahl der verletzten Kinder ist noch um ein Vielfaches höher. Anders als früher sind Zivilisten – und vor allem Kinder – inzwischen die Hauptleidtragenden gewaltsamer Auseinandersetzungen. Nach Angaben des Flüchtlingshilfswerks der Vereinten Nationen (UNHCR), das sich weltweit um Flüchtlinge, Staatenlose, Asylsuchende und Binnenvertriebene kümmert, sind rund die Hälfte der 34,4 Millionen Betroffenen Kinder. Exzessive Gewalterfahrungen, Flucht, Vertreibung und das Zerreißen von Familien traumatisieren Kinder schwer.


Ziviler Friedensdienst: Fachleute im Einsatz für den Frieden

Der Zivile Friedensdienst (ZFD) ist ein wichtiges Instrument der deutschen Friedensentwicklung. Das Programm wird von deutschen Friedens- und Entwicklungsorganisationen getragen und vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung finanziert. ZFD-Fachkräfte unterstützen weltweit in Krisenregionen örtliche Partnerorganisationen dabei, Grundlagen für einen nachhaltigen Frieden zu schaffen, indem sie in Konflikten vermitteln, Anliegen benachteiligter Menschen an die Öffentlichkeit bringen, ehemalige Soldaten auf ihrem Weg ins zivile Leben begleiten, mit traumatisierten Opfern von Gewalt arbeiten oder Flüchtlingen die Rückkehr in ihre Heimat ermöglichen. Sie arbeiten dabei immer mit lokalen Organisationen und Initiativen zusammen.


Fragile Staatlichkeit: Herausforderung für die Entwicklungspolitik

Um Frieden langfristig zu sichern, müssen weltweit die Menschenrechte geachtet, geschützt und aktiv verwirklicht werden. Stabile demokratische Verhältnisse müssen geschaffen und Konflikte konstruktiv und gewaltfrei gelöst werden. Doch in vielen Ländern sind die staatlichen Akteure nicht willens oder in der Lage, diese Prinzipien umzusetzen. Diese instabilen (fragilen) Staaten stellen ein regionales und globales Sicherheitsrisiko dar. Die Staatengemeinschaft darf diese Länder – trotz der schlechten Regierungsführung – nicht von jeglicher Zusammenarbeit ausschließen, sondern muss behutsam auf eine Verbesserung der Lage hinwirken. Dabei spielt die Entwicklungspolitik eine wichtige Rolle.


Weiterführende Informationen

Hier finden Sie eine Auswahl von Links auf Dokumente und Internetseiten, die ergänzende Informationen zu den Themen Friedensentwicklung, Krisenprävention, Konfliktbearbeitung, Friedens­förderung, Kinder in bewaffneten Konflikten, Ziviler Friedensdienst und fragile Staatlichkeit bieten.



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