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Nahrungsmittelhilfe

Schnelle Hilfe bei Ernährungsengpässen

Eine Frau in Nord-Uganda trägt ihre Nahrungsration des Welternährungsprogramms der Vereinten Nationen. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINEreignen sich in Entwick­lungs­ländern Natur­katas­trophen oder kommt es zu gewaltsamen Auseinander­setzungen, ist fast immer die Ernährung der Bevölkerung in den entsprechenden Gebieten gefährdet. Krisen und Konflikte zerstören zudem die gesellschaftliche und politische Ordnung. Viele Regierungen sind in dieser Situation nicht in der Lage, die Krise aus eigener Kraft zu überwinden. Besonders betroffen sind meistens die Ärmsten und die Gruppen der Bevölkerung, die ohnehin am Rande der Gesellschaft leben.

Mit entwicklungsorientierter Not- und Übergangshilfe kann die Bundesrepublik schnell und flexibel auf Krisen, Konflikte und Naturkatastrophen reagieren. Auch die schnelle Unterstützung von Hilfsaufrufen der Vereinten Nationen, wie zum Beispiel bei Flutkatastrophen oder Erdbeben, ist dadurch möglich.

Der unmittelbaren Überlebenssicherung dient die humanitäre Hilfe der Bundesrepublik Deutschland. Sie wird vom Auswärtigen Amt finanziert und koordiniert und stellt kurzfristig Hilfsgüter bereit.

Gegen Ende der akuten Phase einer Krise setzt die entwicklungs­orientierte Not- und Übergangshilfe des BMZ ein. Sie schließt die Lücke zwischen der Soforthilfe und dem Wiederaufbau und schafft die Grundlage für eine nachhaltige Entwicklung nach Überwindung der Notlage.

Die entwicklungsorientierte Not- und Übergangshilfe umfasst ein breites Instrumentarium kurz- und mittelfristiger Maßnahmen. Weil sie in der Regel nicht an formale Vereinbarungen mit der jeweiligen Regierung gebunden ist, kommt sie auch in Bereichen und Ländern zum Einsatz, in denen Entwicklungs­zusammen­arbeit aus haushaltsrechtlichen, politischen oder anderen Gründen nicht möglich ist.

Maßnahmen zur Überwindung einer Krise

Durch entwicklungsorientierte Nahrungsmittel-, Not- und Flüchtlingshilfe unterstützt die Bundesrepublik Deutschland Länder, die von Konflikten oder Katastrophen betroffen sind, bei der Überwindung akuter Ernährungsengpässe. Die deutschen Hilfsmaßnahmen sind darauf ausgerichtet, dass die Menschen in relativ kurzer Zeit ihre Eigenständigkeit wiedererlangen. Dazu dient unter anderem auch der schnelle Aufbau einer sozialen und infrastrukturellen Mindestversorgung, etwa durch die Einrichtung oder Wiederherstellung von Gesundheitsstationen, Schulen, Unterkünften, Zugangsstraßen sowie der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.

Bei den Maßnahmen wird besonders darauf geachtet, dass sie die Selbsthilfekräfte der betroffenen Bevölkerung soweit wie möglich stärken. Das ist zum Beispiel durch "Food for Work"- oder "Cash for Work"-Programme möglich: Dabei bekommen die Menschen, die beim Wiederaufbau helfen, Lebensmittel oder Geld für ihren Einsatz. Sehr häufig wird Nahrungsmittelhilfe mit entwicklungs­orientierten Maßnahmen wie der Förderung von Agrarreformen oder dem Schutz vor Erosion verknüpft. Auch Programme zur Krisenprävention, Konfliktbearbeitung und Katastrophenvorsorge gehören zu diesem Arbeitsbereich.

Das "Do no harm"-Prinzip

Nothilfe kann negative Effekte haben, wenn sie nicht umsichtig geplant und an die spezifische Situation angepasst wird. Ein plötzlicher Zufluss umfangreicher Mittel oder eine zu lange Unterstützung kann Korruption, Zweckentfremdung und Konfliktverlängerung zur Folge haben. Die Vorhaben müssen darum nach dem "Do no harm"-Prinzip durchgeführt werden ("Richte keinen Schaden an"). Das bedeutet, dass Konflikte durch die Hilfe nicht verschärft werden dürfen. Nothilfemaßnahmen müssen so geplant werden, dass sie den Friedensprozess unterstützen und den Wiederaufbau und die Entwicklung fördern. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit beachtet dies bei all ihren Maßnahmen.

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