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Hunger

Hintergrund: Hunger in der Welt
"Meine Kinder waren hungrig und ich erzählte ihnen: Der Reis kocht. Ich erzählte es ihnen so lange, bis sie vor Hunger einschliefen."
Ein Vater in Ägypten.
Aus: Weltbank-Studie "Voices of the Poor" (Stimmen der Armen)
Der Hunger nimmt zu. Mehr als eine Milliarde Menschen waren im Jahr 2009 unterernährt – so viele, wie nie zuvor. Täglich sterben in den Entwicklungsländern tausende Menschen an den Folgen von Unterernährung; mehr als die Hälfte von ihnen sind Kinder unter fünf Jahren. An Hunger und Unterernährung leiden weit mehr Menschen als an AIDS, Malaria und Tuberkulose zusammen.
Nach Einschätzung der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) reichen die weltweit verfügbaren Ressourcen aus, um die gesamte Weltbevölkerung zu ernähren. Auf die Frage "Warum müssen trotzdem Millionen Menschen hungern?" gibt es darum keine einfache Antwort. Hunger hat vielfältige und komplexe Ursachen: Krieg, Armut, unfaire Wettbewerbsbedingungen im Weltagrarhandel, fehlende Eigentums- und Nutzungsrechte für den Boden, schlechte politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen, Umweltzerstörung durch Raubbau, Klimawandel, die wachsende Konkurrenz zur Erzeugung nachwachsender Agrarrohstoffe – etwa Agrartreibstoffe, mangelnde Förderung der ländlichen Entwicklung und vieles mehr.
Auf dem Welternährungsgipfel 1996 in Rom und in der Millenniumserklärung hat sich die Weltgemeinschaft dazu verpflichtet, die absolute Zahl der Hungernden bzw. ihren Anteil an der Weltbevölkerung bis zum Jahr 2015 um die Hälfte zu reduzieren. Diese Ziele können nicht erreicht werden, wenn die Weltgemeinschaft ihr Engagement zur Verbesserung der Ernährung nicht erheblich steigert. Bisherige Bilanz: Anstatt zu sinken, steigt die absolute Zahl der Hungernden seit Jahren kontinuierlich an.
Deutschland engagiert sich in enger Zusammenarbeit mit anderen Gebern intensiv im Kampf gegen Hunger und Armut. Die Sicherung der Ernährung und die Förderung der Landwirtschaft und des ländlichen Raums – bei gleichzeitigem Schutz der natürlichen Ressourcen – sind wichtige Ziele der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.
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