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"Double Burden": Die zwei Seiten der Fehlernährung
Der Begriff "Double Burden" (doppelte Belastung) steht im Bereich der Entwicklungspolitik für das Nebeneinander von zwei bedeutenden Ernährungsproblemen: Unterernährung und Übergewicht (Adipositas).
Übergewicht ist ein weltweites Problem, das sowohl in Industrieländern als auch in Entwicklungsländern rasant zunimmt. Schon heute leben zwei von drei übergewichtigen Menschen in Entwicklungsländern, die meisten von ihnen in Transformationsländern oder Staaten mit stark wachsenden Volkswirtschaften. Dort tritt in immer mehr Familien Über- und Untergewicht gleichzeitig auf.
Übergewicht ist unter anderem Folge der Urbanisierung und Globalisierung sowie der Technisierung der Umwelt: Durch die zunehmende Verstädterung verbringt die Bevölkerung mehr Zeit außer Haus und weniger Zeit mit der Vor- und Zubereitung von Mahlzeiten. Viele neue Produkte kommen auf den Markt, gleichzeitig sind die traditionellen Nahrungsmittel oft schlechter verfügbar oder werden weniger geschätzt.
Durch industrielle Massenproduktion fallen die Preise der stark verarbeiteten Lebensmittel. Viele Konsumenten bevorzugen sie gegenüber den traditionellen Grundnahrungsmitteln, weil sie billig, haltbar und überall erhältlich sind. Außerdem sättigen sie sehr gut. Allerdings ist die Nährstoffzusammensetzung von verarbeiteten Lebensmitteln oft unausgewogen und der Lebensweise der Konsumenten nicht angepasst. Für eine vollwertige Ernährung wäre zum Beispiel ein hoher Anteil von frischem Obst und Gemüse in der Nahrung notwendig.
Übergewicht ist für die Gesellschaft sehr teuer. Es verursacht chronische und ernährungsbedingte Erkrankungen wie zum Beispiel Diabetes Typ II, Herzinfarkt oder Schlaganfall. Weltweit gehen mehr als die Hälfte aller Todesfälle auf solche nicht ansteckenden Krankheiten zurück.
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