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Hunger
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Ernährungssicherung – ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungspolitik
Die Regierungsparteien haben sich im Koalitionsvertrag von Oktober 2009 darauf geeinigt, dass ländliche Entwicklung und Ernährungssicherung einen Schwerpunkt der Arbeit in der laufenden Legislaturperiode bilden werden. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit orientiert sich an folgenden strategischen Zielen:
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Die umfassende Entwicklung des ländlichen Raumes wird zum Wachstumsmotor der weitgehend agrarbasierten Wirtschaft der Entwicklungsländer. Im Mittelpunkt stehen hierbei die bäuerliche Landwirtschaft und Fischerei. Kleinbauernfamilien werden unterstützt, über die Schwelle der reinen Selbstversorgung zu gelangen und Einkommen aus ihrer Tätigkeit zu erzielen. Produktivitätssteigerung und Einkommen in der Landwirtschaft ermöglichen auch Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft. Dies ist der wirksamste Ansatz, um die verbreitete Armut und den Hunger im ländlichen Raum zu überwinden. Privatinvestitionen in die Landwirtschaft sind zu stärken und entwicklungspolitisch auszurichten. In einer wachsenden Zahl von ländlichen Regionen der Erde liegt die Schaffung von Erwerbsalternativen zum Drogenanbau im sicherheitspolitischen Interesse.
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Entwicklungsländer entwickeln ihre eigenen Strategien zur Ernährungssicherheit und werden darin unterstützt, sich selbst zu ernähren ("Ernährungssouveränität").
Erstens steht die Entwicklung lokaler, nationaler und regionaler Märkte für Nahrungs- und Futtermittel im Mittelpunkt. Eine Störung dieser Märkte, etwa durch Exportsubventionen der Industriestaaten, ist zu vermeiden. Darüber hinaus ist eine entwicklungsorientierte Integration in die Weltwirtschaft Ziel der deutschen Entwicklungspolitik, sofern nicht hierdurch die lokale Ernährungssicherheit gefährdet wird.
Zweitens muss der souveräne Zugriff auf die natürlichen Ressourcen (etwa Fischgründe, Bodenfruchtbarkeit, biologische Vielfalt) unterstützt werden. -
Sämtliche Unterstützungsmaßnahmen sind konsequent auf eine Nachhaltigkeit der Wirkung ausgerichtet. Diese Ausrichtung hat zwei Konsequenzen.
Erstens reichen die Maßnahmen weit über den landwirtschaftlichen Sektor im engeren Sinne hinaus; sie umfassen das gesamte Spektrum der Entwicklung von Institutionen und der Förderung guter Regierungsführung mit dem Ziel, den Rahmen für eine dauerhafte Produktionssteigerung in der Landwirtschaft zu verbessern und den ländlichen Raum umfassend zu entwickeln.
Zweitens müssen die natürlichen Produktionsgrundlagen erhalten und Landbewirtschaftung mit dem Schutz natürlicher Ressourcen (Fischgründe, Wasser, Boden, Klima, biologische Vielfalt) in Einklang gebracht werden. Nur durch nachhaltiges Landmanagement wird es möglich sein, auch in Zukunft eine wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Diese Herausforderung wird durch die erforderliche Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel noch wachsen.
Zur Umsetzung dieser strategischen Ziele wird das BMZ zwei Wege verfolgen:
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Das BMZ tritt in den sich formenden multilateralen Foren der Globalen Initiative für Ernährungssicherheit für die allgemeine Etablierung dieser drei strategischen Ziele ein.
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Das BMZ richtet seine eigene bilaterale Zusammenarbeit im Bereich ländliche Entwicklung und Welternährung konsequent an diesen Zielen aus. Es wird seine bisherigen positiven Erfahrungen und Erfolge aufbereiten und diese als gute Beispiele in die Globale Partnerschaft einspeisen.
Das BMZ wird die internationale Agrarforschung, die für eine dauerhafte Ernährungssicherheit immens wichtig ist, stärker als bisher darauf verpflichten, die Umsetzung dieser drei strategischen Ziele zu unterstützen.
Engagement zur Überwindung aktueller Krisen
Für die kurzfristige Überwindung von Nahrungsmittelknappheit setzt die Bundesregierung das Instrument der entwicklungsorientierten Nahrungsmittel-, Not- und Flüchtlingshilfe ein. Deutschland unterstützt das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) von 2007 bis 2010 mit einem jährlichen Grundbeitrag von 23 Millionen Euro.
Die Bundesregierung hat im Juni 2008 einen Abschlussbericht zur globalen Ernährungssicherung verabschiedet, in dem sie Ziele und Maßnahmen zur Überwindung der globalen Krise erläutert. Zur Bekämpfung der Nahrungskrise hat das Ministerium seine Unterstützung für das WFP 2008 um zusätzliche 100 Millionen Euro erhöht.
Deutschland hat im Rahmen des G8-Gipfels im Jahr 2008 insgesamt 600 Millionen Euro für Maßnahmen der Ernährungssicherung zugesagt. Davon werden 387 Millionen Euro im Rahmen der bilateralen Entwicklungszusammenarbeit verwendet. Gleichzeitig engagiert sich die Bundesrepublik in einer G8-Arbeitsgruppe, die sich mit Lösungsansätzen für die Nahrungskrise beschäftigt.
Zudem hat sich die Bundesregierung mit Erfolg für die Errichtung einer EU-Fazilität zur Unterstützung von Entwicklungsländern bei der Bewältigung der Nahrungskrise eingesetzt. Diese trat im Dezember 2008 in Kraft und stellt den Entwicklungsländern bis Ende 2010 eine Milliarde Euro für Maßnahmen der Ernährungssicherung zur Verfügung.
Auf dem G8-Gipfel in L’Aquila hat Bundeskanzlerin Angela Merkel drei Milliarden US-Dollar für die Jahre 2010 bis 2012 zugesagt. Diese Mittel sollen in die Verbesserung der Ernährungssicherung und strukturelle Maßnahmen der ländlichen Entwicklung und Landwirtschaft investiert werden.
Unterstützung der Strategien der Partnerländer
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit führt Vorhaben in über 50 Ländern durch, um ihre Partner bei der nachhaltigen Bekämpfung von Armut und Hunger zu unterstützen. Dies erfolgt durch ein breites Spektrum an Maßnahmen – von der unmittelbaren Ernährungssicherung über ländliche Entwicklung bis hin zum Aufbau tragfähiger politischer Strukturen. Um die Ursachen von Nahrungsmittelkrisen zu bekämpfen, stehen die Förderung der nachhaltigen landwirtschaftlichen Produktivität von Kleinbauern, die Verbesserung der ländlichen Infrastruktur sowie die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel im Vordergrund. Auch die Unterstützung agrarpolitischer Reformen mit dem Ziel, Kleinbauern einen verbesserten Zugang zu Land, Wasser, Krediten, Märkten und Beratung zu verschaffen, ist von zentraler Bedeutung für die Ernährungssicherheit.
Verbesserung der internationalen Rahmenbedingungen für Ernährungssicherheit
Auf internationaler Ebene setzt sich Deutschland für die Verbesserung der Rahmenbedingungen für Ernährungssicherheit ein: Über ihre Mitgliedschaft in der Europäischen Union und in internationalen Organisationen finanziert die Bundesregierung nicht nur deren Programme mit, sondern gestaltet auch die Förderpolitik der jeweiligen Gremien mit. So kann Deutschland auch auf globaler Ebene dabei mitwirken, das Recht auf Nahrung zu verwirklichen und einklagbar zu machen.
Um zu verhindern, dass die verstärkte Nachfrage nach Agrartreibstoffen zu einer Verschärfung der Nahrungsmittelkrise führt, setzt sich Deutschland für die Festlegung sozialer und ökologischer Nachhaltigkeitskriterien ein. Nach Auffassung der Bundesrepublik soll die europäische und internationale Handelspolitik weiterentwickelt werden, um Entwicklungsländern bessere Chancen für den Ausbau ihrer landwirtschaftlichen Produktion und ihres Agrarhandels zu bieten.
Informationen

Publikationen

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Millenniums-Entwicklungsziele – Bericht 2011
Eine Veröffentlichung der Vereinten Nationen
(PDF 1,6 MB) -
Entwicklung ländlicher Räume und ihr Beitrag zur Ernährungssicherung
BMZ-Informationsbroschüre
(PDF 1,8 MB, barrierefrei) -
Katastrophenvorsorge – Beiträge der deutschen Entwicklungszusammenarbeit
(PDF 2,6 MB, barrierefrei)





