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Innovative Finanzierungsinstrumente
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Mobilisierung privater Investoren
Um mehr entwicklungspolitisch wichtige Investitionen in Partnerländern zu ermöglichen, versucht das BMZ Marktmittel sowie private und institutionelle Anleger für die Finanzierung von Entwicklung zu gewinnen (zu "hebeln"). Hierzu setzt das BMZ knappe Steuergelder zielgerichtet ein, um ein möglichst großes Investitionsvolumen in Entwicklungsländern zu ermöglichen.
Einsatz von Marktmitteln in der bilateralen Finanziellen Zusammenarbeit
Durch die Beimischung von Mitteln, die die KfW Entwicklungsbank am Kapitalmarkt aufgenommen hat, konnte das Gesamtvolumen der Kreditzusagen im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit in den vergangenen Jahren erheblich gesteigert werden. Während der Anteil der Mittel aus dem Bundeshaushalt bei den Zusagen der KfW Entwicklungsbank von 1 Milliarde Euro im Jahr 2001 auf rund 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2009 stieg, erhöhte sich das Gesamtvolumen der Zusagen durch die Beimischung von Marktmitteln im gleichen Zeitraum von knapp 1,6 Milliarden Euro auf knapp 3,5 Milliarden Euro.
Das BMZ wird zukünftig noch weitere Möglichkeiten erschließen, um durch die KfW Entwicklungsbank mehr Mittel für die Entwicklungsfinanzierung zu mobilisieren. So sollen beispielsweise bei schuldentragfähigen Partnerländern im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit noch mehr Marktmittel eingesetzt werden.
Dadurch, dass diese Länder Kredite mit marktnäheren und dem Förderziel angemessenen Konditionen erhalten, werden BMZ-Haushaltsmittel für die Förderung weniger entwickelter Partnerländer frei. Dieses Geld kann dann in Form von Zuschüssen weitergegeben werden. Gleichzeitig übernehmen die schuldentragfähigeren Länder mehr Eigenverantwortung dafür, sorgfältig und nachhaltig mit den Krediten umzugehen.
Mobilisierung privater Gelder durch strukturierte Finanzfonds
Auch durch den Aufbau sogenannter strukturierter Fonds kann zusätzliches privates Kapital – sowohl von institutionellen als auch privaten Anlegern – für entwicklungspolitische Zwecke mobilisiert werden. Bei diesen Fonds werden die Mittel mehrerer öffentlicher Geber sowohl mit den Geldern von Entwicklungsbanken und internationalen Finanzinstitutionen als auch mit Mitteln privater Investoren gemischt. Die öffentlichen Mittel fungieren dabei als "Risikopuffer" für die privaten Kapitalgeber. So werden für die Privaten Anreize geschaffen, auch in wenig vertraute Regionen und in innovative Sektoren zu investieren.
Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit konnten durch strukturierte Fonds seit 2005 bis Ende 2010 pro Euro aus dem Bundeshaushalt 3,60 Euro zusätzliche öffentliche Mittel und 4,80 Euro zusätzliches privates Kapital mobilisiert werden.
Die Mittel der strukturierten Fonds werden in der Regel für private Finanzinstitutionen in den Partnerländern eingesetzt. Diese werden dadurch in die Lage versetzt, Kredite an kleinste, kleine und mittlere Unternehmen und Privatleuten zu vergeben. Die öffentlichen Mittel werden dabei durch den Fonds nicht aufgezehrt, sondern nach Rückzahlung an den Fonds erneut eingesetzt (revolvierende, das heißt sich selbst erneuernde, Kapitalquelle).
Ein sehr erfolgreiches Beispiel für einen solchen Fonds ist der 2005 im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit gegründete European Fund for South East Europe (EFSE). Es handelt sich um einen überregionalen Fonds zur Förderung von kleinsten, kleinen und mittleren Unternehmen in Südosteuropa und im Kaukasus. Der Fonds hat Ende 2010 ein Volumen in Höhe von rund 760 Millionen Euro – davon 65 Prozent von privaten Investoren. Durch die revolvierende Verwendung der Mittel sind mehr als 1,3 Milliarden Euro in über 250.000 Kredite an KKMU geflossen.
Nach dem Muster des EFSE wurden seit 2005 allein mit deutscher Beteiligung sechs weitere überregionale Fonds gegründet. Der Erfolg dieses Modells zur Mobilisierung privater Investoren ist international anerkannt. So gewann das als innovativ und krisenresistent geltende Fondsmodell den von den Industrie- und Schwellenländern (G20) initiierten Ideenwettbewerb "G20 SME Finance Challenge" zur Mittelstandsfinanzierung in Entwicklungsländern – vor 344 weiteren Bewerbern aus über 75 Ländern.
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