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Internationale Politik
Folgeprozess der internationalen Konferenz für erneuerbare Energien – Renewables 2004
Auf der Weltkonferenz für erneuerbare Energien "Renewables 2004" in Bonn trafen sich im Juni 2004 auf Einladung der Bundesregierung mehr als 3.600 hochrangige Vertreter von Regierungen, internationalen Organisationen, Wirtschaftsverbänden und Nichtregierungsorganisationen aus 154 Ländern. Die Konferenz befasste sich mit den zentralen Fragen: Wie kann der Anteil erneuerbarer Energien in Industrie- und Entwicklungsländern deutlich erhöht und wie können die Potenziale von Sonne, Wind, Wasser, Erdwärme und Biomasse besser genutzt werden?
Die Delegierten waren sich einig, dass die Nutzung erneuerbarer Energien ausgeweitet werden muss, um die Armut reduzieren und das Klima schützen zu können. Auf der Konferenz wurden dazu politische Strategien weiterentwickelt und konkrete Schritte beschlossen. In einem Internationalen Aktionsprogramm (IAP) wurden 200 Maßnahmen, Ausbauziele und freiwillige Verpflichtungen einzelner Länder und Regionen und internationaler Organisationen zusammengefasst.
Einige Beispiele:
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China sagte zu, bis 2010 den Anteil erneuerbarer Energien am Energieverbrauch auf zehn Prozent zu steigern. Dieses Ziel wurde bereits 2008 erreicht. 2020 soll der Anteil 15 Prozent betragen.
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Die Weltbankgruppe kündigte an, die Kreditzusagen im Bereich erneuerbarer Energien und Energieeffizienz fünf Jahre lang um 20 Prozent pro Jahr zu erhöhen. Diese Verpflichtung hat sie erfüllt.
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Die Globale Umweltfazilität von Weltbank, UN-Entwicklungsprogramm und UN-Umweltprogramm sagte zu, jedes Jahr 100 Millionen US-Dollar für Vorhaben im Bereich der erneuerbaren Energien in Entwicklungsländern bereitzustellen.
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Als zentraler deutscher Beitrag wurde eine Sonderfazilität bei der KfW Entwicklungsbank geschaffen. Ihre Mittel in Höhe von 500 Millionen Euro wurden für den Ausbau erneuerbarer Energien und die Verbesserung der Energieeffizienz in Schwellen- und Entwicklungsländern genutzt. Dieses Geld wurde zusätzlich zu den Mitteln in Höhe von einer Milliarde Euro bereitgestellt, die auf dem Weltgipfel 2002 in Johannesburg für erneuerbare Energien und Energieeffizienz zugesagt worden waren. Wegen der großen Nachfrage hat die KfW die Initiative für Klima und Umweltschutz (IKLU) als Fortführung der Sonderfazilität ins Leben gerufen.
In einer Deklaration formulierten die in Bonn anwesenden Ministerinnen und Minister eine politische Vision für die globale Energiewende. Das Ziel: Bis zum Jahr 2015 sollen eine Milliarde Menschen mit Energie aus erneuerbaren Quellen versorgt werden. Aus der Konferenz hervorgegangene Politikempfehlungen zeigen Wege auf, wie die Marktentwicklung für erneuerbare Energien in Entwicklungs- und Industrieländern vorangetrieben werden kann, zum Beispiel, indem man die Subventionen für konventionelle Energien abbaut.
Um die erzielten Fortschritte zu festigen und die weitere Entwicklung zu dokumentieren sowie die enge Zusammenarbeit von Staaten mit Zivilgesellschaft und Privatwirtschaft zur politischen Förderung erneuerbarer Energien dauerhaft zu verankern, wurde in Bonn beschlossen, ein globales politisches Netzwerk für erneuerbare Energien zu schaffen – das Renewable Energy Policy Network for the 21st Century (REN21).
Der Prozess geht weiter: Peking 2005, Washington 2008, Delhi 2010
Die chinesische Regierung richtete im November 2005 mit der "Beijing International Renewables Conference 2005" (BIREC) in Peking eine internationale Folgekonferenz zur Renewables 2004 aus, bei der die Bedeutung der erneuerbaren Energien gerade für Entwicklungsländer hervorgehoben wurde. Fortgeführt wurde der Prozess im März 2008 mit der "Washington International Renewable Energy Conference" (WIREC) in der Hauptstadt der USA. Die Konferenz bewies erneut den gemeinsamen Willen aller beteiligten Länder und Akteure, den Ausbau von erneuerbaren Energien weltweit voranzutreiben. Hierzu wurde auch in Washington ein anspruchsvolles Aktionsprogramm verabschiedet.
Im Oktober 2010 war die indische Regierung Gastgeberin der dritten Renewables-Folgekonferenz (DIREC). Die Teilnehmer betonten, dass erneuerbare Energie dazu beitrage, trotz Finanz- und Wirtschaftskrise den weltweiten Zugang zu Energie und Entwicklung zu verbessern. Die Vereinten Nationen wurden aufgefordert, 2012 als "Internationales Jahr des Energiezugangs" auszurufen. Im Delhi-Aktionsprogramm werden Regierungen, internationale Organisationen, private Unternehmen und die Zivilgesellschaft aufgerufen, in ihrem Verantwortungsbereich Maßnahmen zu ergreifen, um die Verbreitung erneuerbarer Energien weiter zu fördern.
Die nächste Konferenz in dieser Serie wird 2012 in Abu Dhabi in den Vereinigten Arabischen Emiraten stattfinden.
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