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Formale Grundbildung

Non-formale Grundbildung fördern

Kinder in Aghanistan lernen sich vor Minen und Munition zu schützen. Urheberrecht: Photothek.netDie non-formale oder außer­schu­lische Grund­bil­dung umfasst alle organisierten und systematischen Bildungs­akti­vi­täten, die außer­halb des formalen Schulwesens angeboten werden. Sie dient der Befriedigung grundlegender Lern­bedürf­nisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen. Das Spektrum umfasst allgemeine, berufliche, kulturelle und politische Bildung.

Außerschulische Grundbildung sollte ein funktionierendes formales Bildungssystem nicht ersetzen, aber ergänzen. Besonders in Ent­wick­lungsländern hat sie eine wichtige Brückenfunktion. Sie kann zum Beispiel Kinder und Jugendliche, die keine Schule besucht haben oder die Schule vorzeitig abgebrochen haben, auf den (Wieder-)Einstieg in das formale Bildungssystem vorbereiten. Erwachsene, die nicht lesen und schreiben können, können durch non-formale Alpha­beti­sierungs­programme geschult werden.

Chancen durch non-formale Grundbildung

Für Mädchen, die ihre Ausbildung mit Verspätung beginnen oder nach einer Unterbrechung wieder aufnehmen, hat die außer­schu­lische Bildung eine wichtige Bedeutung. "Brücken"-Schulen, die entweder Blockunterricht mit fester Unterbringung bieten oder als Bildungszentrum vor Ort konzipiert sind, haben sich dabei als wirksames Instrument erwiesen. Die Angebote werden auf die sozial und zeitlich begrenzten Bewegungsspielräume der Frauen abgestimmt. Mit Alphabetisierungs- und Motivationskampagnen sollen Frauen zur Wahrnehmung der Angebote ermuntert werden.

Außerschulische Bildung kann häufig besser an den lokalen Bedarf angepasst werden als das öffentliche Schulwesen. Alpha­beti­sierungs­kurse werden heute sehr oft mit der Ver­mittlung von Alltags­fähig­keiten ("life skills") verknüpft. So lernen die Schülerinnen und Schüler nicht nur lesen und schreiben, sondern erwerben zum Beispiel auch Wissen über Gesundheit, Ernährung und Familien­planung oder über berufliche Möglichkeiten, Sparkonten und Kredite.

Träger der non-formalen Grundbildung sind in der Regel private, nicht-staatliche, zivilgesellschaftliche oder kirchliche Organisa­tionen. Im Bereich der Alphabetisierung von Erwachsenen sind auch öffentliche Institutionen aktiv.

Nach derzeitigen Schätzungen konnten 2007 weltweit etwa 759 Millionen Menschen nicht lesen und schreiben. Die Zahl ist damit seit 2000 um 13 Prozent gesunken. Bis 2015 rechnet die Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) zwar mit einem weiteren Rückgang. Doch die Entwicklung hat sich verlangsamt, so dass damit gerechnet werden muss, dass 2015 immer noch 710 Millionen Menschen – 13 Prozent der Erwachsenen weltweit – Analphabeten sein werden.

Das deutsche Engagement

In der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist das Institut für Internationale Zusammenarbeit des Deutschen Volks­hoch­schul­verbandes (dvv international) einer der Hauptakteure in der außerschulischen Grundbildung. Schwerpunkt der Arbeit ist die Alphabetisierung von Erwachsenen. dvv international arbeitet dabei mit staatlichen und nichtstaatlichen Partnern zusammen und unterstützt internationale Netzwerke.

Weitere Arbeitsbereiche sind unter anderem die Qualifizierung von Fachkräften, die Erarbeitung von Lehr- und Lernmaterialien, die Stärkung der institutionellen Infrastruktur, berufliche und beschäftigungsorientierte Aus- und Fortbildung, Frauenbildung, Umweltbildung, Friedens- und Menschenrechtserziehung.

Seit Mitte der 1990er Jahre fördert die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit Kinder und Jugendliche, die keine Schule besucht haben oder die Schule vorzeitig abgebrochen haben. Die Programme sind jugendspezifisch ausgerichtet, zu den Zielgruppen gehören arbeitende Kinder, Straßenkinder, AIDS-Waisen, ehemalige Kindersoldaten und Kinderprostituierte. Solche Angebote eröffnen ihnen Wege aus der Abhängigkeit.

Neuere Ansätze der Entwicklungszusammenarbeit versuchen, die schulische und außerschulische Grundbildung miteinander zu ver­binden. Dadurch wird die offizielle Anerkennung von Lern­leistungen und Abschlüssen erleichtert. So kann vermieden werden, dass außerschulische Grundbildung zu einem parallelen Bildungssystem führt, das als minderwertig angesehen wird. Die Bundesregierung fördert deshalb auch die Öffnung der Schulen für die außerschulische Bildung. Sowohl die Gebäude als auch das Lehrpersonal und das Unterrichtsmaterial können dafür genutzt werden.

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