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Formale Grundbildung
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Die Qualität der Grundbildung verbessern
Innerhalb kurzer Zeit allen Kindern Zugang zu Bildung zu verschaffen, stellt für Entwicklungsländer eine enorme Herausforderung dar. Bei ihren Bemühungen, dieses Ziel schnellstmöglich und flächendeckend zu erreichen, fällt es den Ländern schwer, auf die vielfältigen Lernbedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen einzugehen. Darunter leidet die Qualität der Bildung. Ein Schwerpunkt der deutschen Entwicklungszusammenarbeit ist deshalb, die Unterrichtsqualität zu verbessern – unter anderem durch Maßnahmen in den folgenden Bereichen:
Aus- und Fortbildung von Lehrerinnen und Lehrern
In vielen Entwicklungsländern besteht – aus Mangel an finanziellen Möglichkeiten – der Trend, schlecht qualifizierte Lehrkräfte einzustellen. In Mosambik beispielsweise waren 2008 rund 41 Prozent der Grundschullehrer ohne Ausbildung. Vor allem in ländlichen Regionen von Entwicklungsländern fehlen qualifizierte Lehrerinnen und Lehrer. Das hat negative Folgen für die Qualität des Unterrichts. Die Bundesrepublik fördert deshalb die Aus- und Fortbildung von pädagogischem Personal.
In der Ausbildung müssen die Lehrkräfte unter anderem auch für Geschlechterfragen sensibilisiert werden. Die Bedeutung weiblicher Vorbilder als Mittel der Förderung der Gleichberechtigung ist allgemein anerkannt. Dennoch ist die Zahl der Lehrerinnen in vielen Ländern sehr niedrig. In Uganda und Sambia beispielsweise sind in städtischen Grundschulen 60 Prozent der Lehrkräfte weiblich, während es auf dem Land nur 15 bis 35 Prozent sind.
Entwicklung von Lehrplänen
Um den Unterricht besser an die Bedürfnisse der Schüler anzupassen, ist die Entwicklung von Lehrplänen Teil der Entwicklungszusammenarbeit Deutschlands und seiner Partnerländer. Die Förderung demokratischen Verhaltens und friedlichen Zusammenlebens, Umwelt- und Gesundheitserziehung, HIV/AIDS-Prävention oder Berufsvorbereitung sind Themen, die in die Lehrpläne integriert werden.
Förderung des muttersprachlichen Unterrichts
In mehrsprachigen Gesellschaften entscheidet die Unterrichtssprache über die Chancen der Kinder auf Grundbildung. Die Nutzung der Muttersprache oder zumindest einer den Kindern bekannten Zweitsprache ist Voraussetzung für einen effektiven Unterricht.
Bereits Anfang der 1970er Jahre startete die deutsche Entwicklungszusammenarbeit ein Programm zur Einführung von muttersprachlichem Unterricht an Primarschulen im peruanischen Hochland, wo viele indigene Kinder leben. Von dem mittlerweile abgeschlossenen Vorhaben gingen positive Impulse auf die Nachbarländer über. In Bolivien beispielsweise wurde im Zuge der 1994 begonnenen Bildungsreform der zweisprachige Unterricht für alle Kinder eingeführt, deren Muttersprache nicht Spanisch ist. Deutschland unterstützte zehn Jahre lang die bolivianische Bildungsreform im Rahmen der Technischen Zusammenarbeit. Dabei ging es unter anderem um Beratung, die Erstellung von mehrsprachigen Unterrichtsmaterialien und die Weiterbildung der Lehrkräfte. Auch in Guatemala unterstützt Deutschland die Förderung der interkulturellen zweisprachigen Erziehung.
In verschiedenen Ländern Afrikas wurde die Produktion von Schulbüchern und anderen Büchern in einheimischen Sprachen gefördert.
In Sri Lanka unterstützt die Bundesrepublik das Bildungsministerium und das nationale Bildungsinstitut in der Bildungspolitik. Gefördert wird unter anderem mehrsprachiger Unterricht in den zwei Nationalsprachen Sinhala und Tamil.
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