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Berufliche Bildung
Wissen vermitteln, Perspektiven schaffen, Konflikten vorbeugen
Sierra Leone ist trotz seines Reichtums an Bodenschätzen ein extrem armes Land. Nach einem zehnjährigen Bürgerkrieg liegt sein Entwicklungspotenzial brach. Die soziale und wirtschaftliche Situation ist durch eine hohe Analphabetenrate, den Zusammenbruch des Bildungssektors und die Verkümmerung der Privatwirtschaft gekennzeichnet. Es mangelt an wirtschaftlichen Entwicklungsinitiativen und gesamtgesellschaftlichen Problemlösungsstrategien. Die Arbeitslosigkeit ist insbesondere unter den Jugendlichen außerordentlich hoch. Ihre Integration in die Gesellschaft und das Wirtschaftsleben ist gefährdet – dadurch ergibt sich neues Konfliktpotenzial.
Die beruflichen Qualifizierungsangebote für Jugendliche in Sierra Leone orientieren sich bislang zu wenig am tatsächlichen Bedarf und den realen Beschäftigungsmöglichkeiten. Um den Heranwachsenden Perspektiven aufzuzeigen und zugleich Wirtschaft und Gesellschaft wiederzubeleben, müssen grundlegende allgemeinbildende, lebensweltorientierte und marktbezogene Kompetenzen vermittelt werden.
Ziel eines Vorhabens der GIZ in Sierra Leone ist, dass benachteiligte Jugendliche und junge Erwachsene aktiv an den sozialen, wirtschaftlichen und politischen Aktivitäten ihrer Gemeinde teilnehmen. Das non-formale Bildungsangebot umfasst vier Teilkomponenten:
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Lehrlingsausbildung: Jugendliche werden zu Handwerkern auf mittlerem Niveau qualifiziert. Das Ausbildungsangebot besteht aus theoretischem Unterricht in Gemeindebildungszentren und einem zunehmend praktischen Teil in Werkstätten lokaler Handwerker. Die angebotenen Fachrichtungen sind an den bestehenden Beschäftigungsmöglichkeiten in den ausgewählten ländlichen Distrikten ausgerichtet, insbesondere am Bedarf der Landwirtschaft.
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Gemeindenahe Alphabetisierungsmaßnahmen in Verbindung mit Einkommen schaffenden Aktivitäten.
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Sozialpädagogische Betreuung der Jugendlichen im Umfeld der Gemeindebildungszentren und Alphabetisierungsmaßnahmen. Sie werden dabei unterstützt, Eigeninitiativen zu entwickeln und Ideen zum Einkommenserwerb umzusetzen.
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Kapazitätsentwicklung auf allen Ebenen (Ministerien, Distriktverwaltungen, Schulkomitees, Nichtregierungsorganisationen, Jugendsozialarbeiter, Handwerker).
Die Förderung erfolgt in erster Linie durch Beratung und Fortbildung von Fach- und Führungskräften auf nationaler und lokaler Ebene. Außerdem werden bei Bedarf Sachleistungen erbracht – wie Computerausstattungen, Fahrzeuge und Publikationen – sowie Finanzierungszuschüsse bewilligt.
Angestrebt wird, in fünf ausgewählten Distrikten insgesamt 2.500 Lehrlinge auszubilden, davon 50 Prozent Frauen. In 25 gemeindenahen Alphabetisierungszentren sollen 13.500 Jugendliche und junge Erwachsene (davon 60 Prozent Frauen) Bildungsangebote wahrnehmen. Die gemeinschaftlich gestalteten wirtschaftlichen Aktivitäten sollen in 25 Dorfgemeinschaften spürbar belebt werden. Zugleich soll sich die Anzahl von Konflikten, die von lokalen Schiedsgerichten friedlich geschlichtet werden, deutlich erhöhen.
Indem die Jugendlichen und jungen Erwachsenen einer einkommensrelevanten Tätigkeit nachgehen oder sich in sozialen und politischen Aktivitäten engagieren, werden der demokratische Prozess und das friedliche Zusammenleben gefördert und die Wirtschaftskraft der Familien und der Dorfgemeinschaften insgesamt gestärkt. Auf diese Weise trägt das Vorhaben der deutschen Entwicklungszusammenarbeit dazu bei, die Armut zu mindern, Konflikten vorzubeugen und das Vertrauen in staatliche Institutionen und nichtstaatliche Dienstleister wiederherzustellen.
Deutscher Beitrag: 4 Millionen Euro
Geplante Laufzeit: Februar 2007 bis Januar 2011







