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Uganda

Tanzende junge Mädchen in Uganda. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRIN

Situation und Zusammenarbeit

Seit Anfang der 1990er Jahre hat sich die wirt­schaft­liche und soziale Lage in Uganda verbessert. Vor allem in der Armuts­bekämpfung und der Redu­zierung der HIV-Infektions­rate erzielte die Regierung große Erfolge. Gefördert durch die inter­nationale Geber­gemeinschaft arbeitet das Land seit 1987 an einem um­fassen­den Programm zur Armuts­reduzierung. Der Anteil der armen Menschen an der Gesamt­bevölkerung konnte halbiert wer­den, von 56 Prozent im Jahre 1992 auf aktuell rund 25 Prozent.

Doch noch immer leiden besonders Frauen, Bewohner ländlicher Regionen und die Menschen im krisen­geschüttelten Norden des Landes unter großer Armut. Rund ein Drittel der Bevölkerung hat keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser, die durch­schnittliche Lebens­erwartung liegt bei nur 53 Jahren. Auf dem Index mensch­licher Entwicklung (HDI 2011) des Entwicklungs­programms der Vereinten Nationen steht Uganda auf Platz 161 von 187 Ländern.

Obwohl Uganda bereits entscheidende Entwicklungs­fortschritte gemacht hat, braucht es weitere Anstrengungen, um die Millenniums­entwicklungs­ziele erreichen zu können. Defizite bestehen vor allem bei der Sicherung der ökologischen Nach­haltigkeit (Ziel 7), der Senkung der Kinder­sterblichkeit (Ziel 4) und bei der Verbesserung der Gesund­heit von Müttern (Ziel 5). Die bisherigen Erfolge werden durch das weiter steigende Be­völ­ke­rungs­wachstum von jährlich 3,6 Prozent gemindert.

Entwicklungshemmnisse sind ein schwach entwickelter Finanz­sektor, vor allem in ländlichen Gebieten, ein niedriger Bildungs­stand, die weit­verbreitete Korruption sowie fehlende Infra­struktur, etwa im Bereich der Basis­gesundheits­versorgung. Die natürlichen Ressourcen sind durch Über­nutzung – vor allem durch Abholzung – gefährdet.

Wirtschaftliche Aussichten

Jugendliche in Uganda arbeiten auf dem Land. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINRund 80 Pro­zent der Ein­woh­ner sind in der Land­wirt­schaft be­schäf­tigt. Da sie über­wie­gend für den Eigen­bedarf pro­du­zieren, liegt der Anteil des Agrar­sek­tors am Brutto­inlands­produkt bei ledig­lich 23 Prozent. Er bleibt zwar der wich­tig­ste Devisen­bringer des Landes, gleich­zeitig sind die Ein­nahmen stark von Preis­schwan­kungen auf dem Welt­markt ab­hängig. Haupt­export­produkt ist tra­di­tio­nell Kaffee. An zweiter Stelle liegt Fisch aus dem Viktoria­see. Außerdem werden Tee, Baum­wolle und Tabak exportiert.

Während die Bedeutung der Land­wirt­schaft weiter abnimmt, sind andere Wirtschafts­bereiche in den letzten Jahren stark ge­wachsen, unter anderem die Bau­industrie sowie der Energie- und der Dienst­leistungs­sektor. Große Ver­ände­rungen sind durch die gerade begonnene För­derung von Erdöl im Westen des Landes zu erwarten. Uganda wird damit erst­mals zu den öl­pro­du­zie­ren­den Staaten gehören. Die Einnahmen machen das Land weniger abhängig von externer Unter­stützung. Gleich­zeitig zeigen Bei­spiele anderer afrika­nischer Länder wie Nigeria auch deut­liche Gefahren auf, in erster Linie die Zunahme von Korrup­tion und Verteilungs­kämpfen sowie Umwelt­zerstörungen.

Das Wirtschafts­wachstum ist stabil und liegt bei durch­schnittlich etwa fünf bis sieben Prozent. Die Pro­duk­tivität der Gesamt­wirtschaft ist dennoch niedrig, die Diver­si­fi­zierung ist nicht weit fort­geschritten. Ein Wohlstands­gefälle zwischen dem Norden und dem reicheren Süden des Landes ist weiter­hin spürbar. Ein dauer­haftes Problem bleibt die Binnen­lage des Landes und seine Ab­hängig­keit von der schlechten Verkehrs­infra­struktur in der Region. Krisen in den Nachbar­ländern, wie zum Beispiel 2008 in Kenia, beein­trächtigen auch die wirt­schaft­liche und soziale Entwicklung Ugandas.

HIV/AIDS

Die HIV-Infektionsrate, die Anfang der 1990er Jahre bei mehr als 18 Prozent der sexuell aktiven Bevölkerung lag, konnte bis zur Jahr­tausend­wende durch ein umfassendes Präventions­programm der Regierung deutlich reduziert werden. Die Zahl der Neu­infektionen stieg zuletzt jedoch wieder an. Laut UNAIDS sind rund 1,2 Millionen Menschen oder sieben Prozent der über 15-Jährigen infiziert. Allein 2009 starben 64.000 Menschen an AIDS.

Demokratisierung

Lange Zeit war die politische Struktur Ugandas von einer Ein­parteien­herrschaft geprägt. 2005 folgten mehr als 90 Prozent der Wahl­berechtigten dem Vor­schlag des Präsidenten Yoweri Museveni und stimmten für die Ein­führung eines Mehr­parteien­systems. Damit wurde in Uganda ein wichtiger Schritt zur Demo­kra­ti­sierung getan. In einer insgesamt instabilen Region gilt das Land als Stabilitäts­anker.

Flüchtlinge in Uganda helfen, einen Lastwagen des Welternährungsprogramms mit Nahrungsmitteln zu entladen. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINAnfang 2011 wurde Muse­veni zum vierten Mal in seinem Amt be­stätigt. Die Oppo­si­tion und inter­natio­nale Wahl­be­ob­achter stell­ten das Wahl­ergebnis nicht grund­sätz­lich in Frage, auch Fort­schritte bei der Vor­berei­tung und Durch­führung der Wahlen wurden an­er­kannt. Demo­kra­tische Chancen­gleich­heit war jedoch auf­grund zahl­reicher Un­regel­mäßig­keiten sowie der feh­len­den Un­abhängig­keit der Wahl­kommission und der dominierenden Rolle der Regierungs­partei NRM (National Resistance Movement) nicht gegeben. Wie schon vor den Wahlen gab es auch danach regel­mäßige Demon­stra­tionen gegen admini­strative und demo­kratische Miss­stände, die von der Polizei mit unverhältnis­mäßiger Härte aufgelöst wurden.

Allerdings gibt es auch positive Entwicklungen. So nimmt die ugan­dische Menschen­rechts­kommission ihre Funktion als Kontroll- und Beschwerde­instanz für Menschen­rechts­verletzungen enga­giert wahr. Trotz unzu­reichender Ressourcen zeichnet sich auch der Justiz­apparat mehr durch unab­hängige und mutige Urteile aus und stärkt damit das Prinzip der Gewalten­teilung. Zudem wurden Sonder­kammern für Korruptions­delikte sowie für die Verfolgung von Kriegs­verbrechen aufgebaut. Grund­rechte wie Presse- und Versammlungs­freiheit werden weitest­gehend ge­währ­leistet, und die Opposition kann mehr und mehr eine aktive und meinungs­bildende Rolle spielen.

Konflikte

In Norduganda tobte über zwei Jahr­zehnte ein gewalt­samer Konflikt zwischen der ugan­dischen Regierung und der Lord's Resistance Army (LRA). Mit dem Verbot der LRA und ihrer konse­quenten Ver­folgung hat die ugan­dische Regierung dazu bei­getragen, dass sich die Kämpfe mittler­weile in die benach­barte Demo­kratische Republik Kongo, die Zentral­afrikanische Republik und in den Süd­sudan verlagert haben. Mit Beruhigung der Lage im Norden Ugandas hat eine Rück­kehr­welle von Bewohnern ein­ge­setzt, die vor der LRA geflohen waren. Ein Großteil der Men­schen ist inzwischen in die Heimat­orte zurückgekehrt.

Die internationalen Entwicklungs­partner unter­stützen die ugan­dische Regierung bei der Umsetzung des Friedens-, Wieder­auf­bau- und Entwicklungs­plans für Nord­uganda (PRDP), der zu­nächst von Mitte 2009 bis Mitte 2012 läuft. Bislang wurden unter anderem rund 400 Bohrlöcher zur Wasser­versorgung erschlossen sowie mehr als 500 Klassenräume und über 1.000 Straßen­kilometer neu gebaut. Deutsch­land leistet darüber hinaus einen wichtigen Beitrag durch die gezielte Beratung des Premier­mi­nis­ter­amts bei der Koordinierung der Wieder­aufbau­maßnahmen.

Entwicklungspotenziale

Straßenszene in Uganda. Urheberrecht: GTZUganda genießt in der inter­na­tio­na­len Ge­mein­schaft hohes Ansehen. 2009 und 2010 hatte das Land einen Sitz im UN-Sicherheits­rat und bezog enga­giert und kon­struk­tiv Stellung zu Fragen von Frieden, Sicherheit und Entwicklung. Uganda ist an mehreren inter­nationalen Friedens­missionen beteiligt, unter anderem in Côte d'Ivoire, Liberia, Sudan und Timor-Leste. Eine große Heraus­forderung und innen­politischer Streit­punkt ist der Einsatz in Somalia, wo Uganda die Friedens­mission der Afri­ka­ni­schen Union (AMISOM) befehligt und das größte Truppen­kontin­gent stellt. Die direkten Folgen des Einsatzes gehen inzwischen über Verluste bei den Streit­kräften hinaus: Im Juli 2010 wurden bei Bomben­anschlägen in der Haupt­stadt Kampala fast 80 Menschen getötet. Der Anschlag wird der islamis­tischen soma­li­schen Terror­organisation al-Shabaab zugeschrieben.

Die gesamt- und ostafrikanische Integration ist ein Eck­pfeiler der ugandischen Außen­politik. Die lange Zeit von kriegerischen Auseinander­setzungen und gegen­seitigem Misstrauen geprägten Beziehungen zu den Nachbar­staaten Demo­kratische Republik Kongo und Ruanda haben sich deutlich verbessert. So unter­stützte Uganda den Beitritt Ruandas und Burundis zur Ost­afrikanischen Wirtschafts­gemeinschaft (EAC) zum 1. Juli 2007. Uganda gilt als Motor für den Ausbau der EAC über einen gemein­samen Markt hin zu einer Währungs­union und späteren poli­ti­schen Union. Auch die Beziehungen zum neu­geschaffenen Staat Süd­sudan sind eng und partnerschaftlich.

Im April 2004 unterzeichneten Uganda, Kenia und Tansania ein Abkommen zur Gründung einer Zoll­union innerhalb der EAC. Anfang 2006 wurde der Zeit­plan zur Umsetzung beschlossen. Der gemeinsame Markt soll den Absatz von ugandischen Produkten verbessern. Dazu ist jedoch eine weitere Diver­si­fizierung der Wirtschaft im Land notwendig. Der Export kann zum Beispiel durch eine bessere Vermarktung von Produkten wie Honig, Vanille und Schnitt­blumen angekurbelt werden. Neben der Bau­wirtschaft, die von Infra­struktur­projekten profitiert, sind vor allem im Dienst­leistungs­sektor (Telekommunikation, Bankwesen, Tourismus) gute Entwicklungs­chancen erkennbar. Die anlaufende Erdöl­förderung wird die wirtschaftliche Position Ugandas als regionale Macht weiter stärken.

Die entschlossene Weiterführung der armuts­orientierten Politik Ugandas soll die Rahmen­bedingungen für ein nachhaltiges Wachstum verbessern. Maßnahmen wie die Abschaffung des Schul­geldes für die Grund­schule haben den Bildungs­stand bereits deutlich verbessert. Die Zivilgesellschaft verfügt über ein großes Selbsthilfe­potenzial und spielt im Demo­kratisierungs­prozess eine aktive Rolle.

Schwerpunkte der deutschen Entwicklungszusammenarbeit

1986 wurde die Entwicklungs­zusammen­arbeit von Uganda und Deutschland wieder aufgenommen. Bei Regierungs­verhandlungen im Mai 2010 hat das Land eine Zusage über 120 Millionen Euro für den Zeit­raum 2010 bis 2012 erhalten – 100 Millionen Euro für die Finanzielle und 20 Millionen Euro für die Technische Zusammenarbeit.

Die ugandisch-deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit entspricht in ihrer Ausrichtung den Leit­linien der ugandischen Armuts­be­käm­pfungs­strategie (Poverty Eradication Action Plan, PEAP) und ist in die 2003 erarbeitete gemeinsame Geber­strategie (Uganda Joint Assistance Strategy, UJAS) integriert. Wichtiges Ziel der UJAS ist, durch eine konsequente Schwerpunkt­setzung und Arbeits­teilung zwischen den Gebern die Effektivität und Wirk­sam­keit der Zu­sam­men­arbeit zu erhöhen und die Eigen­ver­ant­wor­tung Ugandas für die Entwicklung des Landes zu stärken (Ownership).

Zwischen Deutschland und Uganda wurden folgende Schwer­punkte der Zusammen­arbeit vereinbart:

  • Wasser- und Sanitärversorgung

  • Finanzsektorentwicklung

  • Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Außerdem leistet die Bundesregierung allgemeine Budgethilfe. In enger Abstimmung mit der ugandischen Regierung, bilateralen Gebern sowie Weltbank und EU-Kommission werden dabei Begleit­maßnahmen wie die Korruptions­bekämpfung und die Ver­besserung des Steuer­systems berücksichtigt. Deutsche Experten beraten zudem das Premier­minister­amt bei der Koordinierung und Umsetzung des Friedens-, Wiederaufbau- und Entwicklungs­plans (PRDP) für Nord­uganda. Um die formale Wahrung der Menschen­rechte systematisch in Uganda zu verankern, unter­stützt die deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit staatliche Stellen bei der Verfolgung von Menschen­rechts­verletzungen und stärkt den zivil­gesell­schaft­lichen Dialog beispiels­weise durch die Ausbildung von Journalisten.

Städtische Wasserver- und Abwasserentsorgung

Frauen in Uganda transportieren Wasserkanister auf ihrem Köpfen. Urheberrecht: Manoocher Deghati/IRINDie Verbes­se­rung der städti­schen Wasserver- und Ab­wasser­ent­sor­gung ist seit vielen Jahren Schwer­punkt des deutschen Engage­ments in Uganda. Diese Unter­stützung zahlt sich nach und nach aus: In den letzten beiden Jahr­zehnten konnte in den Städten der Anteil der Be­völ­ke­rung mit Zu­gang zu sau­berem Trink­wasser von 78 auf 91 Prozent erhöht werden. Weitere In­vesti­tionen sind jedoch not­wendig, denn bislang sind ledig­lich 38 Prozent der Men­schen in städti­schen Ge­bieten an ein gut funk­tio­nie­ren­des Ab­wasser­system ange­schlossen. Der Zugang zu Wasser- und Abwasser­systemen ist von entscheidender Bedeutung, wenn die Gesundheits­situation verbessert sowie eine breiten­wirksame Wirtschafts­entwicklung und eine nach­haltige Armuts­reduzierung erreicht werden sollen.

Hauptursachen für die unzu­reichende Versorgungs­lage sind eine veraltete Infra­struktur, eine schwächere Zahlungs­fähigkeit ärmerer Bevölkerungs­schichten, das enorme Wachstum der Be­völ­kerung – vor allem in den Stadt­rand­gebieten – sowie Defizite in Betriebs­führung und mangelnder politischer Nach­druck. Der deutsche Beitrag konzentriert sich auf die Beratung der ugan­dischen Regierung sowie auf die Erneuerung von veralteten Anlagen und die bedarfs­gerechte Erweiterung der Verteilungs­netze in ausgewählten Städten. Der nationale Wasser­versorger wird dabei unterstützt, seine Dienst­leistungen zu verbessern und effizient zu wirt­schaften. Dezentrale Betreiber und Kommunen werden dabei unter­stützt, mehr Haushalte an Wasser- und Abwasser­systeme anzuschließen.

Finanzsektorentwicklung

Kleine und mittlere Unternehmen sind ein wesentlicher Faktor für die wirt­schaft­liche Entwicklung Ugandas. Vor allem im länd­lichen Raum haben sie jedoch selten Zugang zu Krediten und anderen Finanz­dienstleistungen. Die ugandisch-deutsche Entwicklungs­zusammen­arbeit fördert die Verbesserung der Rahmen­be­din­gun­gen für solche Firmen, indem sie den Finanz­sektor berät und eng mit der Zentral­bank (Bank of Uganda) kooperiert. Neben der Einführung eines bargeld­losen elektronischen Zahlungs­verkehrs wurde auch die Einrichtung einer nationalen Kredit­auskunft unter­stützt, die ein verbessertes Risiko­management im Kredit­geschäft ermöglicht. Seit 2008 wurden bereits mehr als 400.000 Personen erfasst. Durch Beratungen und Fort­bildungen im Bereich der Banken­aufsicht und bei der Entwicklung des Kapital­markts hat sich die Lage des Banken­sektors und die der Kunden und Verbraucher bereits verbessert.

Von der Zusammenarbeit im Bereich Mikro­finanz­wesen profitieren vor allem Klein- und Kleinst­unternehmer. Das deutsche Engage­ment trägt entscheidend dazu bei, dass zukünftig mehr Menschen Zugang zu Finanz­dienst­leistungen haben. Das Spar­volumen von Mikro­finanz­institutionen hat sich innerhalb von fünf Jahren um rund 75 Prozent erhöht. Mit deutscher Unter­stützung werden die rechtlichen und institu­tionellen Grund­lagen ge­schaf­fen, um ins­be­sondere in länd­lichen Regionen das Angebot an Mikro­krediten für Privat­haushalte, Kleinst- und Klein­unternehmen weiter aus­zu­bauen. Weitere wichtige Anliegen sind die Ver­bes­se­rung der finanziellen Grund­bildung und der Konsumenten­schutz, um selbst­bestimmtes wirt­schaft­liches Handeln zu fördern. Damit trägt das deutsche Engage­ment unmittelbar zur ugandischen Armuts­bekämpfungs­strategie bei.

Erneuerbare Energien und Energieeffizienz

Landschaft in Uganda. Urheberrecht: bpa, FaßbenderUganda leidet unter einer an­hal­ten­den Energie­krise, weil die vor­han­de­nen Kraft­werke nicht ge­nü­gend Strom er­zeu­gen können, um die Nach­frage zu be­frie­di­gen. Nur etwa zehn Pro­zent der Be­völ­ke­rung haben Zugang zu Elek­tri­zi­tät – in man­chen Regionen deutlich weniger. Die Wirtschafts­entwicklung wird durch die Versorgungs­engpässe erheblich ausge­bremst. Mehr als 90 Prozent der ugandischen Haus­halte gewinnen Energie zum Kochen und Heizen durch Verfeuerung von Biomasse (Holz, Holz­kohle, Stroh) – mit negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Einwohner.

Deutschland unterstützt Uganda bei der nachhaltigen Nutzung erneuer­barer Energien, bei Maß­nahmen zur Steigerung der Energie­effizienz und bei der Elek­tri­fi­zierung in länd­lichen Ge­bie­ten. Die Projekte der deutschen Entwicklungs­zusammen­arbeit versorgen bereits 700.000 Menschen mit Strom. Dank deutscher Unter­stützung nutzen zudem über 650.000 Haus­halte sowie unzählige öffent­liche Ein­richtungen energie­effiziente Herde. Die immensen Einsparungen von mehr als 700.000 Tonnen Feuer­holz schonen nicht nur die Umwelt, sondern reduzieren zugleich das Auftreten von Atemwegs­erkrankungen durch schädliche Rauch­entwicklung.

Im Norden des Landes, wo die Infra­struktur durch die jahre­langen kriegerischen Aus­einander­setzungen zerstört wurde, wird die Entwicklung kleiner, dezentraler Wasser­kraft­werke gefördert. Auch das Wasser­kraft­werk an den Bujagali-Wasserfällen des Nils wird finanziell unterstützt. Im Rahmen der Technischen Zu­sam­men­arbeit unterstützt Deutschland das Energie­ministerium dabei, die Rahmen­bedingungen zu verbessern und in verschiedenen Sektoren wie Industrie und Transport erneuerbare Energien verstärkt einzusetzen. Auch Verbände, Unternehmen und Nicht­regierungsorganisationen werden dabei unterstützt, nachhaltige Energie­lösungen anzuwenden und zu verbreiten.

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