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Afrika südlich der Sahara
Im Vergleich zu anderen Ländern südlich der Sahara kann der ostafrikanische Staat Uganda beeindruckende Entwicklungserfolge vorweisen. Mit seiner konsequenten Armutsbekämpfungspolitik in Verbindung mit einer soliden Wirtschafts- und Finanzpolitik hat sich Uganda zu einem der Hoffnungsträger der Region entwickelt.
Die jüngere Geschichte Ugandas war von Schreckensherrschaften und kriegerischen Auseinandersetzungen geprägt. Unter den Machthabern Idi Amin und Milton Obote wurden zwischen 1971 und 1986 mehr als 300.000 Menschen ermordet oder kamen im Krieg und in Internierungslagern ums Leben. In den Folgejahrzehnten gab es vor allem im Norden Ugandas immer wieder bewaffnete Konflikte zwischen ugandischen Streitkräften und der Rebellengruppe Lord’s Resistance Army (LRA); viele Menschen wurden dadurch getötet oder verletzt.
Kriege und Terror hatten das wirtschaftliche Leben des Landes ruiniert. Nach der Machtübernahme durch den heutigen Präsidenten Yoweri Museveni im Jahr 1986 konnten jedoch mit einer umfassenden Reformpolitik vielfältige Erfolge erzielt werden. Seither haben viermal Präsidentschafts- und Parlamentswahlen stattgefunden, zuletzt im Februar 2011. Vor der Wahl 2006 wurde ein Mehrparteiensystem eingeführt, das grundlegende politische Mitbestimmung ermöglichen soll.
Im Sommer 2006 nahm die ugandische Regierung Friedensverhandlungen mit der Lord’s Resistance Army auf. Seit März 2008 liegt ein Friedensvertrag vor, dem Joseph Kony, der inzwischen vom Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag angeklagte Anführer der LRA, jedoch seine Unterschrift verweigert. Dennoch wurde der Frieden im Norden des Landes weitgehend wiederhergestellt, sodass mit der Umsetzung des Friedens-, Wiederaufbau- und Entwicklungsplans für Norduganda (Peace, Recovery and Development Plan, PRDP) begonnen werden konnte. Die LRA hat sich in Nachbarländer wie die Demokratische Republik Kongo, den Sudan und die Zentralafrikanische Republik zurückgezogen und wird dort weiterhin für Entführungen und Morde verantwortlich gemacht.
Uganda hat in den vergangenen beiden Jahrzehnten sichtbare Erfolge bei der Armutsbekämpfung vorzuweisen, dennoch wird das Land nicht alle Millenniumsentwicklungsziele bis 2015 erreichen können. Das Land bleibt auch in Zukunft auf Unterstützung von außen angewiesen: Der Anteil der Geberfinanzierung am ugandischen Haushalt beträgt rund 25 Prozent. Grundlage der Zusammenarbeit zwischen Uganda und der internationalen Gebergemeinschaft ist der Nationale Entwicklungsplan (NDP) für die Jahre 2010 bis 2015. Er ersetzt die bisherige Armutsbekämpfungsstrategie und hat vor allem die Verbesserung übergreifender Bereiche wie öffentliches Finanzmanagement und Transport- und Energieinfrastruktur zum Ziel.
Deutschland gehört zu den zehn wichtigsten Gebern Ugandas und beteiligt sich intensiv an den Bemühungen um eine bessere Koordinierung des internationalen Engagements. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit konzentriert sich auf die drei Schwerpunkte Wasser- und Sanitärversorgung, erneuerbare Energien und Energieeffizienz sowie Stärkung des Finanzsektors. Deutschland unterstützt Uganda zudem durch Budgethilfe und berät das Premierministeramt bei der Umsetzung des PRDP für Norduganda. Seit 2010 fördert Deutschland außerdem ein Vorhaben, dass die Wahrung der Menschenrechte stärkt.
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