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Afrika südlich der Sahara
"!ke e: /xarra //ke" ist in der Khoisan-Sprache des südafrikanischen /Xam-Volkes geschrieben und heißt wörtlich "unterschiedliche Völker vereinigen sich". Als Referenz an die Urbevölkerung und als Motto für die Zukunft steht der Spruch seit dem Jahr 2000 im Wappen Südafrikas. Der Staat kehrte nach langjähriger internationaler Isolation wegen seiner Politik der Rassentrennung, unter dem Begriff „Apartheid“ bekannt, erst 1994 mit freien und allgemeinen Wahlen in die Völkergemeinschaft zurück. Erster schwarzer Präsident wurde Nelson Mandela. Er ist die Symbolfigur des Kampfes gegen das von der weißen Bevölkerungsminderheit getragene Apartheid-Regime, das Tausende Menschenleben gekostet hat. Die Aufarbeitung dieser bitteren Vergangenheit durch eine Kommission für Wahrheit und Versöhnung fand international große Anerkennung.
Heute nimmt Südafrika eine führende politische und wirtschaftliche Rolle auf dem afrikanischen Kontinent ein und ist bedeutend für die Stabilität in seiner Region. Das Land engagiert sich für die Beilegung von innerafrikanischen Konflikten und für den Integrations- und Einigungsprozess der Länder Afrikas im Rahmen der Afrikanischen Union (AU) und weiterer regionaler Zusammenschlüsse. Südafrika arbeitet aktiv in internationalen Organisationen mit und wirkt in Fragen globaler Strukturpolitik als Vermittler zwischen Nord und Süd. So bringt das Land als einziges afrikanisches Mitglied der G20 die Interessen Afrikas in die Diskussionen um eine Neugestaltung des globalen Finanz- und Wirtschaftssystems ein. Mit der erstmaligen Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft auf afrikanischem Boden konnte Südafrika im Jahr 2010 dazu beitragen, das Ansehen Afrikas weltweit zu erhöhen.
Trotz großer Fortschritte ist das Land aber noch immer durch extreme Gegensätze geprägt. Starke Einkommensunterschiede und eine hohe Arbeitslosigkeit sind Probleme, die ihren Ursprung in der jahrzehntelangen Apartheid-Politik haben. Als Entwicklungs- und Investitionshemmnisse wirken die große soziale Ungleichheit, eine extrem hohe Kriminalität und die hohe HIV/AIDS-Rate. Südafrika weist 17 Prozent aller weltweit HIV-Infizierten auf bei nur 0,6 Prozent der Weltbevölkerung. Zusätzlich leidet auch Südafrika seit 2008 unter dem Abschwung der Weltwirtschaft. Die Arbeitslosigkeit ist außerordentlich hoch: Die offizielle Rate lag 2010 bei 25,4 Prozent, wobei die inoffizielle Rate auf mehr als 40 Prozent geschätzt wird. Zugleich verzeichnet Südafrikas Wirtschaft einen hohen Ressourcenverbrauch. Südafrika ist nicht nur der größte Kohlendioxid-Emittent Afrikas – weltweit steht das Land beim CO2-Ausstoß an 14. Stelle.
Die Bundesrepublik unterstützt Südafrika dabei, die sozialen und wirtschaftlichen Probleme zu überwinden. Die Entwicklungszusammenarbeit der beiden Staaten konzentriert sich auf drei Schwerpunkte: Energie und Klima, gute Regierungsführung einschließlich sozialer Gewaltprävention sowie HIV/AIDS-Prävention. Darüber hinaus wird im Bereich Berufsbildung zusammengearbeitet, ab 2012 mit einem deutlichen Fokus auf Berufsfeldern im „grünen“ Sektor.
Für Deutschland ist Südafrika nicht nur ein wichtiger politischer Gesprächspartner, sondern auch der bedeutendste Handelspartner auf dem Kontinent. Etwa 600 deutsche Firmen haben sich in Südafrika niedergelassen und beschäftigen rund 90.000 Mitarbeiter. 2010 betrug das Handelsvolumen rund 13 Milliarden Euro, die Bundesrepublik ist damit hinter China der zweitwichtigste Handelspartner des Landes.
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