Hauptinhalt

Afrika südlich der Sahara

Landkarte von Ruanda
Flagge von Ruanda

Ruanda

Ruanda ist eines der kleinsten Länder Afrikas und das am dichtesten besiedelte Land des Kontinents. Seine Geschichte ist von wiederkehrenden Kämpfen zwischen den Volksgruppen der Hutu und der Tutsi bestimmt. Die Rivalität gipfelte 1994 in einem grausamen Völkermord. Die massenhafte Vertreibung und die spätere Rückkehr von etwa 3,8 Millionen Flüchtlingen haben Ruandas Entwicklung um Jahre zurückgeworfen und die sozialen Strukturen geschwächt. Große Teile der Bevölkerung sind traumatisiert und die Auswirkungen des Genozids sind noch immer spürbar.

Zusätzlich zur regulären juristischen Verfolgung des Völkermordes sind auch sogenannte Gacaca-Gerichte mit der Aufarbeitung der Straftaten befasst. Es handelt sich dabei um Dorfgerichte, die auf dem traditionellen Rechtssystem Ruandas basieren. Das System dieser Laiengerichte birgt zwar Risiken, trägt jedoch entscheidend zur nationalen Versöhnung bei. Die Laiengerichte haben inzwischen mehr als 800.000 Verfahren bewältigt. Dieses System soll im Laufe des Jahres 2010 beendet werden.

Die nationale Versöhnung ist sowohl für die Stabilität des Landes als auch für die Stabilität der von Konflikten geprägten Region der Großen Seen von Bedeutung. Ruanda übernimmt regional und international zunehmend Verantwortung. Seit Anfang des Jahres 2009 hat sich die Zusammenarbeit zwischen Ruanda und der Demokratischen Republik Kongo erheblich verbessert. Der regionale Friedensprozess wird von der internationalen Staatengemeinschaft entwicklungspolitisch unterstützt.

Armutsbekämpfung

Ruanda befindet sich heute in einer politischen Konsolidierungsphase. Reformfähigkeit und -wille der Regierung sind gut ausgeprägt. Sie setzt kontinuierlich und ehrgeizig ihre Bemühungen zur Verbesserung des Rechtsstaats, der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und der sozialen Grundversorgung um. Mit Erfolg: Bei der Erfüllung der Millenniumsentwicklungsziele wurden bereits Fortschritte erzielt. Der Anteil der in Armut lebenden Menschen konnte reduziert und verschiedene Sozialindikatoren konnten teilweise stark verbessert werden. So besuchten 2007 94 Prozent aller schulpflichtigen Kinder in Ruanda die Grundschule, 2001 waren es nur 69 Prozent. Im gleichen Zeitraum sank die Sterblichkeitsrate der Kinder unter fünf Jahren um 35 Prozent.

Ruandas Wirtschaftswachstum der vergangenen Jahre ist durch die weltweite Wirtschaftskrise gebremst worden – 2009 lag es bei drei Prozent, für 2010 erwartet der Internationale Währungsfonds ein Wachstum von fünf Prozent. Trotz der positiven Wachstumsaussichten leben in Ruanda allerdings immer noch mehr als die Hälfte der Menschen unter der Armutsgrenze.

Beziehungen zu Deutschland

Ruanda war von 1885 bis 1916 ein Teil von Deutsch-Ostafrika. Die Beziehungen des Landes zu Deutschland sind gut. Die Bundesrepublik war im April 1995 der erste Geber, der nach dem Ende des Bürgerkriegs Regierungsverhandlungen mit der neuen Regierung führte.

Die Förderung des Friedensprozesses in der Region der Großen Seen ist das übergeordnete Ziel der entwicklungspolitischen Zusammenarbeit mit Ruanda. Sie konzentriert sich auf die Schwerpunkte: Demokratisierung der Gesellschaft, Förderung der Zivilgesellschaft und der öffentlichen Verwaltung, Gesundheit, Familienplanung und Bekämpfung von HIV/AIDS sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung. Auch bemühen sich die ruandische Regierung und die Entwicklungspartner stets, die Effizienz der bilateralen Zusammenarbeit zu verbessern, um so die größte Wirkung für die Entwicklung Ruandas erzielen zu können.


Deutsche Botschaft

Weltkarte mit Position der Botschaft von Ruanda

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

10, Avenue Paul VI
Kigali
Ruanda
Telefon: 00 250 / 2 52 57 52 22
Fax: 00 250 / 2 52 57 20 87


Glossar des BMZ
Fenster schließen