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Afrika südlich der Sahara
Nigeria gehört zu den Ländern mit den größten Erdölvorkommen weltweit, rund 80 Prozent der Staatseinnahmen stammen aus dem Export von Öl und Gas. Doch dieser Reichtum kommt bisher nur einer kleinen Elite zugute und wird nicht konsequent für die wirtschaftliche und soziale Entwicklung des Landes eingesetzt. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt in Armut – doppelt so viele wie noch vor 25 Jahren. Nach Einschätzung des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen (UNDP) wird Nigeria fast alle Millenniumsentwicklungsziele verfehlen.
Der mit rund 155 Millionen Einwohnern bevölkerungsreichste Staat Afrikas leidet unter ethnischen, religiösen, regionalen, sozialen und politischen Spannungen. Rund 250 ethnischen Gruppen konkurrieren um die Macht und die Nutzung der Ressourcen. Zwischen dem muslimisch geprägten Norden und dem mehrheitlich christlichen Süden kommt es immer wieder zu gewalttätigen Auseinandersetzungen, die den Zusammenhalt des Staates bedrohen. Lange Phasen autoritärer Militärherrschaft haben die Instabilität des Landes verschärft. Korruption, Vetternwirtschaft und ineffiziente staatliche Institutionen sind ein Erbe aus dieser Vergangenheit. Sie verhindern dringend notwendige Investitionen in die öffentliche Infrastruktur, vor allem in die Stromversorgung, den Straßenbau und das Bildungssystem. Der Privatsektor kann sich dadurch bisher kaum entfalten.
Trotz dieser massiven Entwicklungsprobleme versteht Nigeria sich als aufstrebendes Schwellenland und übernimmt als einer der Vertreter Afrikas Verantwortung auf der weltpolitischen Bühne: Bei Militär- und Polizeioperationen der Vereinten Nationen stellt Nigeria das größte Truppenkontingent und strebt mittelfristig einen ständigen Sitz im UN-Sicherheitsrat an. Auch in der Afrikanischen Union (AU) und der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Economic Community of West African States, ECOWAS) hat das Land großen Einfluss. Durch militärisches Eingreifen in regionalen Konflikten wie in Liberia und Sierra Leone konnte Nigeria seine regionale Vorherrschaft weiter festigen.
Nigerianisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit
Im Vergleich zu anderen afrikanischen Ländern spielen die Mittel aus der Entwicklungszusammenarbeit für Nigeria nur eine untergeordnete Rolle. Sie entsprechen insgesamt nur knapp einem Prozent des Bruttoinlandsprodukts.
Nigeria gehört zu den Ländern, die Deutschland im Rahmen thematischer und regionaler Programme fördert. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Nigeria konzentriert sich auf nachhaltige Wirtschaftsentwicklung, insbesondere auf die Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen (KMU). Ein weiterer Schwerpunkt der Zusammenarbeit soll zukünftig der Bereich erneuerbare Energien und Energieeffizienz werden. Nigeria und Deutschland haben dazu eine Energiepartnerschaft vereinbart. Sie umfasst unter anderem gemeinsame Programme in den Bereichen Wasser-, Wind- und Sonnenenergie. Weitere nigerianisch-deutsche Projekte engagieren sich im Bereich Gesundheit (Polio-Bekämpfung) sowie Frauenrechte.
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