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Afrika südlich der Sahara
Mauretanien wird häufig als „Brückenland“ bezeichnet: Die islamische Republik verbindet den arabischen Norden Afrikas mit dem südlich der Sahara liegenden Teil des Kontinents.
1960 erlangte die frühere französische Kolonie ihre Unabhängigkeit. In den folgenden Jahrzehnten erlebte Mauretanien mehrere politische Umstürze und Putschversuche. Im Jahr 2005 wurde Präsident Maaouya Ould Sid’Ahmed Taya, der das Land 21 Jahre lang diktatorisch regiert hatte, vom Militär gestürzt. Ein Demokratisierungsprozess wurde eingeleitet und 2007 übernahm Sidi Mohamed Ould Sheikh Abdallahi als erster frei und demokratisch gewählter Präsident das höchste Staatsamt. Er setzte zwar politische Reformen in Gang, es gelang ihm jedoch nicht, Lösungsansätze für die großen wirtschaftlichen und sozialen Probleme des Landes zu entwickeln. 2008 putschte das Militär erneut und brachte General Mohamed Ould Abdel Aziz an die Macht.
Die schwere politische Krise mündete im Juli 2009 in Präsidentschaftswahlen, die von internationalen Beobachtern als transparent und demokratisch bewertet wurden. Mit 52 Prozent der Stimmen ging Abdel Aziz als Sieger aus der Wahl hervor. Erklärte Ziele seiner Präsidentschaft sind die Bekämpfung der Armut und der Kampf gegen Korruption.
Der Handlungsbedarf ist gewaltig: Mauretanien gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. 80 Prozent des Landes sind Wüste; Landwirtschaft ist nur im Süden im Tal des Senegal möglich – dem einzigen Fluss des Landes, der ganzjährig Wasser führt. Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung leben in absoluter Armut, ebenso hoch ist die Analphabetenrate. Das Bildungs- und Gesundheitswesen ist ebenso grundlegend reformbedürftig wie die staatliche Verwaltung. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (HDI 2010) belegt Mauretanien Platz 136 von 169 ausgewerteten Ländern.
In jüngster Zeit prägt vor allem die Auseinandersetzung mit dem islamistischen Terror die politische Tagesordnung. Die Terrorgruppe „Al Qaida im islamischen Maghreb“ (AQMI) hat in Mauretanien mehrere Anschläge mit zahlreichen Todesopfern verübt und gezielt europäische Staatsbürger entführt.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Deutschland arbeitet mit Mauretanien seit seiner Unabhängigkeitserklärung 1960 zusammen. Nach dem Staatsstreich von 2008 wurden die Mittel zwar eingefroren, im Juni 2010 konnte die Zusammenarbeit jedoch wieder aufgenommen werden. Mauretanien gehört damit wieder zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Die deutsche Unterstützung wird in Mauretanien sehr geschätzt, da sie als bedürfnisgerecht, zuverlässig und uneigennützig gilt. Schwerpunkte der mauretanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind gute Regierungsführung und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen.
Die schlechte Sicherheitslage behindert allerdings die Arbeit vor Ort. Das Auswärtige Amt hat für die Schwerpunktregionen des deutschen Engagements, Guidimakha und Hodh el Garbi an der Grenze zu Mali, Reisewarnungen ausgesprochen.
Deutsche Botschaft

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland
B.P. 372
Nouakchott
Mauretanien
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Fax: 00 222 / 45 25 17 22






