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Afrika südlich der Sahara
Teile Malis bildeten zur Zeit des ausgehenden Mittelalters ein Großreich, das durch den Handel mit Gold und Gewürzen sehr wohlhabend war und über ein fortschrittliches Staatswesen verfügte. Nach Kolonialzeit und anschließender Einparteiendiktatur zählt das ressourcenarme und vom Klimawandel besonders betroffene Sahelland zu den ärmsten Ländern der Welt.
Die Bevölkerungszahl hat sich seit Anfang der 1970er Jahre von etwa 5 auf derzeit 14,5 Millionen Menschen (2010) erhöht und wird bis 2030 voraussichtlich auf mehr als 20 Millionen ansteigen. Die Ernährungssicherung steht deshalb ganz oben auf der Agenda der malischen Regierung. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung, den das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen jedes Jahr erstellt, belegte Mali 2010 den 160. von 169 Rängen. Etwa drei Viertel der Bevölkerung haben weniger als umgerechnet zwei US-Dollar am Tag zur Verfügung.
Trotz dieser schwierigen Situation gibt es Hoffnungen auf eine Verbesserung der Lage Malis. Seit dem Sturz des Machthabers Moussa Traoré 1991 hat sich viel verändert. Heute ist das demokratische System des Landes tragfähig und die Regierung zeigt sich entwicklungsorientiert. Insgesamt gilt die politische Situation als stabil. Sie wird jedoch durch den Konflikt im Norden des Landes beeinträchtigt. Dieser Konflikt schwelt aus verschiedenen Gründen trotz Unterzeichnung mehrerer Friedensabkommen mit den Rebellengruppen weiter. Ein großes Problem sind in diesem Zusammenhang auch terroristische und kriminelle Übergriffe der islamistischen Gruppierung Al-Qaida im Maghreb, die Mali in den letzten Jahren verstärkt als Rückzugsgebiet nutzt. Zudem ist der illegale Handel mit Drogen, Waffen und Menschen ein wachsendes Problem in der Region.
Die Bekämpfung der Armut spielt eine zentrale Rolle in der Politik der malischen Regierung. Ein positives Beispiel für die Veränderungen, die im Land stattfinden, ist der laufende Prozess der Dezentralisierung – eine große Herausforderung für ein riesiges, dünn besiedeltes Land, das zu zwei Dritteln aus Wüste und Halbwüste besteht. Auch im öffentlichen Finanzwesen und bei der Korruptionsbekämpfung hat Mali bedeutsame Fortschritte erzielt, die energisch weitergeführt werden müssen. Als Mitglied der Westafrikanischen Währungs- und Wirtschaftsunion (UEMOA) gelten für Mali enge Obergrenzen für Staatsverschuldung und Inflation, die das Land in den vergangenen Jahren fast durchgehend eingehalten hat.
Mali engagiert sich stark für die Stabilität und Sicherheit Afrikas. Die Stärkung der Afrikanischen Union, deren Gründungsmitglied Mali ist, gehört zu den Hauptzielen der Außenpolitik des Landes. Als Standort eines Ausbildungszentrums für Offiziere und zivile Fachkräfte in multinationalen Friedensmissionen spielt Mali eine wichtige Rolle bei der Umsetzung einer gemeinsamen Friedens- und Sicherheitspolitik der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS).
Im Rahmen der neun Staaten umfassenden Flussgebietsbehörde für das Nigerbecken (ABN) beteiligt sich Mali außerdem mit deutscher Unterstützung am grenzübergreifenden Wasserressourcenmanagement.
Als erstes Land Afrikas hat Mali das Maputo-Zusatzprotokoll zur Afrikanischen Menschenrechts-Charta ratifiziert, das seit 2005 in Kraft ist. Mit diesem Protokoll verpflichten sich die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union zur vollständigen Gleichberechtigung der Frauen und zur Bekämpfung gesundheitsschädlicher traditioneller Praktiken wie etwa der weiblichen Genitalverstümmelung. In Mali sind 85 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren von weiblicher Genitalverstümmelung betroffen.
Die Beziehungen zwischen Mali und der Bundesrepublik sind auf allen Gebieten gut. Die Entwicklungszusammenarbeit der beiden Staaten konzentriert sich besonders auf die Dezentralisierung und gute Regierungsführung, die Förderung einer produktiven und nachhaltigen Landwirtschaft sowie auf die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.
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