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Afrika südlich der Sahara

Landkarte von Mali
Flagge von Mali

Mali

Teile Malis formten zur Zeit des ausgehenden Mittelalters ein Großreich, das durch den Handel mit Gold und Gewürzen sehr wohlhabend war und über ein ausgefeiltes Staatswesen verfügte. Nach Kolonialzeit und anschließender Einparteiendiktatur zählt das ressourcenarme und vom Klimawandel betroffene Sahelland zu den ärmsten Ländern der Welt.

Die Bevölkerungszahl hat sich seit Anfang der 1970er Jahre von etwa 5 auf derzeit rund 12,3 Millionen Menschen gesteigert und wird sich bis 2025 wiederum verdoppeln. Die Ernährungssicherung steht deshalb ganz oben auf der Agenda der malischen Regierung. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung, den das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen jedes Jahr erstellt, belegte Mali 2008 den 168. von 179 Rängen. Etwa drei Viertel der Bevölkerung verfügen über weniger als umgerechnet zwei US-Dollar täglich zum Leben.

Dennoch gibt es Hoffnungen auf eine Verbesserung der Situation. Seit dem Sturz des Machthabers Moussa Traoré 1991 hat sich viel verändert. Heute gibt es eine tragfähige Konsensdemokratie und eine entwicklungsorientierte Regierung. Der während der 1990er Jahre schwelende blutige politische Konflikt mit den Tuareg-Nomaden wurde zunächst friedlich beigelegt. Mali leidet jedoch zunehmend unter gewaltsamen Aktivitäten verschiedener Tuareg-Gruppen, die nur zum Teil politisch motiviert sind. Im Schutz der Wüste und unkontrollierbarer Grenzen schmuggeln sie Drogen, Waffen und Menschen. Auch vor der Entführung ausländischer Besucher schrecken sie nicht zurück, um Lösegeld zu erpressen.

Die Bekämpfung der Armut spielt eine zentrale Rolle in der Politik der malischen Regierung. Ein positives Beispiel für die Veränderungen, die im Land stattfinden, ist der andauernde Prozess der Dezentralisierung – eine große Herausforderung für ein riesiges, dünn besiedeltes Land, das zu zwei Dritteln aus Wüste und Halbwüste besteht. Auch im öffentlichen Finanzwesen und bei der Korruptionsbekämpfung hat Mali bedeutsame Fortschritte erzielt, die energisch weitergeführt werden müssen. Als Mitglied der französischsprachigen Westafrikanischen Währungs- und Wirtschaftsunion (UEMOA) gelten für Mali enge Obergrenzen für Staatsverschuldung und Inflation, die in den vergangenen Jahren fast durchgehend eingehalten wurden.

Mali engagiert sich stark für die Stabilität und Sicherheit Afrikas. Die Stärkung der Afrikanischen Union, deren Gründungsmitglied Mali ist, gehört zu den Hauptzielen seiner Außenpolitik. Als Standort für ein Ausbildungszentrum für Offiziere und zivile Fachkräfte in multinationalen Friedensmissionen spielt Mali eine wichtige Rolle bei der Umsetzung einer gemeinsamen Friedens- und Sicherheitspolitik der Wirtschaftsgemeinschaft Westafrikanischer Staaten (ECOWAS). Im Rahmen der neun Staaten umfassenden Flussgebietsbehörde für das Nigerbecken ( ABN) beteiligt sich Mali mit deutscher Unterstützung am grenzübergreifenden Wasserressourcenmanagement und an der friedlichen Lösung von Wassernutzungskonflikten.

Als erstes Land Afrikas hat Mali das Maputo-Zusatzprotokoll zur Afrikanischen Menschenrechts-Charta ratifiziert, das seit 2005 in Kraft ist. Mit diesem Protokoll verpflichten sich die Mitgliedsstaaten der Afrikanischen Union zur Herstellung vollständiger Gleichberechtigung für die Frau und zur Bekämpfung gesundheitsschädlicher traditioneller Praktiken, wie etwa der weiblichen Genitalverstümmelung. Auf diesem Gebiet sind in jüngster Zeit verstärkte Bemühungen der malischen Regierung feststellbar. Mit einem Anteil von 85 Prozent der Frauen zwischen 15 und 49 Jahren ist die weibliche Genitalverstümmelung allerdings in Mali nach wie vor sehr stark verbreitet.

Die Beziehungen zwischen Mali und der Bundesrepublik sind auf allen Gebieten gut. Die Entwicklungszusammenarbeit der beiden Staaten konzentriert sich besonders auf die Dezentralisierung und gute Regierungsführung. die Förderung einer produktiven und nachhaltigen Landwirtschaft sowie auf die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung.


Deutsche Botschaft

Weltkarte mit Position der Botschaft von Mali

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Mali
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