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Afrika südlich der Sahara
1994 – drei Jahrzehnte nach Erlangung der Unabhängigkeit – gelang Malawi der friedliche Übergang von einem autoritär geführten Regime zu einer Mehrparteien-Demokratie. Im Mai 2009 fanden in dem südostafrikanischen Land die vierten demokratischen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen statt. Amtsinhaber Bingu wa Mutharika und seine Democratic Progressive Party (DPP) erhielten dabei eine klare Mehrheit. Die Beobachtermissionen bewerteten die Wahlen als überwiegend frei und fair.
Das Gebiet Malawis war bis 1964 britisches Protektorat und wurde danach 30 Jahre lang von Hastings Kamuzu Banda autoritär regiert. Anfang der 1990er Jahre wuchs die Opposition gegen das Einparteienregime. 1993 entschied sich die Mehrheit der Wähler in einem Referendum für ein Mehrparteiensystem, ein Jahr später fanden die ersten demokratischen Wahlen statt. Deutschland hat diesen politischen Prozess von Anfang an unterstützt. Die Beziehungen zwischen Malawi und Deutschland sind seit mehr als 45 Jahren eng und freundschaftlich.
Malawi gehört zu den am wenigsten entwickelten Ländern. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung nimmt es Rang 153 von 169 Staaten ein (HDI 2010). Malawi hat kaum eigene Einnahmen zur Finanzierung seiner staatlichen Ausgaben und ist in hohem Maße von internationalen Gebern abhängig. Die Institutionen der noch jungen Demokratie leiden unter Finanz-, Personal- und Materialengpässen, die ihre Funktionsfähigkeit stark einschränken.
Die Fortschritte Malawis zeigen sich durch beachtliches Wirtschaftswachstum von zuletzt sechs bis acht Prozent jährlich und die zunehmende Ernährungssicherheit. Im innerafrikanischen Vergleich schneidet Malawi bezüglich der Millenniumsentwicklungsziele gut ab. 2007 hat die Regierung mit der "Malawi Growth and Development Strategy" (MGDS) ein entwicklungsorientiertes Strategiepapier beschlossen. Es baut auf den bisher erreichten Entwicklungen auf, setzt aber auch neue wichtige Schwerpunkte für ein nachhaltiges und breitenwirksames Wachstum, zum Beispiel in den Bereichen Landwirtschaft und Ernährungssicherung, Bildung, Gesundheit sowie gute Regierungsführung.
Die malawisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit steht im Einklang mit dieser Strategie und wird mit anderen Gebern abgestimmt. Sie konzentriert sich auf die Themen Grundbildung, Gesundheit, demokratische Dezentralisierung sowie makroökonomische Unterstützung. Dabei setzt sie auf eine zunehmende Eigenverantwortung von Staat und Bürgern Malawis. Maßgebend ist, dass die malawische Regierung ihre Verantwortung wahrnimmt und die Umsetzung ihrer Strategien entschieden vorantreibt, um konkrete Ergebnisse zu erzielen, die auch auf lokaler Ebene bei der Bevölkerung ankommen.
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