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Afrika südlich der Sahara
Madagaskar ist der größte Inselstaat Afrikas und die viertgrößte Insel der Welt. Vor hundert Millionen Jahren ist sie vom afrikanischen Festland abgedriftet. Aufgrund ihrer isolierten Lage konnte sich eine besonders vielfältige Pflanzen- und Tierwelt entwickeln. Zahlreiche Arten sind endemisch, kommen also nur auf Madagaskar vor – und viele sind noch unentdeckt. Doch das Naturparadies ist durch menschliche Eingriffe bereits zu großen Teilen zerstört. War die Insel ursprünglich fast komplett bewaldet, ist inzwischen nur noch ein Bruchteil des Regenwalds erhalten.
Jahrzehntelange Misswirtschaft und schlechte Regierungsführung haben Madagaskar an den Rand des Ruins getrieben. Das Land gehört heute zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Das Pro-Kopf-Einkommen liegt weit unter dem Durchschnitt Sub-Sahara-Afrikas.
Militärputsch
Im März 2009 kam es in Madagaskar zu einem Militärputsch: Dem früheren Bürgermeister der Hauptstadt, Andry Rajoelina, gelang es, mit seiner Oppositionsbewegung öffentlichen Druck gegen die Regierung aufzubauen und die Macht zu übernehmen.
Nach der Machtübernahme wurde mit Hilfe internationaler Vermittler die Bildung einer parteienübergreifenden Übergangsregierung angestrebt, die demokratische Wahlen vorbereiten sollte. Die mit den Abkommen von Maputo (8.8.2009) und Addis Abeba (6.11.2009) vereinbarte einvernehmliche Übergangsregierung ist jedoch bisher nicht zu Stande gekommen.
Im September 2010 ließ Rajoelina einseitig auf einer "Nationalkonferenz" ein Referendum über eine neue Verfassung beschließen. Im Verfassungstext wird das Mindestalter für einen Präsidentschaftskandidaten von 40 auf 35 Jahre herabgesetzt. Dies ermöglicht dem 36-jährigen Rajoelina eine Kandidatur für die Präsidentschaft. Alle internationalen Vermittlungen gingen jedoch von der Voraussetzung aus, dass keiner der bisherigen Kontrahenten zu Neuwahlen antritt. Die Oppositionsparteien boykottierten das Referendum, zudem kam es zu einem erneuten Putschversuch durch Militärs sowie zu gewalttätigen Ausschreitungen. Die Wähler in Madagaskar stimmten für den umstrittenen Verfassungsentwurf. Die "Übergangsmacht" hat für 2011 Parlamentswahlen angesetzt, die jedoch nach Ansicht der internationalen Gemeinschaft nicht demokratischen Ansprüchen genügen.
Isolation
Madagaskar bleibt weiterhin international isoliert, unter anderem ruht die Mitgliedschaft in der Afrikanischen Union. Die Bundesrepublik Deutschland stellte die Entwicklungszusammenarbeit mit Madagaskar nach dem Machtwechsel im März 2009 auf Regierungsebene vorläufig ein. Gegenwärtig erfolgen keine finanziellen Zusagen. Bis zur Rückkehr zu demokratischen Verhältnissen beschränken sich die internationale und auch deutsche Entwicklungszusammenarbeit auf die Fortsetzung laufender Projekte, die in keiner Beziehung zur derzeitigen Übergangsregierung stehen.
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