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Afrika südlich der Sahara

Landkarte von Kenia
Flagge von Kenia

Kenia

1963 erlangte Kenia seine Unabhängigkeit vom britischen Königreich und erlebte eine lange Phase der wirtschaftlichen und politischen Stabilität. Doch unter Daniel arap Moi, der von 1978 bis 2002 Staatspräsident war, nahmen Korruption und Missmanagement zu. Die soziale, wirtschaftliche und politische Lage des ostafrikanischen Landes verschlechterte sich.

Die von 2003 bis Ende 2007 in Kenia amtierende Regierung versuchte die Situation durch Liberalisierung der Wirtschaftsordnung, Korruptionsbekämpfung sowie Verbesserung der Rechtsstaatlichkeit und der Versorgung mit sozialen Grunddiensten wieder zu festigen. Wirtschaftswachstumsraten von über fünf Prozent, Fortschritte auf dem Weg zu mehr Demokratie sowie positive Entwicklungen bei armutsorientierten Sektorreformen, wie etwa die Einführung der kostenlosen Primarbildung, gaben Anlass zur Hoffnung.

Doch die Ungleichheit bei den Einkommen ist weiterhin sehr groß. Soziale Grunddienste wie Wasser- und Gesundheitsversorgung stehen nicht allen Menschen gleichermaßen offen. Der Anteil der armen Bevölkerung hat sich im Land bisher kaum verringert. Korruption und Gewaltkriminalität sind weit verbreitet.

Bei der Parlaments- und Präsidentschaftswahl am 27. Dezember 2007 kam es zu offensichtlichen Manipulationen und nach Bekanntgabe des knappen Wahlsieges von Präsident Kibaki zu gewaltsamen Auseinandersetzungen mit ungefähr 1.200 Todesopfern und rund 600.000 Binnenflüchtlingen. Die politische Krise Anfang 2008 hat gezeigt, dass Kenia vor beachtlichen Herausforderungen in seinem demokratischen Reifeprozess steht.

Mit der friedlichen Lösung der Krise Ende Februar 2008, der Bildung der ersten großen Koalition in Afrika und Ernennung des Oppositionskandidaten Raila Odinga zum Premierminister im April 2008 bewies das Land gleichzeitig Willen und Fähigkeit, diese Herausforderungen mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft zu bewältigen.

Ermöglicht wurde die friedliche Einigung durch den unermüdlichen Einsatz einer Gruppe bedeutender afrikanischer Persönlichkeiten, geleitet von Kofi Annan. Ihre Vermittlung zwischen den verfeindeten Parteien führte zu einer nationalen Übereinkunft ("National Accord"). Diese umfasst nicht nur Vereinbarungen über Machtteilung und Beendigung der Gewalt sondern auch über langfristige Maßnahmen zur Überwindung der eigentlichen Krisenursachen. Dazu gehören soziale und regionale Ungleichheit, ethnische Spannungen sowie die ausstehende Verfassungs- und Landreform.

Kenianisch-deutsche Beziehungen

Die Beziehungen zwischen Kenia und Deutschland sind traditionell eng und gut. Deutschland war der erste Staat, der Kenia nach der Unabhängigkeit völkerrechtlich anerkannte. Tausende Deutsche sind in Kenia dauerhaft ansässig und viele deutsche Touristen besuchen jedes Jahr das Land mit seinen 59 Nationalparks.

Deutschland unterstützt die kenianische Regierung bei ihren Reformen. Schwerpunkte der kenianisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind die Förderung des Privatsektors in der Landwirtschaft, die Entwicklung des Wassersektors und die Unterstützung des Gesundheitssektors mit Fokus auf reproduktive Gesundheit und Gesundheitsfinanzierung. Die Verbesserung der Regierungsführung und dabei insbesondere die Korruptionsbekämpfung ist ein wichtiger übergreifender Bereich der Zusammenarbeit.


Deutsche Botschaft

Weltkarte mit Position der Botschaft von Kenia

Botschaft der Bundesrepublik Deutschland

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