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Afrika südlich der Sahara
Eigentlich ist die Demokratische Republik Kongo (DR Kongo) ein reiches Land: Sie verfügt über Rohstoffe, viel Wasser und große tropische Regenwälder. Doch Jahrzehnte ausbeuterischer Kolonialherrschaft und weitere Jahrzehnte Diktatur haben das zentralafrikanische Land bitterarm gemacht. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen (HDI 2010) steht die DR Kongo heute auf dem vorletzten Platz.
1885 wurde das Gebiet der heutigen DR Kongo zur belgischen Kolonie. Das Regime König Leopolds II. war durch rücksichtslose Ausbeutung von Mensch und Natur geprägt. Zwar bauten die Kolonialherren die Infrastruktur, etwa das Straßennetz und das Gesundheitswesen, aus. Doch die einheimische Bevölkerung erhielt weder Zugang zu Bildung noch zu Verwaltung und wurde an den Erträgen aus den reichhaltigen Rohstoffressourcen nicht beteiligt. Angesichts zunehmender Proteste gegen seine autoritäre Kolonialpolitik zog sich Belgien Ende der 1950er Jahre aus dem Kongo zurück und entließ das Land 1960 völlig unvorbereitet in die Unabhängigkeit.
Erster Ministerpräsident wurde Patrice Lumumba, der Führer der kongolesischen Unabhängigkeitsbewegung. Der erhebliche Mangel an einheimischen Fach- und Führungskräften, innenpolitische Konflikte sowie wiederholte Einmischungen von außen hinderten ihn jedoch daran, das junge Land zu einen und zu befrieden. 1961 wurde Lumumba aus dem Amt gedrängt und ermordet, 1965 putschte sich Joseph Mobutu an die Macht. Er benannte das Land 1971 in Zaire um. Sein Regime zählt zu den am längsten andauernden und korruptesten Diktaturen Afrikas.
Zum Ende der Mobutu-Herrschaft trug unter anderem der ethnische Konflikt zwischen Hutu und Tutsi in Ruanda und Burundi bei, der 1994 auf das Nachbarland übergriff. Im damaligen Zaire entbrannte ein Bürgerkrieg, in den auch Uganda, Angola, Namibia, Simbabwe und der Tschad eingriffen ("Afrikanischer Weltkrieg"). 1997 wurde Mobuto gestürzt, und der Rebellenchef Laurent-Désiré Kabila übernahm die Macht; das Land erhielt wieder seinen alten Namen "Demokratische Republik Kongo". 2003 wurde ein Friedensabkommen geschlossen. Die staatlichen Strukturen und die Wirtschaft des Landes waren zu diesem Zeitpunkt vollends zusammengebrochen, die Infrastruktur war völlig zerstört. Der Krieg soll mehr als drei Millionen Opfer gefordert haben, genaue Angaben gibt es nicht. Die Zahl der im Osten des Landes vertriebenen Personen wird von den Vereinten Nationen auf rund zwei Millionen beziffert.
2006 wurde Joseph Kabila, der das Präsidentenamt nach der Ermordung seines Vaters 2001 übernommen hatte, in freien Wahlen offiziell im Amt bestätigt. Mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft versucht er nun, das Land zu Frieden und Stabilität zu führen.
Um Verwechslungen zu vermeiden, muss beachtet werden, dass es neben der Demokratischen Republik Kongo einen weiteren kongolesischen Staat gibt: die westlich der DR Kongo gelegene und wesentlich kleinere Republik Kongo mit ihrer Hauptstadt Brazzaville.
Unterstützung aus Deutschland
Deutschland ist seit mehr als 35 Jahren in der DR Kongo entwicklungspolitisch engagiert. Auch während der Bürgerkriege der 1990er Jahre wurde die Entwicklungszusammenarbeit nicht vollständig ausgesetzt. Die deutschen Aktivitäten konzentrierten sich in dieser Zeit auf humanitäre Maßnahmen, um die Basisversorgung der Menschen sicherzustellen.
Nach dem Friedensschluss 2003 wurde die Entwicklungszusammenarbeit Ende 2004 auch offiziell wieder aufgenommen. Deutschland unterstützte die ersten freien Wahlen im Jahr 2006, den Demobilisierungsprozess und die Betreuung von Kriegsopfern.
2008 fanden die ersten Regierungsverhandlungen seit 20 Jahren zwischen der DR Kongo und Deutschland statt. Die DR Kongo gehört seitdem zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Schwerpunkte der Zusammenarbeit sind die Bereiche Wasserver- und -entsorgung, Schutz und nachhaltige Nutzung der natürlichen Ressourcen sowie Mikrofinanzen.
Deutsche Botschaft

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