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Afrika südlich der Sahara
Nach sieben Jahren Bürgerkrieg wurde in Burundi im Jahr 2000 offiziell Frieden geschlossen. Doch die Folgen des Krieges sind noch nicht überwunden. Das ostafrikanische Land ist weiterhin politisch instabil und noch geht es der Bevölkerung schlechter als vor Ausbruch der Gewalt: Die Armut hat sich gegenüber 1993 verdoppelt – das Land ist eines der ärmsten der Erde. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung der Vereinten Nationen nimmt Burundi Platz 166 von 169 bewerteten Staaten ein (HDI 2010). Defizite bei der Regierungsführung und der Einhaltung der Menschenrechte, der Bekämpfung von Kriminalität und Straflosigkeit sowie Korruption zählen zu den großen Problemen des Landes.
Ähnlich wie das benachbarte Ruanda war Burundi lange Zeit von einem Konflikt zwischen der Tutsi-Minderheit und der Mehrheit der Hutu geprägt. Der Konflikt reicht weit in die Vergangenheit zurück: Ende des 19. Jahrhunderts wurde Burundi zusammen mit Ruanda als „Urundi“ der Kolonie Deutsch-Ostafrika unterstellt. Die deutsche und später die belgische Kolonialmacht paktierten mit den herrschenden Adelsfamilien der Tutsi und trugen zur Benachteiligung der bäuerlichen Hutu-Bevölkerung bei. Auch nach Burundis Unabhängigkeit im Jahr 1962 setzte sich die ungleiche Machtverteilung fort. Verschiedene Hutu-Aufstände in den Jahren 1972, 1988 und 1991 wurden gewaltsam niedergeschlagen. Viele Hutu flüchteten nach Tansania, Ruanda und Zaire (heute Demokratische Republik Kongo).
1992 stimmte die Bevölkerung in einem Referendum einer neuen Verfassung zu. Es folgten Wahlen, aus denen 1993 der Hutu Ndaye Melchior als Präsident hervorging. Seine Ermordung – noch im selben Jahr – löste einen Bürgerkrieg aus. Seitdem sind der immer wieder neu aufflackernden Gewalt Schätzungen zufolge mehr als 300.000 Menschen zum Opfer gefallen.
1998 begannen Friedensgespräche zwischen den Konfliktparteien, die 2000 in ein Friedensabkommen mündeten. Mit der Demobilisierung der letzten Hutu-Rebellenbewegung konnte der Friedens- und Versöhnungsprozess 2009 weitgehend abgeschlossen werden. Im April 2009 wurde die FNL (Forces Nationales de Libération, Nationale Kräfte der Befreiung) als politische Partei zugelassen.
Doch auch 2010 kam das Land politisch nicht zur Ruhe. An fünf einzelnen Terminen wurden alle politischen Gremien, von den Lokalparlamenten bis zum Staatspräsidenten, neu bestimmt. Den Anfang machten die Kommunalwahlen im Mai 2010. Während internationale Wahlbeobachter den Urnengang trotz einiger Unregelmäßigkeiten als im Wesentlichen korrekt beurteilten, sprach die Opposition von massivem Wahlbetrug. Sie boykottierte die weiteren Wahlgänge. Die Regierungspartei CNDD-FDD konnte bei allen fünf Wahlen hohe Siege erringen; Präsident Pierre Nkurunziza, der aufgrund des Boykotts ohne Gegenkandidat antrat, wurde mit 91,6 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt.
Zusammenarbeit mit Deutschland
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit mit Burundi unterstützt den Prozess zur Förderung des Friedens und zur Stabilisierung der ostafrikanischen Region der Großen Seen. Schwerpunkt der bilateralen Zusammenarbeit mit Burundi ist die Trinkwasser- und Sanitärversorgung. Außerdem engagiert sich Deutschland in den Bereichen Dezentralisierung und lokale Wirtschaftsförderung sowie klimafreundliche Energieversorgung.
Deutsche Botschaft

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