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Benin

Situation und Zusammenarbeit

Menschen in BeninDer Über­gang von der sozia­lis­tischen Ein­par­teien­herr­schaft zur De­mo­kra­tie ver­lief in Benin fried­lich und galt als bei­spiel­haft in Afrika. Doch in jüngster Zeit hat der Re­form­eifer in dem west­afri­ka­nischen Land nach­ge­las­sen. Vor al­lem dem öf­fent­lichen Fi­nanz­sys­tem man­gelt es an Leis­tungs­fähig­keit, Trans­pa­renz und Entwicklungsorientierung.

Wirtschaftlich ist Benin stark von seinen Nachbarn abhängig. Nach Schätzungen entfallen 80 bis 90 Prozent des Außenhandels auf Ge­schäfte mit Nigeria. Obwohl Benin nur in geringem Umfang in den globalen Finanz­markt ein­ge­bunden ist, hat sich die inter­nationale Wirtschafts- und Finanz­krise ab 2007 nega­tiv auf das kleine west­afri­ka­nische Land ausgewirkt.

Im Herbst 2009 musste Benin den Internationalen Währungsfonds (IWF) um Unter­stützung bit­ten, um dem Staatsbankrott zu ent­gehen. Im Juni 2010 wurde dem Land ein Beistands­programm im Um­fang von 110 Millionen US-Dollar be­wil­ligt. Zur Bewältigung der Krise hat die beninische Regierung einen strikten Sparkurs be­schlos­sen, der alle Sektoren um­fasst. Dringend not­wen­dige Investi­tionen in soziale Be­reiche wie Bil­dung und Ge­sund­heit sind daher zur­zeit nicht mög­lich – mit ne­ga­tiven Folgen für die Armutsbekämpfung.

Benin ist Transitland für Güter nach Burkina Faso, Niger und Tschad. In der Hafen­stadt Cotonou hat sich der größte Ge­braucht­wagen­markt West­afrikas entwickelt. Die Industrie Benins ist schwach ent­wick­elt und kon­zen­triert sich vor allem auf Zement­her­stellung und Baum­woll­ent­körnung. Mehr als zwei Drit­tel der Be­völ­kerung arbeiten in der Land­wirt­schaft. Da die Be­völ­ke­rung schnell wächst, müssen sich immer mehr Menschen ihren Lebens­unter­halt auf den Fel­dern oder im in­for­mellen Dienst­leis­tungs­sektor der wenigen großen Städte er­wirt­schaften. Die in der Schat­ten­wirt­schaft Tätigen haben kaum eine Chance, in ein for­melles Arbeits­ver­hältnis zu wechseln.

Benin versucht, ausländische Investoren ins Land zu holen und verweist auf seine stabile poli­tische Lage und die Mit­glied­schaft in regio­nalen Wirt­schafts­ge­mein­schaften. Benin gehört der Wirt­schafts­ge­mein­schaft West­afri­ka­nischer Staaten (ECOWAS) und der West­afri­ka­nischen Wirtschafts- und Wäh­rungs­union (UEMOA) an. Aller­dings hat Benin kein attrak­tives Investi­tions­klima. Im "Doing Business Report 2011" der Weltbank, der das Geschäfts­klima welt­weit be­wer­tet, landet Benin auf Platz 170 von 183 Ländern. Poten­zielle Inves­toren wer­den durch Kor­rup­tion, Rechts­un­sicher­heit, eine lang­same und leis­tungs­schwache Ver­wal­tung sowie die feh­lende Infra­struk­tur, vor allem in den Be­reichen Ener­gie und Tele­kom­mu­ni­kation, abgeschreckt.

Im Korruptionswahrnehmungsindex 2010 der Nichtregierungsorganisation Transparency International wird Benin auf Platz 110 von 178 Staaten geführt.

Armutsbekämpfung

Mutter mit Kind aus Benin. Urheberrecht: phalanxTrotz massiven Engage­ments der Geber ist es in den ver­gan­genen Jah­ren nicht ge­lun­gen, die Ar­mut in Benin deut­lich zu ver­rin­gern. Das hohe Be­völ­ke­rungs­wachs­tum von über drei Pro­zent er­schwert viele An­stren­gungen in diesem Be­reich. Etwa ein Drit­tel der Be­völ­ke­rung lebt unter der Ar­muts­grenze. Auf dem Index der mensch­lichen Ent­wick­lung (HDI) von 2010 nimmt das Land Platz 134 von ins­ge­samt 169 Staaten ein. Benin gehört damit zu den am wenigsten ent­wick­elten Staaten der Welt.

Seit 1999 setzt die Regierung ihre Politik zur Re­du­zie­rung der Armut im Rah­men von natio­nalen Pro­grammen um. Im April 2007 ver­ab­schie­dete Benin sein zweites Stra­te­gie­papier zur Re­du­zie­rung der Armut (Stratégie de Croissance pour la Re­duc­tion de la Pauvreté, SCRP). Darin be­kräf­tigt die Re­gie­rung ihre Ent­schlos­sen­heit, Hun­ger, Armut sowie AIDS zu be­kämp­fen und gegen Analpha­betentum, Umwelt­ver­schmut­zung und Frauen­diskri­mi­nierung vor­zu­gehen. Ein drit­tes SCRP, das die Stra­te­gie fort­schreibt, wurde 2010 vor­ge­legt. Die offi­zielle Ver­ab­schie­dung des Ent­wurfs steht noch aus.

Um die Armut trotz der hohen Bevölkerungs­zunahme deut­lich zu ver­ringern, wäre ein Wirt­schafts­wachs­tum von min­des­tens sie­ben Pro­zent nötig. In den letzten Jah­ren lag es je­doch nur zwischen drei und sechs Pro­zent, 2009 sogar bei nur 2,5 Prozent.

Der Übergang zu einer am Markt orientierten Wirtschaft ist noch nicht gelungen – viele wichtige Unternehmen in den Bereichen Elektrizität, Telekommunikation, Baumwolle und Schiffswesen sind noch nicht privatisiert. Reformen wurden erarbeitet, müssen aber noch umgesetzt werden. Präsident Boni Yayi hat das Ziel, Benin aus der Armut herauszuführen und zu einem Schwellenland zu machen. Bis Ende des Jahrzehnts sind weitgehende Privatisierungen der Staatsbetriebe vorgesehen.

Arbeiter in einer Baumwollfabrik in Benin.Nach­tei­lig wirkt sich die Ab­hän­gig­keit des Außen­han­dels von der Baum­wolle aus. Sie ist für rund 20 Pro­zent der Ex­port­er­löse ver­ant­wort­lich. Doch der stark sub­ven­tio­nierte Baum­woll­anbau und -export einiger In­dus­trie­länder, vor allem der USA, drückt die Welt­markt­preise deut­lich unter die Pro­duk­tions­kosten. 2010 sind Benins Baum­woll­ex­porte um fast 28 Pro­zent ein­ge­brochen. Um wett­be­werbs­fähiger zu wer­den, hat Benin be­gon­nen, den Baum­woll­sek­tor unter Ein­be­zie­hung der Privat­wirt­schaft zu reformieren.

Deutschland unterstützt diese Bemühungen. So wird zum Beispiel die Initia­tive "Cotton made in Africa" – die von der Aid by Trade-Stiftung des deutschen Unternehmers Michael Otto gegründet wurde – im Auftrag des BMZ von der GIZ und der DEG gefördert. Durch diese öffentlich-private Partner­schaft wird die ökologisch und sozial verträgliche Produktion und Vermarktung der Baumwolle in Nord-Benin unterstützt. Ein entsprechendes Label bürgt für die Ent­wick­lungs­wirk­sam­keit und stei­gert den Markt­anteil in Ab­neh­mer­ländern wie Deutschland.

Zu den großen Heraus­forderungen der Regierung gehört auch die Ver­bes­se­rung der Bil­dungs­situa­tion. Rund 60 Pro­zent der Menschen in Benin sind Analpha­beten. Seit dem Schul­jahr 2006/2007 ist der Grund­schul­be­such kos­ten­los. Diese Neuerung hat die Ein­schulungs­rate deut­lich erhöht, sie liegt in­zwischen bei 100 Pro­zent. Aller­dings bricht jedes fünfte Kind die Grund­schule vor­zei­tig ab. Be­trof­fen sind vor allem Mädchen. Die Quali­tät der schulischen und auch der beruf­lichen Bil­dung muss zudem deut­lich ver­bes­sert wer­den. Ge­mein­sam mit anderen Ge­bern unter­stützt Deutsch­land Benin bei der Um­set­zung des na­tio­nalen Bil­dungs­plans. Benin hat realis­tische Aus­sichten, das Millenniumsziel "Bildung für alle" zu erreichen.

Entwicklungspotenziale

Die Wirtschaft Benins ist vor allem durch die Landwirtschaft und den Dienstleistungssektor geprägt. Der Landwirtschaft kommt in der Armutsbekämpfung besondere Bedeutung zu, da hier rund 40 Pro­zent des Brutto­inlands­produkts er­wirt­schaftet werden. Benin ver­fügt über keine natürlichen Rohstoffe.

Die beninische Regierung ist sich der bis­lang nicht aus­reichend ge­nut­zten Poten­ziale b­ewusst und hat eine neue Land­wirt­schafts­stra­tegie ent­wick­elt. Haupt­ziel ist, die Leis­tungs­fähig­keit der beni­nischen Agrar­wirt­schaft zu stärken, um die Er­näh­rungs­sicher­heit der Be­völ­ke­rung zu ge­währ­leisten, die wirt­schaft­liche und soziale Ent­wick­lung zu unter­stützen und somit eine wirk­same Armuts­be­kämp­fung zu erreichen.

Es gibt in Benin zahlreiche Nicht­regierungs­orga­ni­sa­tionen, deren Ar­beit von der Re­gie­rung respek­tiert wird. Die Orga­ni­sa­tion "Freedom House" be­schei­nigte Benin 2010 als einem von wenigen Län­dern Afrikas, volle poli­tische Frei­heit zu ge­währ­leisten. Im Ranking der Presse­frei­heit von 2010 wurde Benin von der Orga­ni­sa­tion aber nur als "teil­weise frei" eingestuft.

Schwerpunkte der deutschen Zusammenarbeit

Bei Regierungsverhandlungen im Oktober 2010 hat Deutschland für die Jahre 2010 bis 2012 insgesamt 70 Millionen Euro für die Entwicklungszusammenarbeit mit Benin zugesagt. Davon entfallen 45 Millionen auf die Finanzielle und 25 Millionen auf die Technische Zusammenarbeit.

Folgende Schwerpunkte der Kooperation wurden mit Benin vereinbart:

  • Dezentralisierung/Kommunalentwicklung

  • Landwirtschaft

  • Integriertes Management der Ressource Wasser, Trinkwasser- und Sanitärversorgung

Neben diesen Schwerpunkten engagiert sich Deutschland in den Bereichen makroökonomische Beratung, Grundbildung und Energieversorgung.

Dezentralisierung und Kommunalentwicklung

Die ehemalige Kolonialmacht Frankreich hat viele Spuren in Benin hinter­lassen. So war der Staat nach fran­zö­sischem Vor­bild zen­tra­lis­tisch auf­ge­baut. Re­for­men zum Ab­bau dieses Zen­tral­staats sind ein­ge­lei­tet. De­zen­tra­li­sie­rung ist ein we­sent­licher Teil der laufenden Verwaltungsreform.

Ende 2010 hat die Regierung die Nationale Dezentra­li­sie­rungs- und De­kon­zen­tra­tions­politik (PONADEC) offi­ziell in Kraft ge­setzt. Mit dieser Poli­tik werden den Prä­fek­turen erst­mals wich­tige Kom­pe­tenzen zu­ge­wie­sen, vor al­lem in den Be­reichen Grund­bil­dung, Ge­sund­heit und Was­ser­ver­sor­gung. Über­ge­ordnetes Ziel ist es, die Armuts­be­kämp­fung wirk­sam zu unter­stüt­zen und eine mo­derne leis­tungs­fähige kom­mu­nale Selbst­ver­wal­tung auf­zu­bauen. Bis­lang wer­den den Ge­meinden al­ler­dings keine aus­rei­chenden Mit­tel zu­ge­wie­sen, um ihre neuen Auf­gaben be­wäl­tigen zu kön­nen. Eigene Ein­nah­me­quellen wie lokale Steuern und Ab­gaben wer­den gegen­wärtig erst erschlossen.

Im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit wurde durch einen Infra­struktur-Fonds für Mittel­städte (FIVIS) unter anderem die Ein­rich­tung von Markt­plätzen und -hallen sowie Ge­mein­de­ver­wal­tungs­ge­bäuden ge­för­dert. In Zu­kunft sol­len mög­lichst alle Investi­tionen in die kom­mu­nale Selbst­ver­wal­tung über den natio­nalen Förder­fonds für die Kom­munen (FADeC) laufen. Der Fonds dient als Instru­ment des Finanz­aus­gleichs zwischen Zentral-, Präfektur- und Kommunal­ebene. Er wird sowohl von der beninischen Re­gie­rung als auch von ver­schie­denen inter­natio­nalen Ge­bern ge­speist. Deutsch­land hat sich 2010 mit den anderen FADeC-Gebern ab­ge­stimmt, und es wur­den ein­heit­liche Ein­zah­lungs­kri­terien beschlossen.

Begleitend beraten deutsche Experten der Technischen Zusam­men­arbeit die Prä­fek­turen und bil­den zum Bei­spiel Mit­arbei­terinnen und Mit­ar­beiter in Fra­gen der Kom­mu­nal­auf­sicht fort. Damit sich die Zivilgesellschaft auf Gemein­de­ebene leichter und viel­fäl­tiger ent­wick­eln kann, werden in Ko­op­e­ra­tion mit loka­len Nicht­re­gie­rungs­orga­ni­sa­tionen fort­laufend Schu­lungen zur De­zen­tra­li­sie­rung und zu Bürger- und Menschen­rechten angeboten.

Integriertes Management der Ressource Wasser, Trinkwasser- und Sanitärversorgung

Menschen am Brunnen von Bante, Benin. Urheberrecht: BMZIn Benin haben der­zeit ledig­lich rund 60 Pro­zent der städ­tischen Be­völ­ke­rung Zu­gang zu sau­berem Trink­was­ser. Auf dem Land sind es nur etwa 50 Pro­zent. Dort ver­sor­gen sich viele Men­schen mit Was­ser aus offenen Brun­nen, das oft Krank­heits­keime ent­hält. Nur etwa 34 Pro­zent der städ­tischen und 17 Pro­zent der länd­lichen Be­völ­ke­rung haben Zu­gang zur Sanitärversorgung.

Das gemeinsam mit den be­ninischen Part­nern ver­ein­barte Ziel lau­tet, bis zum Jahr 2015 die Trink­was­ser­quali­tät und die hygie­nischen Ver­hält­nisse deut­lich zu ver­bes­sern und min­des­tens 75 Pro­zent der Be­völ­ke­rung zu­ver­läs­sigen Zu­gang zu Trink­was­ser zu er­mög­lichen. Ein durch­aus realis­tisches Ziel, denn allein durch den deutschen Bei­trag wer­den etwa 23 Pro­zent der ver­blei­benden Unter­ver­sor­gung be­hoben und 433.000 Ein­woh­ner zu­sätz­lich mit Trink­wasser versorgt.

Ende 2008 wurde ein neues Schwerpunktstrategiepapier für den Wassersektor verabschiedet. Im Mittelpunkt steht die Stärkung der Management­fähig­keiten sowohl auf nationaler als auch kom­munaler Ebene sowie der ver­bes­serte Zu­gang zur Sani­tär­ver­sorgung. Zudem be­tei­ligt sich Deutsch­land ge­mein­sam mit anderen Gebern an meh­reren Korb­finan­zie­rungen zur Ver­bes­serung der städ­tischen und länd­lichen Trinkwasserversorgung.

Das Programm zur Wasserversorgung dient dem Ausbau und der Verbesserung der technischen Infrastruktur. Dafür wurde durch eine intensive Absprache mit allen relevanten Akteuren ein landesweit einheitliches Modell erarbeitet. Es orientiert sich an der Nachfrage, fördert die Eigenverantwortung der Endnutzer und soll die Effizienz und Nachhaltigkeit der Investitionen sichern.

In zahlreichen Städten werden Leitungen erneuert und erweitert sowie neue Pumpen installiert. Das Wasser wird an zentralen Zapf­stellen ausgegeben; dort wird die Bevöl­kerung auch über den Zusammen­hang zwischen verun­reinigtem Wasser und Krank­heiten informiert. In den Dörfern werden neue mit Fuß- oder Hand­pumpen betriebene Bohr- und Schacht­brunnen errichtet und defekte Brun­nen repariert. Auch sanitäre Anlagen werden gebaut – bisher fehlten sie in vielen Dörfern. Die neue staat­liche Wasser­gesell­schaft wird dabei unter­stützt, die Trink­wasser­ver­sorgung effizient zu planen und die Qualitäts­prüfung des Wassers zu regeln. Die bessere Infra­struk­tur kommt vor allem den Frauen Benins zugute. Sie sind traditionell für die Wasserversorgung ihrer Familien verantwortlich.

Landwirtschaft

Die Landwirtschaft ist der wichtigste Sektor für Benins Wirt­schaft und wird auch in der neuen beninischen Armuts­be­kämp­fungs­stra­tegie als ent­schei­dend für Wachs­tum und Ent­wick­lung an­ge­sehen. Das deutsche En­gage­ment in diesem Sek­tor zielt darauf ab, die Leistungs­fähig­keit der Land­wirt­schaft – unter Be­rück­sich­tigung von Umwelt- und Klima­aspekten – landes­weit zu stär­ken und die Armut der Be­völ­ke­rung zu senken. Dazu soll die Pro­duk­ti­vi­tät und Wett­be­werbs­fähig­keit der Land­wirt­schaft ver­bes­sert werden. Ge­för­dert wird außer­dem die Di­ver­si­fi­zie­rung der bis­lang stark auf Baum­wolle kon­zen­trierten land­wirt­schaft­lichen Ex­porte für den re­gio­nalen und inter­nationalen Markt.

Deutschland unterstützt die Bauern dabei, Pro­dukte wie Reis, Baum­wolle und Cashew-Nüsse nicht nur für den Eigen­be­darf zu pro­du­zieren, son­dern auch zu ver­markten. Durch die Weiter­ver­arbei­tung der land­wirt­schaft­lichen Pro­dukte wer­den im Privat­sek­tor neue Arbeits­plätze ge­schaf­fen, die vor allem Frauen zu­sätz­liche Ein­kom­mens­quellen bie­ten. Die Kom­munen werden be­raten, wie sie die Klein­bauern unter­stützen kön­nen, etwa durch die In­stand­setzung von Zu­fahrts­straßen oder den Bau von lokalen Lager­häusern. Neu ein­ge­rich­tete länd­liche Ein­fach­kataster regeln die Eigen­tums- und Nutzungs­rechte in den Dörfern und beugen Kon­flikten zwischen den ver­schie­denen Nutzergruppen vor.

Umwelt- und Klimaschutzaspekte werden in der beninisch-deutschen Zusam­men­arbeit be­son­ders be­rück­sichtigt. Eine nach­haltige land­wirt­schaft­liche För­de­rung muss von Beginn an ressourcen­schonend an­ge­legt sein. Wird die Produk­ti­vi­tät der Land­wirt­schaft er­höht, kön­nen höhere Er­träge er­zielt werden, ohne dass die Acker­fläche ver­größert wer­den muss. Das re­du­ziert den Druck der Land­wirt­schaft auf zahl­reiche Schutz­ge­biete und trägt zum Er­halt der Bio­di­ver­sität bei.

Bereits seit 1996 unterstützt Deutsch­land das Biosphären­reservat Pendjari im Norden des Landes. Durch die er­folg­reiche Ein­be­zie­hung der Be­völ­ke­rung konnte ein für West­afrika bei­spiel­haftes Modell zur Ver­wal­tung und Nut­zung der Schutz­zone auf­ge­baut wer­den. In Zu­sam­men­arbeit mit der Welt­natur­schutz­union (IUCN) und der Welt­bank wird eine Umwelt­stif­tung auf­ge­baut, um den lang­fris­tigen Unter­halt des Reser­vats sicher­zu­stellen. Weitere Mit­tel sol­len zu­künf­tig auch aus nach­hal­tigem Touris­mus hinzukommen.

Entschuldung

Benin legte im Juni 2000 sein vor­läu­figes Stra­te­gie­papier zur Ar­muts­be­kämp­fung vor und er­reichte im Fol­ge­monat den Ent­schei­dungs­punkt (Decision Point) der HIPC-Initiative. Das vollständige Konzept (PRSP) ver­ab­schie­dete die Re­gie­rung im Sep­tember 2002. Im März 2003 er­reichte Benin den Voll­endungs­zeit­punkt (Completion Point) der er­wei­terten HIPC-Initiative. Dem Land wurden rund 460 Mil­lionen US-Dollar Schul­den er­lassen. Auch Deutschland verzichtete auf die Rückzahlung aller bilateralen Schulden.

2006 wurde Benin zudem im Rahmen der multi­lateralen Ent­schul­dungs­initia­tive (MDRI) ein Er­lass in Höhe von 1,1 Mil­liarden US-Dollar ge­währt, was etwa 25 Pro­zent des Brutto­in­lands­pro­dukts ent­sprach. Mit den hier­durch frei ge­wor­denen Mit­teln sol­len die Aus­gaben in den Be­reichen Bil­dung, Ge­sund­heit, Infra­struk­tur und Land­wirt­schaft erhöht werden.

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