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Afrika südlich der Sahara
Äthiopien gehört zu den am wenigsten entwickelten Staaten der Welt. Mit einem jährlichen Pro-Kopf-Einkommen von 280 US-Dollar (2008) zählt es selbst im afrikanischen Vergleich zu den ärmsten Ländern – auch wenn das Wirtschaftswachstum in den letzten Jahren über dem regionalen Durchschnitt lag.
Die strukturellen Probleme des Landes – vor allem der große Einfluss von Dürreperioden auf die Landwirtschaft und ein starkes Bevölkerungswachstum – beeinträchtigen die Entwicklung Äthiopiens. Das Land ist stark von den Leistungen internationaler Geber abhängig. Deutschland fördert in Äthiopien Programme zur Verbesserung der Ernährungssituation, zur Stärkung kommunaler Selbstverwaltung und Dezentralisierung sowie zur Wirtschaftsentwicklung.
Äthiopien ist eine der ältesten Hochkulturen der Welt. Von der Besetzung durch das faschistische Italien 1936 bis 1941 abgesehen, war Äthiopien als einziges Land Afrikas keine Kolonie. Als im 19. Jahrhundert der Suezkanal gebaut wurde, bekam die Region strategische Bedeutung. Doch auch in dieser Situation konnte Äthiopien seine Unabhängigkeit verteidigen. Bis 1974 war das Land eine Monarchie, es folgte eine kommunistisch ausgerichtete Militärdiktatur. Bis in die 1990er Jahre war Äthiopien weitgehend vom westlichen Ausland abgeschottet. Heute ist das Land eine demokratische Bundesrepublik und spielt eine zentrale Rolle für die Stabilität am Horn von Afrika.
Äthiopiens Landschaft ist durch die Lage am Ostafrikanischen Graben geprägt. Dieser Grabenbruch ist Grund für große Unterschiede in Klima und Vegetation. Die Regionen unterscheiden sich in der Höhenlage, der Regenhäufigkeit und der Fruchtbarkeit. Das Hauptsiedlungsgebiet "Woina Dega" liegt zwischen 1.600 und 2.500 Meter über dem Meeresspiegel und hat ein gemäßigtes Klima. Dort werden Getreide, Baumwolle und der berühmte äthiopische Kaffee angebaut. Die Bundesrepublik ist mit über 30 Prozent traditionell der größte Abnehmer der äthiopischen Kaffee-Exporte.
Von der Leistungsfähigkeit der Landwirtschaft hängt die Sicherheit der Lebensmittelversorgung in Äthiopien ab. Immer wieder kommt es in Teilen des Landes zu verheerenden Hungersnöten. Vor allem die Gebiete im Nordosten und Südosten des Landes sind von der Nahrungsmittelknappheit betroffen. Laut staatlichen Stellen sind mehr als sieben Millionen Menschen ständig und weitere fünf Millionen wegen der Dürren 2008 und 2009 auf Hilfeleistungen angewiesen. Äthiopien gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Das Bundesentwicklungsministerium stellte 2008 und 2009 insgesamt 22,4 Millionen Euro zur Bekämpfung des Hungers in Äthiopien zur Verfügung.
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