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Naher Osten und Nordafrika
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Wasser und Abwasser
Eines der wichtigsten grenzübergreifenden Probleme der Region Nahost/Nordafrika ist die Knappheit der lebenswichtigen – und darum auch konfliktträchtigen – Ressource Wasser. Die Region zählt zu den wasserärmsten Gebieten der Welt, die Kontrolle über Wasser hat politische und wirtschaftliche Dimensionen.
Durch das starke Bevölkerungswachstum und die intensive Landnutzung verringert sich die Wasserverfügbarkeit pro Kopf und Jahr immer weiter. Der Klimawandel verstärkt diesen Trend zusätzlich. Die Nahrungsmittelproduktion ist fast ausschließlich durch Bewässerung möglich: 85 Prozent des Wassers werden von der Landwirtschaft verbraucht.
In vielen Ländern der Region wird der Wasserverbrauch staatlich subventioniert, was zur Verschwendung der Ressource beiträgt. Anreizsysteme für einen sparsamen Umgang mit Wasser gibt es bisher kaum.
Deutschland verfügt über umfassende Erfahrungen im Wassersektor. Das Engagement der Bundesrepublik konzentriert sich vor allem auf drei Bereiche:
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Management der Wasserressourcen,
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Effizienzsteigerung der Wassernutzung und Schutz der Wasserressourcen sowie
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Zugang zu städtischer Wasser- und Sanitärversorgung.
Management der Wasserressourcen
Ziel der deutschen Entwicklungspolitik ist die nachhaltige Bewirtschaftung der vorhandenen Wasserressourcen auf lokaler, regionaler, nationaler und zwischenstaatlicher Ebene.
Die Wassergesetzgebung und das Verwaltungsrecht – inklusive der Wassernutzungsrechte – müssen an die geringe Wasserverfügbarkeit angepasst werden. Subventionen, die den Wasserverbrauch fördern, müssen abgebaut werden. Stattdessen sollten positive Anreize zum sparsamen Umgang mit Wasser, insbesondere für die Landwirtschaft, eingeführt werden.
Um den Wasserverbrauch in der Landwirtschaft zu reduzieren, fördert Deutschland die Anwendung nachhaltiger landwirtschaftlicher Praktiken. Sie schützen vor Erosion und daraus folgenden weiteren Wasserverlusten. Außerdem steigern sie die Wasserproduktivität: Pro Liter verbrauchtes Wasser wird ein höherer Ernteertrag erzielt. Auch die Mehrfachnutzung von Wasser wird gefördert – Abwasser und Klärschlamm sind wertvolle Ressourcen für die Landwirtschaft.
Im politischen Dialog mit den Partnerländern werden die langfristigen Auswirkungen der Wasserknappheit thematisiert und auch den Nutzergruppen bewusst gemacht. Ziel ist, Verhaltensänderungen herbeizuführen.
Zahlreiche Gewässer überschreiten nationale Grenzen. Um die integrierte Bewirtschaftung dieser Gewässer zu fördern, unterstützt die deutsche Entwicklungspolitik die Zusammenarbeit zwischen den Staaten.
Effizienzsteigerung der Wassernutzung und Schutz der Wasserressourcen
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat das Ziel, zu einer sparsameren Nutzung und zum Schutz der Wasserressourcen beizutragen.
Um Wasserverluste zu reduzieren, unterstützt Deutschland seine Partner bei der Sanierung von Leitungsnetzen und der Modernisierung von Bewässerungssystemen.
Durch die Einführung von wirtschaftlichen Anreizen – zum Beispiel Einleitungsgebühren oder sozial verträgliche Tarifsysteme – soll der Wasserverbrauch gesenkt werden.
Um eine kontrollierte, sozial und ökologisch ausgewogene Verteilung und Nutzung des Wassers zu erreichen, unterstützt Deutschland die Behörden bei der Entwicklung von Wasserwirtschaftsplänen.
Da ungeplantes Wachstum von Agrarflächen, Siedlungen und Industrieanlagen die Trinkwasserversorgung der Bevölkerung gefährden kann, wird die Landnutzungsplanung verbessert und Wasserschutzzonen werden ausgewiesen. Und auch der Schutz von Oberflächengewässern und Grundwasser vor Verschmutzungen ist eine zentrale Aufgabe des Wassermanagements der Region und wird von Deutschland unterstützt.
Zugang zu städtischer Wasser- und Sanitärversorgung
Durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit soll sich die Wasser- und Sanitärversorgung in den Städten qualitativ und – unter Berücksichtigung der Wasserverfügbarkeit – auch quantitativ verbessern.
Die Wasserversorgungsunternehmen werden dabei unterstützt, die Versorgung mit qualitativ einwandfreiem Wasser sicherzustellen. Durch eine Anpassung der Tarife soll sich ihre wirtschaftliche Situation verbessern.
Deutschland unterstützt seine Partnerländer außerdem beim Aufbau von angepassten Systemen zur Abwassersammlung, Abwasserreinigung und -wiederverwendung.
Wo die Anschlussraten noch niedrig sind – wie im Jemen oder in Mauretanien – oder die Großstädte stark wachsen, unterstützt Deutschland auch den Ausbau der Versorgungsnetze.
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