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Marokko

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Situation und Zusammenarbeit
Marokko ist eine konstitutionelle Monarchie, zentrale politische Figur ist der König. Mohammed VI. ist seit 1999 Staatsoberhaupt und gleichzeitig weltlicher Herrscher und geistlicher Führer. Er unterstützt aktiv notwendige Reformprozesse und setzt sich für Programme der menschlichen Entwicklung und politischen Liberalisierung ein. So investierte der Staat in den vergangenen Jahren zum Beispiel erheblich in die Bereiche Bildung, Gesundheit und sozialer Wohnungsbau. Marokko hebt sich unter den Staaten des Nahen Ostens und Nordafrikas durch seine politische Öffnung und deutliche Fortschritte bei Reformen im sozialen und wirtschaftlichen Bereich und in Bezug auf Bürgerrechte hervor.
Wirtschaftliche Situation
Derzeit befindet sich Marokko in einem tiefgreifenden Wandlungsprozess vom Agrarland zum Industrie- und Dienstleistungsland. Programme zur Strukturanpassung haben zu einer erheblichen Verbesserung der ökonomischen Rahmenbedingungen und des Investitionsklimas geführt. Zwar unterliegt die wirtschaftliche Entwicklung – etwa durch wetterbedingte Ernteausfälle – großen Schwankungen. Doch in den vergangenen Jahren wurden Wachstumsraten zwischen zwei und sieben Prozent erreicht.
Da das marokkanische Finanzsystem kaum in die internationalen Kapitalmärkte eingebunden ist, hat sich die globale Finanz- und Wirtschaftskrise eher indirekt ausgewirkt. Einschneidende Rückgänge gab es vor allem bei den Überweisungen der im Ausland lebenden Marokkaner, bei den Tourismuseinnahmen und den ausländischen Direktinvestitionen.
Die marokkanische Wirtschaft leidet unter zu geringer Produktivität, sie ist im Welthandel nicht wettbewerbsfähig. Dafür sind unter anderem die geringe Qualität der Industriegüter, ein beschränktes Angebot an Fertigwaren und ein Mangel an qualifiziertem Personal verantwortlich. Auch die Korruption muss entschiedener bekämpft werden. Auf dem Index von Transparency International, einer Organisation, die sich weltweit für die Bekämpfung der Korruption einsetzt, erreichte Marokko 2010 nur 3,4 von 10 möglichen Punkten und landete damit auf Platz 85 von 178 bewerteten Staaten.
Die Analphabetenrate ist noch sehr hoch: Nur etwa 58 Prozent der Erwachsenen über 15 Jahre können lesen und schreiben. Auf dem Index der menschlichen Entwicklung von 2010 (HDI) liegt Marokko auf Platz 114 von 169 Ländern. Zur Behebung dieser Missstände hat die marokkanische Regierung eine Bildungsreform verabschiedet.
Noch ist fast die Hälfte aller Beschäftigten in der Landwirtschaft tätig, die zunehmend unter extremen Wetterereignissen als Folge des globalen Klimawandels leidet. Die Wasserressourcen werden knapper und in weiten Gebieten verschlechtert sich die Qualität der Böden durch Übernutzung.
Nach Schätzungen lebt rund ein Viertel der Bevölkerung in Armut oder an der Schwelle zur Armut. Besonders problematisch ist die Lage in den ländlichen Regionen, wo der Zugang zu Bildung, Gesundheitsdiensten, sauberem Wasser und Strom deutlich schlechter ist als in den Städten. Viele Landbewohner wandern deshalb in die Städte ab, dadurch verschärfen sich dort die Probleme. Besonders unter Jugendlichen und Akademikern herrscht eine hohe Arbeitslosigkeit. Die Folgen sind soziale Konflikte, illegale Migration nach Europa sowie die Gefahr der Radikalisierung einzelner Bevölkerungsgruppen.
Eine wichtige Rolle für die marokkanische Wirtschaft spielt der informelle Sektor: Fast die Hälfte aller Arbeitsplätze außerhalb der Landwirtschaft sind dort zu finden. Auch die Geldüberweisungen der vielen Marokkanerinnen und Marokkaner, die im Ausland ansässig sind, unterstützen die heimische Wirtschaft. Allein in Deutschland leben mehr als 130.000 Menschen marokkanischer Abstammung.
Ein Problem ist der illegale Drogenanbau: Marokko ist der weltgrößte Produzent und Exporteur von Cannabis. Vor allem in den sehr armen Nordprovinzen lebt ein großer Teil der Bevölkerung vom Drogenanbau und -handel. Das Einkommen dieser Familien ist wesentlich höher als das von Familien, die andere landwirtschaftliche Produkte anbauen. Der illegale Cannabis-Anbau zieht Schmuggel nach sich, der auch Auswirkungen auf die Sicherheitssituation in Marokko hat. Zudem erfolgt der Anbau der Drogen überwiegend in Monokulturen – mit negativen Folgen für das Ökosystem.
Entwicklungspotenziale
Große Entwicklungschancen liegen vor allem im Ausbau der erneuerbaren Energien. Marokko ist für die Versorgung mit Primärenergierohstoffen bislang fast vollständig auf Importe angewiesen und damit extrem abhängig von den Weltmarktpreisen für Erdöl, Kohle und Gas. Gleichzeitig führt das Wirtschafts- und Bevölkerungswachstum zu einem wachsenden Energiebedarf. Doch das Königreich verfügt über enorme Potenziale an erneuerbaren Energien. Die Voraussetzungen für die Nutzung von Sonnenenergie und Windkraft sind so gut, dass Marokko bei Erschließung dieser Potenziale nicht nur den eigenen Energiebedarf decken, sondern auch Strom nach Europa exportieren könnte.
Ein bedeutender Wirtschaftszweig ist der Tourismus, er bietet schätzungsweise eine Million Arbeitsplätze. Die Regierung unternimmt große Anstrengungen, um ihn zu einem der führenden Wirtschaftssektoren auszubauen. Mit ihrem "Plan Azur" hat sie sich zum Ziel gesetzt, die touristische Infrastruktur stark auszubauen. Bis 2010 sollte die Zahl der jährlichen Besucher auf rund zehn Millionen steigen. Nach offiziellen Angaben wurde dieses Ziel fast erreicht: 2010 besuchten demnach knapp 9,3 Millionen Touristen das Land. Obwohl die Deviseneinnahmen aus dem Tourismusgeschäft zuletzt zurückgingen und mehrere ausländische Investoren absprangen, hält die Regierung an ihrem Programm fest.
Entwicklungs- und Beschäftigungschancen birgt außerdem die Zulieferindustrie für die Automobil- und die Informationstechnik-Branche sowie für die Luftfahrt. Künftig sollen besonders die Qualität und der Service in diesem Bereich weiter verbessert werden. Durch eine nachhaltige Bewirtschaftung der reichen Fischvorkommen kann auch die Fischereiwirtschaft wachsen, Devisen erwirtschaften und mehr Menschen beschäftigen.
Um die Integration des Landes in den Welthandel voranzutreiben, hat die marokkanische Regierung mit dem Bau des Tiefseehafens Tanger-Med begonnen. Auch engagiert sich das Land für die Einrichtung von Freihandelszonen, um die eigenen Exportchancen zu erhöhen. Entsprechende Abkommen wurden mit den EFTA-Ländern (2000), mit den USA (2006) und mit der EU (ab 2012) geschlossen. Auch die 2004 mit Ägypten, Jordanien und Tunesien abgeschlossenen regionalen Freihandelsabkommen (Agadir-Abkommen), die von der EU unterstützt wurden, sind inzwischen in Kraft getreten.
Schwerpunkte der deutschen Zusammenarbeit
Die Bundesrepublik hat Marokko für die Jahre 2010 und 2011 insgesamt 131 Millionen Euro zugesagt. Davon entfallen 119,5 Millionen Euro auf die Finanzielle Zusammenarbeit (größtenteils in Form von Darlehen) und 11,5 Millionen auf die Technische Zusammenarbeit.
Die Regierungen von Marokko und Deutschland haben folgende Schwerpunkte der Zusammenarbeit vereinbart:
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Umwelt und Klimawandel, einschließlich Förderung erneuerbarer Energien
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Nutzung und Management von Wasserressourcen
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Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Zusätzlich zu den Maßnahmen in diesen Arbeitsschwerpunkten besteht eine Querschnittsförderung in den Bereichen Gender und Unterstützung der nationalen Armutsbekämpfungsinitiative INDH. Auf regionaler Ebene wurde das Programm "Gute Regierungsführung – Maghreb" eingerichtet. Es soll staatliche Einrichtungen und Organisationen der Zivilgesellschaft in Algerien, Marokko, Mauretanien und Tunesien zu einem Gedankenaustausch über die Gestaltung ausgewählter Politikbereiche sowie zu verantwortungsvoller und transparenter Regierungsführung motivieren.
Umwelt und Klimawandel
Industrialisierung und Verstädterung belasten die Umwelt in Marokko stark. Wachsende Müllberge erfordern eine geordnete Abfallwirtschaft, die auf Vermeidung und Recycling setzt. Industrieabwässer fließen ungeklärt in die Umwelt. Sie bedrohen die Grundwasserressourcen und verschmutzen die für den Tourismus wichtigen Küsten. Ungefilterte Industrieabgase gefährden die Gesundheit der Menschen in den Ballungszentren. Die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Energie- und Wärmeerzeugung führt zu erheblichen Umweltbelastungen.
Verschlimmert wird die Situation durch noch nicht ausreichende Kontroll- und Sanktionsmöglichkeiten der Verwaltung und das sehr gering ausgeprägte Umweltbewusstsein der Menschen.
Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit nimmt in Marokko im Umwelt- und Naturschutz eine Vorreiterrolle ein. Die Unterstützung im Umweltmanagement konzentriert sich besonders auf die Förderung der marokkanischen Institutionen, zum Beispiel bei der Erarbeitung von entsprechenden Gesetzen oder von Umweltstandards für Industriebetriebe. So wurde zum Beispiel mit deutscher Unterstützung ein richtungsweisendes Abfallgesetz erarbeitet. Die Unterstützung im Bereich des Klimaschutzes wird zunehmend von den marokkanischen Partnern nachgefragt. Unter anderem wurde die marokkanische Delegation zum Klimagipfel in Cancún 2010 beraten und gemeinsam mit den Partnerbehörden werden finanzielle Anreizsysteme geprüft, um eine umwelt- und klimaorientierte Wirtschaftspolitik in Marokko zu verstärken.
Im Zuge der Technischen Zusammenarbeit werden gemeinsam mit Gewerbe und Industrie Pilotmaßnahmen zur Verbesserung der Abfallentsorgung und zur Verringerung der Umweltbelastung realisiert. Dazu gehören Maßnahmen zur Vermeidung, Verminderung und Verwertung von Abfällen. Außerdem unterstützt Deutschland Programme gegen die Wüstenausdehnung sowie zur Einrichtung und Bewirtschaftung von Schutzgebieten. Die Potenziale Marokkos sind in diesem Bereich besonders groß: Das Land hat – nach der Türkei – die zweithöchste Biodiversität in der Mittelmeerregion.
Im Rahmen der Politikberatung wird der Klimaschutz immer wichtiger. So unterstützen deutsche Experten marokkanische Ministerien beim Aufbau wirkungsvoller institutioneller Strukturen, um den neuen Herausforderungen durch den Klimawandel zu begegnen. Auch wird die Regierung bei der Ausarbeitung einer ökologischen Steuerreform beraten. Die Sensibilisierung der Bevölkerung und der politischen Entscheidungsträger ist ebenfalls ein wichtiges Ziel der Zusammenarbeit.
Marokko ist fast vollständig von Energieimporten abhängig. Die 2009 von der marokkanischen Regierung vorgestellte Energiestrategie sieht unter anderem den gezielten Ausbau der Stromproduktion durch erneuerbare Energien vor. Das Potenzial für die Nutzung von Wind- und Sonnenkraft ist aufgrund der geographischen Lage des Landes zwischen Atlantik und Sahara enorm. Nach Plänen der Regierung sollen die erneuerbaren Energien im Jahr 2015 18 Prozent der Stromerzeugung stellen. Deutschland berät Marokko seit Anfang 2008 erfolgreich bei der Gesetzgebung und dem Aufbau institutioneller und fachlicher Kapazitäten im Bereich Erneuerbare Energien und Energieeffizienz.
Im Bereich der Windkraft hat die marokkanisch-deutsche Zusammenarbeit Pionierarbeit geleistet: Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit hat vor gut zehn Jahren den ersten Windpark der Region finanziert. Nach dem Bau einer Pilotanlage wurden Windkraftanlagen in Essaouira und Tanger von deutscher Seite mitfinanziert. Auch der Auf- und Ausbau von Solaranlagen und Wasserkraftwerken wird von der Bundesrepublik unterstützt.
Nutzung und Management von Wasserressourcen
In den ländlichen Regionen Marokkos haben etwa sechs Millionen Einwohner – das sind fast 20 Prozent der Gesamtbevölkerung – keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. In den Städten ist die Entsorgung der häuslichen und gewerblichen Abwässer ein großes Problem. Die öffentlichen Abwassersysteme reichen nicht aus und sind oft in einem sehr schlechten Zustand; die Zahl der Kläranlagen ist viel zu gering. Die Folge sind gesundheitliche Risiken und eine massive Verschmutzung der Trinkwasserressourcen in den Ballungsgebieten.
Der Schutz der Wasserressourcen ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der marokkanisch-deutschen Zusammenarbeit. Im Bereich Wasserressourcenmanagement konzentrieren sich die Maßnahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit auf die Verbesserung der Planungseffizienz, der Monitoring- und Kontrollsysteme der Wasserbewirtschaftung sowie des partizipativen Grundwassermanagements. In den vergangenen zwölf Jahren wurde mit Hilfe der deutschen Zusammenarbeit der Anschlussgrad der städtischen Bevölkerung von 80 auf 95 Prozent sowie der ländlichen Bevölkerung von 10 auf 80 Prozent erhöht.
Im Bereich Abwassermanagement und ländliche Trinkwasserversorgung hat die deutsch-marokkanische Zusammenarbeit Pionierarbeit geleistet. Von derzeit insgesamt 45 realisierten Kläranlagen hat die deutsche Seite immerhin 20 Kläranlagen mitfinanziert.
Aufklärungsarbeit hilft, der Bevölkerung die Bedeutung hygienischer Lebensverhältnisse bewusst zu machen. So wird nicht nur die natürliche Ressource Wasser geschützt, sondern auch die Kinder- und Müttersterblichkeit reduziert und die allgemeine Gesundheitssituation der Menschen verbessert. Im Mittelpunkt der Entwicklungsprogramme stehen besonders die Frauen. Sie sind traditionell für die Versorgung der Familien mit Trinkwasser zuständig.
Einen Unsicherheitsfaktor bildet der globale Klimawandel für das Land, das mittelfristig mit veränderten Niederschlags- und Grundwasserverhältnissen rechnen muss. Die Landwirtschaft verbraucht heute noch fast 90 Prozent des verfügbaren Wassers. Da es nur unregelmäßig regnet, müssen die Felder in vielen Regionen künstlich bewässert werden. Bei der Einführung moderner Bewässerungssysteme beteiligen sich die Nutzer schon bei der Vorbereitung und Planung. So wird gewährleistet, dass die neuen Anlagen ihren Bedürfnissen und Wünschen gerecht werden. Gleichzeitig wird mit weniger Wasser mehr Fläche effektiver bewässert.
Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
Marokko hat 1996 einen Assoziierungsvertrag mit der Europäischen Union abgeschlossen. Bis 2012 soll eine Freihandelszone geschaffen werden. Die marokkanische Industrie ist auf diese Veränderung ihrer Rahmenbedingungen noch nicht ausreichend vorbereitet. Um ohne wirtschaftliche Schutzmaßnahmen in einer euro-mediterranen Freihandelszone bestehen zu können, muss die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen beträchtlich gesteigert werden.
Die Regierung fördert deshalb den Privatsektor und wird in ihrer Reformtätigkeit durch die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt. So wurden zahlreiche ehemalige Staatsbetriebe privatisiert, zum Beispiel in den Bereichen Energie, Telekommunikation und Luftfahrt. Der Staatsapparat wurde strukturell verbessert – durch Zollreform, Konsolidierung des Finanzsektors sowie Modernisierung des öffentlichen Sektors. Die Berufsverbände werden bei der Entwicklung von Dienstleistungen beraten, durch die vor allem kleine und mittlere Unternehmen (KMU) ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit stärken können.
Durch die von Deutschland geförderte Einrichtung eines Refinanzierungsfonds können marokkanische Finanzinstitutionen mehr Mikrokredite vergeben. Davon profitieren vor allem Kleinstunternehmen des informellen Sektors. Ein wichtiges Ziel des deutschen Engagements ist es, Wachstum und Beschäftigung jenseits der großen industriellen Ballungsräume zu fördern. Es werden daher gezielt KMU in den Provinzen unterstützt.
Damit Marokko in Zukunft über mehr gut ausgebildete Beschäftigte verfügt, hat sich die deutsche Entwicklungszusammenarbeit auch für eine bessere berufliche Bildung eingesetzt. Ein innerbetriebliches Berufsausbildungssystem wurde gefördert und in Betrieben und Verbänden verankert. Erprobte Modelle beruflicher Qualifizierung wurden an marokkanische Verhältnisse angepasst und in die nationale Berufsbildungsreform integriert. Die Reform soll dazu beitragen, bisher benachteiligten Jugendlichen und vor allem jungen Frauen, besonders in der Textil- und Bekleidungsindustrie sowie im Tourismus, einen gesicherten Arbeitsplatz und Aufstiegschancen zu bieten. Die entwickelten Ansätze wurden inzwischen in das Sektorprogramm der EU überführt.
Gender
Frauen sind in Marokko sozial und rechtlich schlechter gestellt als Männer. Das führt dazu, dass sie auch von Armut besonders stark betroffen sind. 2004 wurde mit der Reform des Familienrechts die Stellung der Frau aufgewertet, dennoch gelten viele Menschenrechte für Frauen häufig nicht, wie das Recht auf Bildung, auf Eigentum und auf ein Leben frei von Gewalt. Bis vor kurzem waren sie auch von politischen Entscheidungsprozessen weitgehend ausgeschlossen.
Deutschland unterstützt Marokko bei seinen Anstrengungen, den Gender-Ansatz im öffentlichen und im Privatsektor sowie in der Zivilgesellschaft zu verankern. Mit einem umfassenden Programm der Technischen Zusammenarbeit bietet die Bundesrepublik ihren Partnern in Behörden, Unternehmerverbänden, Universitäten und Nichtregierungsorganisationen Beratung, Koordination, Fortbildung und Vernetzung an.
Mit Erfolg: Im Jahr 2007 legte die marokkanische Regierung eine nationale Gender-Strategie vor, zu deren Formulierung deutsche Fachleute beigetragen hatten. 2009 wurde eine Ethik-Charta der politischen Parteien verabschiedet und eine Frauenquote eingeführt, die den Anteil der Frauen bei den Kommunalwahlen 2009 von 0,56 auf 12 Prozent ansteigen ließ.
50 der von Deutschland unterstützten Nichtregierungsorganisationen haben Gender-Indikatoren für die Planung, Umsetzung und Evaluierung ihrer Projekte eingeführt. Elf Großunternehmen und 20 kleine und mittelständische Unternehmen erfüllen inzwischen die Kriterien zur beruflichen Gleichstellung der Geschlechter des Corporate Social Responsability (CSR)-Labels, das sozial verantwortungsvolle Unternehmensführung bestätigt. Deutschland hatte den Unternehmerverband bei der Förderung des Gütesiegels unterstützt.
Auf Initiative des Projektes hin wurde an der Universität Mohammed V. in Rabat ein Masterstudiengang eingerichtet, um dem Fachkräftemangel auf dem Gebiet Gender und Politik entgegenzuwirken. Inhalte des Studiengangs beruhen auf Vorschlägen des deutschen Gender-Projekts, die in Zusammenarbeit mit der kanadischen Entwicklungszusammenarbeit und dem Entwicklungsfonds der Vereinten Nationen für Frauen (UNIFEM) entwickelt wurden.
Informationen

Siehe auch
- Videobericht:
Gudrun Kopp in Marokko - Bericht über die Marokkoreise von Gudrun Kopp im Juni 2011
- Demokratischer Aufbruch in Nordafrika und im Nahen Osten
- Meldung 01.11.2011:
Bundesminister Dirk Niebel beendet Marokko-Reise - Meldung 30.10.2011:
Bundesentwicklungsminister Dirk Niebel zu Reise nach Marokko aufgebrochen - Meldung 24.06.2011:
Gudrun Kopp beendet Marokko-Reise - Meldung 21.06.2011:
Gudrun Kopp reist nach Marokko - Meldung 11.03.2011:
Dirk Niebel gratuliert Marokko zu mutigen Reformschritten - Thema: Umwelt
- Thema: Energie
- Thema: Klimaschutz
- Thema: Nachhaltige Wirtschaftsentwicklung
- Thema: Frauenrechte
und Gender
Externe Links
Publikationen

-
Grundlagen, Schwerpunkte und Perspektiven der deutschen Entwicklungspolitik mit der Region Nahost/Nordafrika
BMZ Konzepte 156
(PDF 809 KB, barrierefrei) -
Ökologisches Wirtschaften
BMZ-Informationsbroschüre
(PDF 5 MB, barrierefrei) -
Entwicklung braucht nachhaltige Energie
BMZ Materialien 186
(PDF 2,7 MB, barrierefrei) -
Entwicklungspolitischer Gender-Aktionsplan
2009–2012
BMZ Konzepte 173
(PDF 812 KB, barrierefrei)





