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Naher Osten und Nordafrika
Im Hafen von Tanger kann man über die Straße von Gibraltar bis zum Südzipfel Spaniens hinüberblicken. Nur etwa 14 Kilometer sind Afrika und Europa hier voneinander entfernt. Für Marokko hat diese besondere geografische Lage eine wichtige Bedeutung: Das Land ist sowohl politisch als auch kulturell und wirtschaftlich ein Bindeglied zwischen beiden Kontinenten. Im 11. Jahrhundert wurde von Marokko aus das arabische Spanien beherrscht, später besetzten verschiedene europäische Staaten das nordafrikanische Land. Endgültig unabhängig wurde Marokko erst 1956.
Heute sind die Beziehungen Marokkos zur Europäischen Union sehr gut und werden immer enger. Seit dem Jahr 2000 ist ein Assoziierungsabkommen zwischen Marokko und der EU in Kraft, das als Grundlage für die schrittweise Liberalisierung des gemeinsamen Handelsverkehrs dient. 2008 hat das nordafrikanische Land von der EU den "statut avancé" erhalten, der eine engere politische und wirtschaftliche Anbindung fördert. 2012 soll Marokko der euro-mediterranen Freihandelszone beitreten. Das bringt große Chancen, aber auch große Herausforderungen für Marokko mit sich.
Noch kann die Wirtschaft des Landes den Wettbewerb mit der europäischen Konkurrenz nicht aufnehmen. Das Königreich kämpft mit Problemen, die durch Verstädterung und Industrialisierung entstehen. Die Kluft zwischen Arm und Reich ist groß. So hat zum Beispiel fast ein Fünftel der Bevölkerung noch keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser. Doch die Regierung ist entwicklungsorientiert: Sie hat Reformen eingeleitet – unter anderem zur Verbesserung der rechtlichen Stellung der Frauen –, die inzwischen erste Erfolge zeigen. Im Mittelpunkt der nächsten Jahre wird die Umsetzung der Nationalen Initiative für menschliche Entwicklung (Initiative Nationale pour le Développement Humain, INDH) stehen, mit der Armut und soziale Ausgrenzung bekämpft werden sollen.
Beziehungen zwischen Marokko und Deutschland
Die Kontakte zwischen Marokko und Deutschland sind gut und vertrauensvoll. Marokko ist ein zentraler Partner der Zusammenarbeit Deutschlands mit der Region Nahost/Nordafrika. Die Bundesrepublik zählt zu den wichtigsten Handelspartnern Marokkos, deutsche Urlauber tragen maßgeblich zum Tourismusgeschäft des Landes bei.
Marokko gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Die marokkanisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit bettet sich in die Gesamtstrategie des BMZ für die Region ein und hat engen Bezug zu der Entwicklungsstrategie der EU für Marokko. Sie konzentriert sich vor allem auf die Bereiche Nutzung und Management von Wasserressourcen, Umwelt und Klimawandel sowie nachhaltige Wirtschaftsentwicklung.
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