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Naher Osten und Nordafrika
Die Republik Jemen ist ein vergleichsweise junger Staat: In ihrer heutigen Form existiert sie erst seit 1990. Vorher waren der Nord- und der Südteil des arabischen Landes lange Zeit geteilt. Während der Süden britische Kronkolonie und anschließend eine sozialistische Volksrepublik war, wurde der Norden durch muslimische Imame beherrscht und war durch eine traditionelle Stammesgesellschaft geprägt. Nach der Vereinigung kam es 1994 zu einem kurzen Bürgerkrieg zwischen den beiden Landesteilen. Bis heute hat sich keine einheitliche staatliche Identität herausbilden können.
Nur wenige Länder der Welt haben eine so alte schriftlich belegte Geschichte wie der Jemen. Die Stadt Aden wird schon im Buch Ezechiel des Alten Testaments erwähnt. Sie war eines der Zentren des westarabischen Gewürzhandels. Etwa 900 vor Christus lebten die Sabäer im Jemen, ein technisch hoch entwickeltes Volk, das durch die Produktion von Weihrauch und Myrrhe legendär reich wurde.
Doch der Reichtum ist Vergangenheit, heute gehört der Jemen zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Zu den drückenden Problemen des Landes zählen die schwierige innenpolitische Lage, das starke Bevölkerungswachstum, große Armut, Wassermangel, hohe Arbeitslosigkeit sowie ein schlechtes Bildungs- und Gesundheitssystem. Die Öl- und Gasvorräte des Jemen werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Landwirtschaft kann die Menschen nicht mehr ernähren. So nimmt die Abhängigkeit von Importen zu und die Lebenshaltungskosten steigen. Die Unzufriedenheit im Land ist hoch.
2011 haben interne Auseinandersetzungen stark zugenommen. In allen größeren Städten ist es zu Unruhen mit insgesamt Hunderten von Toten gekommen. Die Regierung hat über weite Teile des Landes nicht mehr die volle Kontrolle. Unter Vermittlung des Golfkooperationsrates (Gulf Cooperation Council, GCC) konnte im Herbst 2011 eine Transformationsvereinbarung zwischen dem langjährigen Staatspräsidenten Saleh und wichtigen Oppositionsgruppen geschlossen werden. Im Anschluss wurde unter Einbeziehung der Opposition eine Übergangsregierung gebildet. Im Februar 2012 fanden Neuwahlen für das Amt des Staatspräsidenten statt. Einziger Kandidat war der bisherige Vizepräsident Hadi, der mit großer Mehrheit gewählt wurde. Die weitere innenpolitische Entwicklung ist vorerst offen.
Die Bundesrepublik gilt im Jemen als bevorzugter westlicher Partner. Aufgrund des kontinuierlichen und verlässlichen entwicklungspolitischen Engagements genießt Deutschland im Jemen einen ausgezeichneten Ruf. Die deutsch-jemenitische Entwicklungszusammenarbeit feierte im Jahr 2009 ihr 40-jähriges Bestehen. Der Jemen gehört zu den Kooperationsländern der deutschen Entwicklungszusammenarbeit, mit denen die Bundesrepublik auf Basis zwischenstaatlich vereinbarter Verträge eng zusammenarbeitet. Die bilaterale Kooperation hat ihren Schwerpunkt in den Bereichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie Grundbildung.
Aus Sicherheitsgründen und zeitweilig auch aus politischen Gründen hatte die Bundesrepublik Deutschland im März 2011 das gesamte entsandte Personal aus dem Jemen evakuiert. Die laufenden Entwicklungsprojekte, die der ärmeren Bevölkerung unmittelbar zugutekommen, insbesondere in den Bereichen Bildung, Familienplanung und Ernährungssicherung, wurden mit örtlichen Kräften fortgesetzt.
Seit Ende Februar 2012 stehen die Ampeln für eine vertiefte entwicklungspolitische Zusammenarbeit wieder auf Grün. Nachdem 2011 zusätzliche Mittel nur für Programme der multilateralen Zusammenarbeit bereitgestellt worden waren, können Zusagen seither wieder direkt an die jemenitische Regierung gegeben werden.
Deutsche Botschaft

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Republik Jemen
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