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Naher Osten und Nordafrika
Aktuelle Lage:
Seit Anfang des Jahres 2011 haben interne Auseinandersetzungen stark zugenommen. In allen größeren Städten ist es zu Unruhen mit vielen Toten gekommen. Die Regierung hat über Teile des Landes die Kontrolle verloren. Sie wurde im März vom Staatspräsidenten entlassen, nachdem bereits mehrere Minister zurückgetreten waren.
Die weitere innenpolitische Entwicklung ist vorerst offen.
Die im Rahmen der deutschen Entwicklungszusammenarbeit entsandten Experten mussten im März 2011 aus Sicherheitsgründen den Jemen verlassen. Das BMZ hat weitere Konsequenzen gezogen und geplante Zusagen an die Regierung des Jemens zurückgestellt. Entwicklungsvorhaben, die notleidenden Menschen unmittelbar zugutekommen, insbesondere in den Sektoren Bildung, Familienplanung und Nahrungsmittelhilfe, werden zunächst fortgesetzt und soweit möglich über internationale und private Organisationen abgewickelt.
Die Republik Jemen ist ein vergleichsweise junger Staat: In ihrer heutigen Form existiert sie erst seit 1990. Vorher waren der Nord- und der Südteil des arabischen Landes lange Zeit geteilt. Während der Süden britische Kronkolonie und anschließend eine sozialistische Volksrepublik war, wurde der Norden durch muslimische Imame beherrscht und war durch eine traditionelle Stammesgesellschaft geprägt. Nach der Vereinigung kam es 1994 zu einem kurzen Bürgerkrieg zwischen den beiden Landesteilen. Bis heute hat sich keine einheitliche staatliche Identität herausbilden können.
Nur wenige Länder der Welt haben eine so alte schriftlich belegte Geschichte wie der Jemen. Die Stadt Aden wird schon im Buch Ezechiel des Alten Testaments erwähnt. Sie war eines der Zentren des westarabischen Gewürzhandels. Etwa 900 vor Christus lebten die Sabäer im Jemen, ein technisch hoch entwickeltes Volk, das durch die Produktion von Weihrauch und Myrrhe legendär reich wurde.
Doch der Reichtum ist Vergangenheit, heute gehört der Jemen zu den am wenigsten entwickelten Ländern der Welt. Zu den drückenden Problemen des Landes zählen die schwierige innenpolitische Lage, das starke Bevölkerungswachstum, große Armut, Wassermangel, hohe Arbeitslosigkeit sowie ein schlechtes Bildungs- und Gesundheitssystem. Die Öl- und Gasvorräte des Jemen werden in absehbarer Zeit erschöpft sein. Die Landwirtschaft kann die Menschen nicht mehr ernähren. So nimmt die Abhängigkeit von Importen zu und die Lebenshaltungskosten steigen. Die Unzufriedenheit im Land ist hoch.
Die Bundesrepublik gilt im Jemen als bevorzugter westlicher Partner. Aufgrund des kontinuierlichen und verlässlichen entwicklungspolitischen Engagements genießt Deutschland im Jemen einen ausgezeichneten Ruf. Die jemenitisch-deutsche Entwicklungszusammenarbeit feierte im Jahr 2009 ihr 40jähriges Bestehen. Die bilaterale Kooperation hat ihren Schwerpunkt in den Bereichen Trinkwasserver- und Abwasserentsorgung sowie Grundbildung.
Deutsche Botschaft

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