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Naher Osten und Nordafrika

Berufs- und Hochschulbildung

Computerausbildung an der Universität von Aden, Jemen. Urheberrecht: Photothek.netMit durch­schnitt­lich 30 Prozent ist die An­alphabeten­quote in Nord­afrika und im Nahen Osten noch immer hoch. In den ver­gangenen Jahren wurden Fort­schritte bei der Mädchen­bildung gemacht. Der Anteil von Mädchen und Frauen in den Grund­schulen, vor allem aber in den Einrichtungen der weiterführenden Bildung und Hochschulbildung ist jedoch noch immer gering.

Die Jugendarbeitslosigkeit in den arabischen Ländern ist nahezu doppelt so hoch wie im weltweiten Durchschnitt. Sehr viele arbeitslose Jugendliche und junge Erwachsene sind schlecht qualifiziert. Sie finden dadurch keine Arbeitsstellen. Ihr Potenzial geht ungenutzt verloren und ihr persönliches Recht auf freie Entfaltung wird stark eingeschränkt.

Der fünfte Bericht über die menschliche Entwicklung in der arabischen Welt (Arab Human Development Report 2009) kommt zu dem Schluss, dass die Länder der Region den Bildungssektor modernisieren müssen, um ihre Möglichkeiten in der globalen und regionalen Wirtschaft nutzen zu können.

Die deutsche entwicklungspolitische Zusammenarbeit fördert eine arbeitsmarktorientierte Entwicklung der Berufsbildung sowie arabisch-deutsche Hochschulkooperationen.

Berufliche Bildung

In fast allen Ländern der Region ist Deutschland im Bereich der beruflichen Bildung aktiv. Ziel ist, eine umfassende kooperative Berufsausbildung zu etablieren, indem duale Elemente in die nationalen Bildungssysteme eingeführt werden. Das bedeutet, dass Staat und Wirtschaftsunternehmen gemeinsam Verantwortung für die berufliche Bildung übernehmen.

Ansätze der kooperativen beruflichen Bildung gab es bislang nur in mittleren und großen Industrieunternehmen. In Zukunft sollen auch für Klein- und Kleinstbetriebe und die informelle Wirtschaft Berufsbildungsprogramme angeboten werden. Damit die Programme positiv auf die Zahl der Beschäftigten wirken, sollen sie mit anderen Maßnahmen kombiniert werden – zum Beispiel mit der Vermittlung von Mikrokrediten oder mit Berufsberatung.

Spezielle Angebote sollen dabei für die Zielgruppe der bisher unqualifizierten arbeitslosen Jugendlichen und für Mädchen und Frauen entwickelt werden. Vor allem in ausgewählten Schlüsselbereichen der Wirtschaft wie Energie und Wasser sollen neue Ausbildungsplätze entstehen.

Hochschulkooperationen

Die Zusammenarbeit Deutschlands mit dem Hochschulbereich in der Region Naher Osten und Nordafrika konzentriert sich auf die Förderung bestimmter Studiengänge.

Durch von der Bundesrepublik geförderte bi-kulturelle Masterstudiengänge soll die Zahl der Fach- und Führungskräfte in der Region erhöht werden. Unter anderem sollen "Reformmanager" ausgebildet werden, die die im Rahmen der deutschen Zusammenarbeit mit der Region geplanten Maßnahmen verantwortlich betreuen – und das auf beiden Partnerseiten.

Der erste deutsch-arabische Studiengang zum Thema "Integriertes Wasserressourcenmanagement" läuft bereits seit 2007. Weitere Studiengänge – zu Wirtschaftstransformation und Energiemanagement – sind im Herbst 2009 angelaufen. Ein Studiengang zum Bildungsmanagement befindet sich in Vorbereitung.

Durch die Studiengänge entstehen Partnerschaften und somit ein Wissensaustausch zwischen deutschen und arabischen Hochschulen, von dem beide Seiten profitieren.

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