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Lateinamerika und Karibik
In den 1980er Jahren war das zentralamerikanische Land Nicaragua ein Symbol für die Polarität der Welt im Kalten Krieg: Nach dem Sturz der Somoza-Dynastie kamen 1979 die Sandinisten an die Macht. Sie wurden vom Volk wegen ihrer revolutionären Ideologie geschätzt, die sich zum Beispiel in einer umfassenden Enteignung von Großgrundbesitzern zeigte. Und sie hatten prominente Fürsprecher und Künstler in den eigenen Reihen – zum Beispiel die Schriftsteller Ernesto Cardenal und Sergio Ramirez.
Die "Contras" – paramilitärische Gruppen, die von Außen finanziert wurden – versuchten die Sandinisten zu stürzen. Die Folge war ein bewaffneter Konflikt, der zahllose Menschen das Leben kostete und die Wirtschaft des Landes ruinierte. 1988 wurde der Bürgerkrieg durch einen Friedensvertrag beendet, freie Wahlen finden seit 1990 statt.
Nicaragua ist nach Haiti das zweitärmste Land Lateinamerikas und der Karibik. Korruption ist weit verbreitet. Das politische Klima ist durch sehr starke gegensätzliche Strömungen geprägt. In den vergangenen Jahren war das Land schwer zu regieren, weil Präsident, Parlament und Justiz sich häufig gegenseitig blockierten. Bei den Präsidentschafts- und Parlamentswahlen im November 2006 setzte sich die Partei FSLN des ehemaligen Sandinistenführers Daniel Ortega durch, der seitdem als Staatspräsident im Amt ist. Seine "Regierung der Versöhnung und Nationalen Einheit" (GRUN) verfügt jedoch über keine eigene Mehrheit im Parlament.
Immer wieder haben Naturkatastrophen Nicaragua schwer getroffen: 1972 zerstörte ein Erdbeben die Hauptstadt Managua, 1998 löste Hurrikan Mitch massive Erdrutsche und Überschwemmungen aus. Im September 2007 richtete der Wirbelsturm "Félix" schwere Verwüstungen in der Nordatlantikregion an.
Zusammenarbeit mit Nicaragua
Das Verhältnis zwischen Nicaragua und der Bundesrepublik ist weiterhin gut. Die Bundesrepublik kritisiert jedoch die zunehmende Außerkraftsetzung demokratischer Prinzipien und Strukturen durch die Regierung Ortega. Unter anderem wird der Regierung vorgeworfen, die Kommunalwahlen im November 2008 manipuliert zu haben. Die mangelnde Aufklärung der Wahlbetrugsvorwürfe hat einige Geber – die Schweiz, Dänemark, Finnland, die Niederlande, Norwegen und die EU-Kommission – Ende 2008 dazu bewogen, ihre Budgethilfe einzufrieren. Deutschland hat bereits seit 2007 keine neuen Zusagen mehr für Budgethilfe gemacht.
Arbeitsfelder der nicaraguanisch-deutschen Entwicklungszusammenarbeit sind die Stärkung rechtstaatlicher Strukturen und die Förderung der Dezentralisierung. Außerdem arbeiten die beiden Länder bei der Umweltpolitik und nachhaltigen Ressourcenbewirtschaftung sowie der Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung zusammen.
Deutsche Botschaft

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Nicaragua
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